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Salzburgerin (23) vertritt Österreichs Jugendliche bei UNO

Die 23-jährige Salzburgerin verbringt drei Wochen in New York bei der UNO. Natalie Haas
Die 23-jährige Salzburgerin verbringt drei Wochen in New York bei der UNO.

Seit 27. November ist die Salzburgerin Natalie Haas in New York. Sie ist dort als Teil der österreichischen Delegation bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen dabei. Als Jugenddelegierte versucht sie, die Interessen von Österreichs Kindern und Jugendlichen vor dem Gremium zu vertreten.

Am Ende der sogenannten „High-Level“-Woche ist die 23-Jährige in New York angekommen. In dieser Woche treffen sich die Regierungschefs aller 193 Mitgliedsstaaten, um über die Ziele und Herausforderungen der Gemeinschaft zu verhandeln. Anschließend folgen zwei weitere Wochen, in denen in fünf verschiedenen Hauptausschüssen über die Resolutionen – also die Beschlüsse – beraten wird. Haas nimmt dabei hauptsächlich an den Sitzungen des dritten Komitees (Soziales, Menschenrechte und Kultur) teil. „Dort halten die Jugenddelegierten die Eröffnungsreden, also fünfminütige Statements im Auftrag der Mitgliedsstaaten“, erklärt die gebürtige Berndorferin (Flachgau) gegenüber SALZBURG24.

Natalie Haas ist Teil der österreichischen Delegation. Foto: Natalie Haas Salzburg24
Natalie Haas ist Teil der österreichischen Delegation. Foto: Natalie Haas

Salzburgerin sammelte Anliegen der Jugendlichen

Die Themen, die Haas in ihrer Rede ansprach, sind jene, die Jugendliche und Kinder in Österreich beschäftigen. Dafür ist sie quer durchs Land gereist und hat sich angehört, was den jungen Menschen wichtig ist. „Zwei Themen sind besonders präsent: Das ist einmal Chancengleichheit und das zweite waren Nachhaltigkeit und Klimawandel“, zählt sie auf. Doch auch das Recht auf Mitsprache ist den Jugendlichen wichtig: „Alles, was hier verhandelt wird, betrifft uns gleich viel, wie andere.“

Recht auf Jugenddelegierte bei UN-Generalversammlung

Deshalb wurde in den 1970er-Jahren das Konzept der Jugenddelegierten geschaffen. Seither hätten alle 193 Mitgliedsstaaten das Recht, eine Person zwischen 18 und 24 Jahren zur Generalversammlung zu schicken. „Es sind aber nicht alle Länder vom Jugendprogramm begeistert. Dieses Jahr gab es 38 Jugenddelegierte“, berichtet Haas. Die anwesenden Jugenddelegierten führen daher auch Gespräche mit den Verantwortlichen jener Länder, die keine Jugenddelegierten stellen. Mit Erfolg: In diesem Jahr entsandte etwa Afghanistan zum ersten Mal einen jungen Menschen nach New York.

Die Jugenddelegierten organisieren auch ihre eigenen Veranstaltungen. Foto: Natalie Haas. Salzburg24
Die Jugenddelegierten organisieren auch ihre eigenen Veranstaltungen. Foto: Natalie Haas.

Haas: "Wird nicht auf sein Alter beschränkt"

Haas hat dabei das Gefühl, dass die jungen Menschen auch wirklich gehört und ernst genommen werden. „Man diskutiert durchaus auf Augenhöhe. Grundsätzlich übernehmen schon ältere Menschen die Repräsentation ihrer Länder, aber man wird nicht auf sein Alter beschränkt und kann wirklich zeigen, was man weiß“, schildert Haas ihre Erfahrungen.
Das zeige sich auch dadurch, dass sich die Politiker Zeit für die jungen Menschen nehmen. So hat sich die Salzburgerin etwa schon mit UNO-Generalsekretär António Guterres oder auch Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen getroffen. Ihr absolutes Highlight war bis jetzt aber eine Veranstaltung, die sie gemeinsam mit den Jugenddelegierten aus Georgien und Luxemburg veranstaltet hat. Diskutiert wurde über das Thema doppelte Diskriminierung und wie man diesen Benachteiligungen entgegenwirken kann.

Langer Prozess, bis eine Resolution steht

Durch die Teilnahme an den Sitzungen und den zahlreichen Nebenveranstaltungen bekam die Flachgauerin auch direkt Einblick in den diplomatischen Prozess: „Für jedes Wort braucht man fundierte Argumente und Begründungen. Es ist ein langer Weg, bis etwas wirklich in einer Resolution steht.“ Dieser Prozess braucht auch Zeit. Ein Tag in New York beginnt für Haas um 7 Uhr und endet erst gegen 23 Uhr. Am Wochenende sind die Jugenddelegierten meist unterwegs und saugen die Atmosphäre in New York auf.

"Alexander Van der Belln hat ehrliches Interesse und ein offenes Ohr für unsere Anliegen", sagte Haas nach dem Treffen mit dem Bundespräsidenten. Foto: Natalie Haas Salzburg24
"Alexander Van der Belln hat ehrliches Interesse und ein offenes Ohr für unsere Anliegen", sagte Haas nach dem Treffen mit dem Bundespräsidenten. Foto: Natalie Haas

Jugenddelegierte für ein Jahr

Nach ihrer Rückkehr in Österreich wird die ausgebildete Kindergartenpädagogin und studierte Politikwissenschafterin noch bis Mai ihr Ehrenamt als Jugenddelegierte ausüben. Nebenbei arbeitet sie dann bei einer Jugendorganisation, denn für ihre Tätigkeit als Delegierte bekommt sie keine Bezahlung. Künftig möchte Haas bei einer internationalen Organisation arbeiten und ihren Fokus auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen legen.

Aufgerufen am 17.11.2018 um 08:47 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/flachgau/salzburgerin-23-vertritt-oesterreichs-jugendliche-bei-uno-60458155

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