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Schwarzenberg-Kaserne

Große militärische IT-Übung in Salzburg

Militärische IT-Experten aus Österreich, der Schweiz und Deutschland arbeiten derzeit bei einer Übung in Salzburg an der militärischen Zusammenarbeit der Zukunft. Es geht darum, ein multinationales militärisches Führungsnetz zu errichten, zu betreiben und gegen Angriffe von außen zu schützen, sagte Übungsleiter Arnold Staudacher vom Kommando der Streitkräfte am Dienstag bei einem Pressegespräch.

Ohne robuste, digitale Netzwerke wäre eine moderne militärische Einsatzführung nicht mehr möglich, berichtete Staudacher: "Die Truppe muss in der Lage sein, selbstständig einen Cyberraum zu errichten, zu überwachen und die Betreuung der Benutzer sicherzustellen." Die Netze müssen auch weiter funktionieren, wenn eine Leitung ausfällt, Passwörter vergessen oder Viren eingeschleppt werden. Um das zu gewährleisten, müssen die Abläufe - sowohl auf nationaler als auch multinationaler Ebene - geübt werden.

Gemeinsame Übung in Schwarzenberg-Kaserne

Die gut abgeschirmten militärischen Netzwerke der einzelnen Länder müssen außerdem über Schnittstellen Datenaustausch mit zivilen Einsatzkräften oder militärischen Partnern ermöglichen. Bei der Übung werden gemeinsame Prozesse und Abläufe erprobt und auf ihre Einsatztauglichkeit hin überprüft. Übungsannahme ist, dass im Bodenseeraum eine internationale Konferenz stattfindet und dazu militärische Kräfte aus Österreich, Deutschland und der Schweiz zusammenarbeiten. "Der Fokus liegt auf dem gemeinsamen Datenaustausch und der Frage, was passiert, wenn ein Netz ausfällt", erläuterte Staudacher das Szenario der dreiwöchigen Übung "Common Roof 19", deren Schauplätze neben der Schwarzenbergkaserne in Salzburg auch Dillingen in Deutschland und Bern in der Schweiz sind. Rund 200 Experten aus den drei Ländern nehmen daran teil.

Übung: Bundesheer erprobt Rechenzentrum

Der reibungslose Datenaustausch ist beispielsweise notwendig, damit alle zusammenarbeitenden Länder in Echtzeit das gleiche Lagebild haben - und das trotz abgeschirmter militärischer Netze. "In der Luftraumüberwachung hat ein Lagebild nach zwei Minuten keine Aussagekraft mehr", nannte Jens Möckel von der Schweizer Armee einen Grund, warum es beim Datenaustausch keine Verzögerungen geben darf. Bei der Übung gehe es nicht nur um die technische Umsetzung, sondern auch darum, die dahinterliegenden Prozesse zu optimieren und zu standardisieren sowie Erfahrungen zu sammeln. Österreich erprobt im Rahmen der Übung auch einen Prototypen eines vollkommen autonomen, mobilen militärischen Rechenzentrums. Die Übung dauert noch bis einschließlich Freitag.

(Quelle: APA)

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