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Führerschein weg!

Mit 202 km/h auf der A1 erwischt

Polizei zieht Pkw-Lenker in Wals-Siezenheim aus Verkehr

SB, Tacho, Geschwindigkeit, Rasen, 200 km/h SALZBURG24/Struber/Wurzer
Bei einer Kontrolle wurde Autolenker der Führerschein an Ort und Stelle abgenommen. (SYMBOLBILD)

Doppelt so schnell als erlaubt war letzte Nacht ein Autofahrer auf der Westautobahn (A1) in Wals-Siezenheim (Flachgau) unterwegs. Bei dem Pkw-Lenker aus Deutschland wurde im 100er eine Geschwindigkeit von 202 km/h gemessen.

Wals-Siezenheim

Bei einer Kontrolle wurde dem 24 Jahre alten Deutschen der Führerschein an Ort und Stelle abgenommen. Er wird bei der zuständigen Behörde angezeigt.

(Quelle: SALZBURG24)

Warum treten Raser so aufs Gas?

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Seit Beginn der Coronakrise stellt die Polizei vermehrt Raser-Delikte in Salzburg fest. (SYMBOLBILD)

In den vergangenen Wochen zog die Polizei Salzburg zahlreiche Lenker aus dem Verkehr, die mit stark überhöhter Geschwindigkeit unterwegs waren. Doch was bringt Menschen dazu, die erlaubte Geschwindigkeit zu übertreten und können sie höhere Strafen zum Umdenken bewegen? Wir haben nachgefragt.

Mit rund 200 km/h auf der Autobahn oder 130 km/h durchs Stadtgebiet: "Das ist für mich nicht mehr Rasen, das sind schon "Geschwindigkeitsexzesse", spricht hier Friedrich Schmidhuber, Leiter der Landesverkehrsabteilung bei der Polizei Salzburg. "Das ist für mich mehr als nur Rasen", so der Verkehrspolizist, der in diesem Bereich zuletzt einen Anstieg bei den Delikten feststellte. "Diese Phänomene hatten wir früher weniger, oder zumindest nicht in diesem Ausmaß." Schmidhuber vermutet deshalb, dass das geringere Verkehrsaufkommen zu Beginn der Coronakrise der Auslöser dafür war.

Poser in den Sozialen Medien

Doch warum steigen Menschen so aufs Gas und überschreiten die erlaubte Geschwindigkeit um fast das Dreifache? "Ein Grund ist es zu zeigen, was man sich traut oder wie gut man ist. Es geht aber auch um den Nervenkitzel und darum, Bilder und Videos zu erstellen, die dann Klicks in den Sozialen Medien generieren", gibt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger im Gespräch mit SALZBURG24 an. Soziale Medien verleihen dem Phänomen also eine neue Dimension.

Nervenkitzel: Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei

Dieses Poser-Gehabe innerhalb der Community und das Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei mache laut Seidenberger den Reiz an der Raserei aus. "Die Leute wollen zeigen, dass sie schlauer und schneller sind als die Polizei. Es geht also auch um das Risiko und den Adrenalinkick", gibt Seidenberger weiter an. Dazu komme auch der Nervenkitzel beim Organisieren der illegalen Tuning-Treffen, wie sie etwa in Wals und Linz stattgefunden haben.

 

Um den "Geschwindigkeitsexzessen" Einhalt zu gebieten, wurden bereits zu Beginn des Jahres die Strafen für Raserei verdoppelt. Verkehrspolizist Schmidhuber spricht sich bei hohen Geschwindigkeitsübertretungen aber auch für einen Eintrag im Führerschein-Vormerksystem aus, wie das etwa in Deutschland bereits der Fall ist. "Wenn die Menschen wissen, dass sie bei einem weiteren Eintrag den Führerschein für 14 Tage los sind, würde dies das Verhalten auf der Straße positiv beeinflussen", sagt der Polizist.

Diese Strafen drohen bei Raserei

Im Ortsgebiet:

  • 30 – 35 km/h über Geschwindigkeitsbegrenzung: 200 Euro
  • 40 – 50 km/h: 500 Euro
  • 50 – 60 km/h: 700 Euro
  • Ab 70 km/h: 1.200 Euro

Außerhalb des Ortsgebiets:

  • 30 – 35 km/h über Geschwindigkeitsbegrenzung: 150 Euro
  • 40 – 50 km/h: 450 Euro
  • Über 70 km/h: 1.200 Euro

Monetäre Strafen nicht die Lösung

Reine Geldstrafen sieht auch Seidenberger nicht als einzigen Weg zur Lösung. Ein längerer Entzug der Fahrberechtigung könne aber ein Nachdenken bewirken. Die Verkehrspsychologin weist zudem darauf hin, dass es kaum Möglichkeiten gibt, den Drang zum Rasen auf legalem Wege nachzukommen. "Die Leute suchen sich ein Ventil, und plötzlich findet dann ein Rennen mitten im Straßenverkehr statt."

Sozialarbeiter für Raser?

Vernünftiger wäre es laut Seidenberger einen Zugang wie Sozialarbeiter zu wählen. "Man muss in die Gruppen hineingehen und Community-Arbeit von innen heraus betreiben." Dabei müsse die Polizei so auftreten, dass sie nicht als Gegner gesehen wird, sondern als Aufklärer.

Verstärkte Kontrollen in Salzburg

In Salzburg versucht Schmidhuber dem Problem durch verstärkte Kontrollen Herr zu werden. Gerade im Bereich der Motorradfahrer setzt die Polizei nun auch auf zivile Streifen. Im Visier haben die Beamten da vor allem klassische Ausflugsstrecken, die vor allem am Wochenende genutzt werden. "Es ist aber wie ein Stochern im Heuhaufen. Eine systematische Überwachung ist nicht möglich", so Schmidhuber abschließend.

Aufgerufen am 07.08.2020 um 05:08 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/flachgau/raser-mit-202-km-h-auf-a1-in-wals-siezenheim-erwischt-89736364

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