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Cluster im Salzkammergut

Salzburg testet Praktikanten am Wolfgangsee

Tourismusbetriebe in Strobl und St. Gilgen betroffen

SB: Corona-Tests in St. Wolfgang, Salzkammergut APA/FOTOKERSCHI.AT / KERSCHBAUMMAYR
Am Wolfgangsee werden Corona-Tests vorgenommen.

Wegen des Coronavirus-Clusters in St. Wolfgang in Oberösterreich beginnt das Land Salzburg heute alle Tourismuspraktikanten in den zwei Salzburger Anrainergemeinden Strobl und St. Gilgen (Flachgau) am Wolfgangsee zu testen. Die Landessanitätsdirektion hat dazu die Betriebe in St. Gilgen und Strobl am Montag kontaktiert, mit der Bitte die betroffenen Mitarbeiter zu melden.

Strobl, Sankt Gilgen

"Die Maßnahme dient als Vorsorge, um eine mögliche weitere Ausbreitung einzudämmen", sagte ein Sprecher von Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP). "Je nach dem, wie viele Praktikanten betroffen sind, wird eine eigene Teststraße eingerichtet oder betriebsweise getestet." Zugleich werde auch abgeklärt, wie viele der Praktikanten bereits durch die Tourismus-Screenings des Bundes getestet wurden, die in der Region gerade stattfinden.

Fünf Salzburger von Corona-Cluster betroffen

Bereits gestern hatte die zuständige Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung eine Verordnung erlassen, die alle Mitarbeiter im Tourismus mit Kontakt zu Gästen zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verpflichtet. Vom Cluster in St. Wolfgang waren im Bundesland Salzburg zuletzt ein Gasthaus und ein Badeplatz in der Ortschaft Ried (Gemeinde St. Gilgen) und ein Gasthof in Strobl betroffen. Von den Infizierten im Cluster hatten zumindest fünf ihren Wohnsitz in Salzburg.

(Quelle: APA)

Maskenpflicht in Strobl und St. Gilgen

SB, Sankt Wolfgang, Wolfgangsee SALZBURG24/Wurzer

57 Coronavirus-Infizierte zählt der Cluster in St. Wolfgang (Bez. Gmunden) am Sonntag. Das sorgt in den benachbarten Salzburger Orten für Beunruhigung, vor allem in St. Gilgen (Flachgau). Leo Bauernberger vom SalzburgLand Tourismus erklärt, dass die Zahl der Covid-19-Tourismus-Screenings in den nächsten zwei Wochen von 3.000 auf 5.000 steigen soll. Auch, um den Touristen Sicherheit gewährleisten zu können.

Von dem Cluster sind derzeit drei Personen mit Wohnsitz im Bezirk Salzburg-Umgebung betroffen. In St. Gilgen kommt bereits zu Stornierungen, erklärt Brigitte Winkler, Leiterin des Tourismusbüros, auf Anfrage von SALZBURG24. Die Gäste machen sich sichtbar Sorgen. Allerdings sei die Situation vor Ort „nicht so dramatisch. Wir hatten bisher nur einen Fall und der ist in Quarantäne“, schildert Winkler. Trotzdem werden Vorsichtsmaßnahmen getroffen: Eine für Mittwoch geplante Veranstaltung wurde abgesagt. Die hätte zwar im Freien stattgefunden, aber „man muss es nicht herausfordern“, betont sie. Zudem würden die Menschen wieder vermehrt Masken tragen.

Bei der Hotline 1450 wird geprüft, ob der Anrufer sich zuletzt im Salzkammergut aufgehalten hat.

Gepostet von SALZBURG24 am Montag, 27. Juli 2020

Wieder Maskenpflicht für Tourismus-Mitarbeiter

Das wird für viele in St. Gilgen, aber auch in Strobl, ab heute wieder zur Pflicht. In einer Aussendung vom Montag sagt Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP): „In Anbetracht der Entwicklungen in der Wolfgangsee-Region wird in den Orten Strobl und St. Gilgen eine Maskenpflicht für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Tourismus verhängt, welche direkten Kontakt mit Gästen pflegen.“ Das empfiehlt er auch allen anderen Betrieben der Freizeitbranche im Bundesland Salzburg.

Die Verordnung werde noch heute von der Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung für die Gemeinden Strobl und St. Gilgen erlassen und gelte vorerst bis Ende August, sagte ein Sprecher des Landeshauptmanns zur APA. Ein Fahrplan zur Prävention und Eindämmung von Corona-Infektionen in der Sommersaison wurde laut Land Salzburg bereits erarbeitet, er sei „alltagstauglich“, wie betont wird.

Besorgte Gäste-Anfragen

Bisher läuft es im Salzburger Tourismus deutlich besser als erwartet. „Die Auslastung wird zunehmend besser, sowohl in der Stadt, als auch in den Regionen“, weiß Leo Bauernberger, Geschäftsführer des SalzburgerLand Tourismus, im Gespräch mit S24. Die Stimmung sei allgemein gut. Aber: „Wie labil die Lage ist, sieht man an St. Wolfgang“, sagt der Touristiker. Er stellt eine „erhöhte Sensibilität“ bei den Gästen fest, es gäbe mehr besorgte Anfragen in den Orten nahe der Salzkammergut-Gemeinde. Der Cluster ist für ihn ein Vorbild: „Jeder Ort, der so etwas erlebt, ist ein Lernbeispiel.“

St. Johann: "Virus ist da, aber keine Angststimmung"

Doch nicht nur in der näheren Umgebung machen sich Touristiker aufgrund des neuen Clusters Gedanken. In St. Johann im Pongau gibt es Notfallpläne für den Fall, dass es zu einer Covid-19-Infektion kommt. „Man ist nie gefeit, hofft aber, dass man nicht betroffen ist“, erklärt Stefanie Mayr, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes, im Interview mit SALZBURG24. Insgesamt seien die Gäste aber in positiver Stimmung ­– trotz Maskenpflicht in der Liechtensteinklamm. „Das Virus ist da, es herrscht aber keine Angststimmung.“

Covid-19-Tests im Tourismus erhöhen

Laut Bauernberger unterstütze man die Tourismusbetriebe darin, dass sie Sicherheit gewährleisten können. Dazu gehören auch die Corona-Testungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Seit Juli laufen sie im ganzen Bundesland. Letzte Woche seien 3.000 Tests durchgeführt worden, diese Woche sollen es 4.000 werden. „Vielleicht schaffen wir nächste Woche schon 5.000“, ist er zuversichtlich.

Insgesamt arbeiten im ganzen Bundesland 40.000 Menschen in der Tourismusbranche, davon etwa 14.000 in der Hotellerie. Das Ziel wäre, 10.000 bis 12.000 Covid-19-Tests pro Woche durchzuführen. Nach einem schleppenden Start ist das für Bauernberger durchaus noch realistisch, die Infrastruktur stehe. Nun sei es „notwendig, dass die Betriebe ihre Mitarbeiter für die Tests motivieren.“ Schon jetzt sei Salzburg in Österreich jenes Bundesland, in dem im Tourismus am meisten getestet wird. „Aber wir haben noch Luft nach oben.“

Hoffnung in St. Gilgen

Brigitte Winkler erzählt, dass die Tests in St. Gilgen sehr gut angenommen würden. Grundsätzlich sei die Stimmung in der Gemeinde am Wolfgangsee positiv. Wer ängstlich ist, reise freilich ab. „Das Verständnis bei den Zimmergebern ist da. Wir hoffen jetzt das Beste.“

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