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Neubau geplant

Walser protestieren gegen 5G-Mast

Ein geplanter Mast für den Ausbau des Mobilfunknetzes 5G ruft in Wals-Siezenheim (Flachgau) Anrainerinnen und Anrainer auf den Plan. Die Antennenanlage soll in einem Waldstück des Ortsteils Gois errichtet werden, dafür werden auch Rodungen vorgenommen. Am Dienstag wurde gegen die Pläne demonstriert.

Wals-Siezenheim

„Da die Auswirkungen des Masten nicht an unserer Grundstücksgrenze enden, betrifft uns das alle“, erklärt Anrainerin und Organisatorin Carolin Dietmann. Die Anwohnerinnen und Anwohner fürchten durch den Ausbau des 5G-Netzes Gesundheitsschäden für Mensch und Tier sowie Schäden an der Natur und Elektrosmog. Außerdem sind sie mit der Rodung der Bäume nicht einverstanden.

Dietmann: "Warum brauchen wir 5G?"

Innerhalb von 48 Stunden habe man eine Protestaktion auf die Beine gestellt, etwa 50 Leute hätten teilgenommen und sogar Plakate und Schilder gebastelt. Vor Ort hätte man mit einem Förster vom Land Salzburg sowie einem Vertreter der Errichtungsfirma – der ARGE Telekommunikationsanlagen Ges.n.b.R. – gesprochen. „Man konnte uns aber nicht erklären, warum wir 5G brauchen und warum der Mast genau hier stehen muss“, erzählt Dietmann gegenüber SALZBURG24.

Die Vertreter hätten jedoch erklärt, dass der ideale Standort am Computer berechnet werde, die einzige andere Option wäre noch näher am Wohngebiet gewesen. „Das machte uns dann noch mehr Angst“, sagt Dietmann.

Hasenöhrl: "Bau einstimmig beschlossen"

Die ARGE Telekommunikationsanlagen erbaut den Mast für mehrere verschiedene Betreiber, weiß der Walser Vizebürgermeister Andreas Hasenöhrl (ÖVP). Für die Errichtung braucht es die Genehmigung von Seiten der Gemeinde. „Die Gemeindevertretung hat den Bau einstimmig beschlossen, um die Internetversorgung sicherzustellen“, erklärt er im Gespräch mit S24. Das geschah am 3. Juni 2019 und wurde auch dementsprechend kundgemacht. Betroffene haben seither vier Wochen Zeit, sich zum Vorhaben schriftlich zu äußern.

Bedenken laut Hasenöhrl "unbegründet"

Die Bedenken der Anrainer nehme er zwar ernst, betont Hasenöhrl. In diesem Fall seien sie jedoch unbegründet: „Jeder Mindestabstand wird eingehalten. Der Mast steht mindestens 150 Meter von jedem Gebäude entfernt.“ Zur Notwendigkeit erläutert der Vizebürgermeister, dass es technisch nicht möglich sei, die 5G-Sender auf Hochspannungsleitungen zu montieren. Deshalb würde ein neuer Mast gebaut, der grün angestrichen und damit auch niemanden stören werde.

Walser wollen nicht locker lassen

Die Demonstrantinnen und Demonstranten sehen das freilich anders. Sie stört auch, dass niemand von Seiten der Gemeinde mit ihnen sprechen wollte: „Es war kein Gemeindevertreter vor Ort heute.“ Auf Anfrage von SALZBURG24 zeigt man sich in der Gemeinde überrascht, von der Demonstration wusste man dort offenbar nichts. Auch der Vizebürgermeister erklärt: „Davon weiß ich nichts.“

Hasenöhrl hat bezüglich des Mastens keine Bedenken: Der Gemeindevertretung seien die Grenzwerte vor dem Beschluss vorgelegt worden, ebenso die Messungen, die zeigten, dass man „überall deutlich darunter“ sei. Die Anrainerinnen und Anrainer hoffen auf die nächste Verhandlung am 3. Juli. „Wir werden nicht lockerlassen“, bekräftigt Dietmann abschließend.

(Quelle: SALZBURG24)

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