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Messerstich neben das Herz

41-Jähriger wegen Mordversuchs in Salzburg vor Gericht

Imbissstand-Betreiber soll 20-Jährigen mehrfach attackiert haben

symb_Gericht_Justiz_Staatsanwaltschaft APA/BARBARA GINDL
Ein Urteil in dem Prozess wegen Mordversuchs wird am Freitag erwartet. (SYMBOLBILD)

Wegen versuchten Mordes und versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung hat sich am Donnerstag in Salzburg ein 41-jähriger Imbissstand-Betreiber vor einem Geschworenengericht verantworten müssen.

Der Betreiber eines Kebab-Standes soll am 12. Mai 2021 im Flachgau einem 20-jährigen Mann mit einem Messer in die linke Brust gestochen haben. Wenige Stunden zuvor soll er bereits den 33-jährigen Cousin des Opfers brutal attackiert haben. Der türkische Angeklagte wies die Vorwürfe heute zurück.

Messerstich "hätte tödlich enden können"

Bei dem Angriff hatte der ebenfalls türkischstämmige 20-Jährige einen zwei bis drei Zentimeter langen Stich in der Gegend des Herzens erlitten. "Er hatte Glück. Wenn die Wunde tiefer oder die Stichführung anders gewesen wäre, hätte die Verletzung tödlich enden können", sagte die Staatsanwältin. Es müsse sich auch um einen recht erheblichen Stich gehandelt haben, da das Opfer beim Angriff T-Shirt, Hemd, Pullover und Daunenjacke trug und gleichzeitig zurückwich. Die Klingenlänge des Messer betrug zehn Zentimeter.

Beim zweiten Vorfall wird dem Angeklagten vorgeworfen, seinen Kontrahenten mit Pfefferspray attackiert und ihn mit einem 64 Zentimeter langen Holzschwert an Kopf und Oberkörper verprügelt zu haben. Dann soll er versucht haben, die Augen seines Gegners nach innen zu drücken. Das Opfer erlitt zahlreiche Abschürfungen und Prellungen und eine Bindehautentzündung.

Mehrere Zeugen für beide Vorfälle

Für beide Angriffe gibt es laut der Staatsanwältin mehrere Zeugen. Der bisher unbescholtene Angeklagte räumte zwar Streitigkeiten mit den beiden Männern ein. Er habe sich aber nur verteidigt und gar kein Messer mit sich geführt. Das Opfer habe sich den Stich selbst zugefügt, sagte er im Vorfeld zur Polizei. Sein Verteidiger betonte heute, dass es seit Jahren einen Konflikt mit den Mitgliedern eines türkischen Familienclans gebe. "Mein Mandant ist nie aggressiv. Er ist ein fleißig arbeitender Familienvater mit einem kleinen Kind. Aber der Clan war gegen ihn."

Opfer verbrennt blutüberströmtes T-Shirt

Auch das Verhalten des 20-Jährigen sei nach der Tat nicht so gewesen, wie man es erwarten würde. "Er fuhr zunächst nicht ins Krankenhaus, sondern zu einem Onkel. Ein angeblich blutüberströmtes T-Shirt wurde in einem Ofen verbrannt, die andere Kleidung gewaschen." Die Messervariante sei erst zwei Tage später von einer Zeugin ins Spiel gebracht worden. "Als die Polizei das erste Mal gekommen ist, hat sie davon noch nicht berichtet."

Die Staatsanwältin sieht die Aussage des 41-Jährigen als Schutzbehauptung. Der Angeklagte werde bis auf einen Freund von allen Zeugen belastet. Diese hätten auch ein Messer in seiner Hand gesehen. Eine Verwechslung mit einem Schlüsselbund oder ähnlichem würden die Zeugen ausschließen. "Die Schnitt- und Stichspuren stehen auch im Einklang mit dem vom Opfer geschilderten Tathergang", sagte sie.

Urteil im Mordversuchs-Prozess am Freitag erwartet

Der Prozess unter dem Vorsitz von Richter Günther Nocker ist auf zwei Tage anberaumt. Mit einem Urteil wird am Freitag gerechnet.

(Quelle: APA)

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