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Umweltverträglichkeitsprüfung für 380-kV-Leitung gestartet

Die geplante 380-kV-Leitung hat besonders im Flachgau und in der Stadt Salzburg zu Protesten betroffener Anrainer geführt. Info-Z/Schupfer
Die geplante 380-kV-Leitung hat besonders im Flachgau und in der Stadt Salzburg zu Protesten betroffener Anrainer geführt.

Für den zweiten Abschnitt der 380-kV-Salzburgleitung von Elixhausen (Flachgau) nach Kaprun (Pinzgau) hat das Land Salzburg am Donnerstag die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) mit der öffentlichen Kundmachung in mehreren Tageszeitungen gestartet.

Die Unterlagen werden von 20. März bis 15. Mai aufgelegt, in diesem Zeitraum können schriftliche Einwendungen erhoben werden. Mit einem Baubeginn rechnet die Verbund-Tochter Austrian Power Grid AG (APG) 2015 oder 2016, sagte Projektleiter Wolfgang Hafner am Donnerstag zur APA.

380-kv-Leitung 113 Kilometer lang

Obwohl der erste Abschnitt der Leitung von St. Peter am Hart in Oberösterreich bis Elixhausen im Flachgau bereits seit rund einem Jahr in Betrieb ist, wird es auch für diesen Bereich - "in Bälde", so Hafner - erneut eine UVP durch das Land Oberösterreich geben, weil das Umspannwerk St. Peter zu einem Netzknoten ausgebaut und ein neues Umspannwerk Wagenham in der Gemeinde Pischelsdorf am Engelbach errichtet werden soll. Damit wird das Vorhaben zu einem länderübergreifenden Projekt. Das bedeutet, dass für allfällige Grundinanspruchnahmen nicht Landesrecht, sondern das Starkstromwegerecht des Bundes zur Anwendung kommt.

Auf Salzburger Seite umfasst das 600-Millionen-Euro-Projekt die 113 Kilometer lange 380-kV-Starkstrom-Freileitung vom Umspannwerk Salzburg (Elixhausen) bis zum Umspannwerk Kaprun, eine 14 Kilometer lange 220-kV-Leitung von einem ebenfalls erst zu bauenden Umspannwerk Pongau in St. Johann bis zu einer bestehenden 220-kV-Leitung ab Mayrdörfl/Wagrain sowie diverse Adaptierungsarbeiten an bestehenden Einrichtungen. Auf den neu zu errichtenden insgesamt 451 Masten sollen künftig teilweise auch andere, bestehende 110-kV-Leitungen mitgeführt werden, und zwar auf einer Gesamtlänge von 38 Kilometern. Im Gegenzug werden insgesamt 193 Kilometer 110- und 220-kV-Leitungen und 678 Strommasten demontiert.

Zahlreiche Proteste im Vorfeld

Die Mindestdauer für die öffentliche Auflage bzw. Einspruchsfrist beträgt sechs Wochen, das Amt der Landesregierung hat in diesem Fall aber eine achtwöchige Frist eingeräumt. Hafner rechnet mit einem Bescheid in erster Instanz Ende 2013/Anfang 2014. Einsprüche erwartet er auf jeden Fall, für die Dauer des Berufungsverfahrens sind Prognosen relativ schwierig: "Bei anderen Projekten hat das von neun bis 22 Monaten gedauert."

Der Projektleiter erwartet einen Baubeginn für Ende 2015/Anfang 2016. Die Bauzeit wird rund dreieinhalb Jahre betragen, sodass die Leitung vermutlich 2019 in Betrieb gehen könne.

Die geplante 380-kV-Leitung hat besonders im Flachgau und in der Stadt Salzburg zu Protesten betroffener Anrainer geführt. Eine abschnittweise - und deutlich teurere - Verlegung der Kabel unter die Erde hatte die APG stets abgelehnt. Der Neubau sei ein wichtiger Lückenschluss des 380-kV-Leitungsrings in Österreich und diene der Versorgungssicherheit mit Strom. (APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 25.02.2020 um 07:27 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/flachgau/umweltvertraeglichkeitspruefung-fuer-380-kv-leitung-gestartet-42627802

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