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St. Gilgen kämpft gegen Abschiebung einer Familie

Die Familie soll aus Österreich abgeschoben werden. Die Gemeinde St. Gilgen versucht dies zu verhindern. Elisabeth Winkler
Die Familie soll aus Österreich abgeschoben werden. Die Gemeinde St. Gilgen versucht dies zu verhindern.

Die Flachgauer Gemeinde St. Gilgen kämpft gegen die Abschiebung einer kurdischen Familie. Obwohl beide Kinder in Österreich aufgewachsen sind und sie sich hier wohlfühlen, dürfen die Kisioglus nicht bleiben.

"In welchem Land leben wir?" , empört sich St. Gilgens Bürgermeister Otto Kloiber. "Das sind Menschen und keine Gelder, die man einfach so herumschieben kann." Ebenso wie vielen Menschen in St. Gilgen ist ihm das Schicksal der Familie Kisioglu nicht egal.

Seit 2004 Österreich als Heimat

Familie Kisioglu lebt seit Juli 2004 in Österreich. Das Ehepaar floh mit ihrem damals 5-jährigen Sohn aus der Türkei und suchte wegen politischer und religiöser Verfolgung in Österreich um Asyl an. Ihre Tochter wurde in Österreich geboren.

Die Familie gehört der Volksgruppe der Kurden an, religiös sind sie Aleviten. Diese Gruppe setzt sich in der Türkei für die Trennung von Kirche und Staat und für Demokratie ein. Mit dem Eintreten gegen eine religiöse Gesetzgebung kommen sie mit der türkischen Regierung in Konflikt. Bis heute sind die Aleviten in der Türkei nicht anerkannt und religiöser Unterdrückung ausgesetzt.

Trotz Anstellung und Integration: Abschiebung

2010 wurde ihr Antrag auf Asyl in Österreich abgewiesen. Aufgrund der guten Integration der Familie gab es einen Antrag auf Niederlassungsbewilligung im März 2011. Empfehlungsschreiben von der Pfarre, dem Klassenvorstand des Sohnes sowie des Sportvereins bestätigen die Integration der Familie. Auch eine aktuelle Einstellungsbestätigung für Herrn Kisioglu, welche der Familie die Möglichkeit der Selbsterhaltung gibt, wurden beigelegt. Die vom Staat geforderte Deutschkurse wurden erfolgreich absolviert. Der Sohn besucht erfolgreich die Hauptschule in Strobl und möchte in die Handelsakademie gehen. Die Tochter kennt nur Österreich als ihr Heimatland. Sie hat Angst in ein fremdes Land gehen zu müssen, wo sie niemanden kennt und die Sprache nicht spricht.

Sie möchten uns unterstützen - es gibt eine Unterschriftenaktion gegen die Abschiebung:
Melden Sie sich bitte im Pfarrhof +43-6227-2224 bzw. im Gemeindeamt +43(0)6227-2445-0 St. Gilgen!

(Quelle: S24)

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