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So plant der Profi

Wanderguide macht Leidenschaft zum Beruf

Flachgauer führt Gruppen sicher durch die Berge

Wandern ist eines der beliebtesten Hobbys der Salzburger. Wir haben uns mit dem zertifizierten Wanderguide Wolfgang Kinz aus Faistenau (Flachgau) unterhalten, was der Profi anders macht als etwa ein Freizeitwanderer.

Faistenau

Die Leidenschaft mit dem Beruf verbinden – das war der Traum von Wolfgang Kinz aus der Flachgauer Gemeinde Faistenau. Und so ließ sich der passionierte Wanderer 2016 zum Wanderführer ausbilden. Seitdem leitet er Touren in Österreich, Portugal, Spanien und Italien. Wie er sich auf seine Wanderungen vorbereitet und wie er zum Hype um das Wandern steht, verriet der 49-Jährige im Gespräch mit SALZBURG24.

Hoffnungslos verlaufen

Bereits 2006 kam Kinz bei einer Wanderung durch die Wüste Sinai die Idee, dass er „outdoor-mäßig“ etwas tun wolle. Er arbeitete damals in einem Helpcenter mit Burnout-Betroffenen und wollte die Therapie mit Wandern verbinden. „Das ist eine sehr gute Behandlungsform und wirkt sich sogar positiv auf Suizid-Patienten aus“, weiß der Flachgauer. Den finalen Anstoß gab dann eine Tour in Italien. „Wir haben uns damals hoffnungslos verlaufen und uns sind wirklich sämtliche Fehler unterlaufen, die man so machen kann“, erinnert sich Kinz. „Da war mir klar, dass man vielleicht mehr wissen sollte.“

 

Wanderguide in der Fuschlsee-Region

Seit seiner abgeschlossenen Ausbildung als zertifizierter Wanderführer darf Kinz auch offiziell Touren anbieten. Das tut er hauptsächlich in der Fuschlsee-Region. Der ansässige Tourismusverband bietet Touren für Gäste gratis an, die dann von mehreren Guides durchgeführt werden. „So gehe ich ein bis zweimal die Woche dieselbe Route. Aber es macht natürlich viel Spaß mit den Leuten, weil sie im Urlaub und daher meist gut gelaunt sind“, erzählt der Faistenauer. Selber bietet er auch Wanderungen in der Toskana, Portugal, auf den Kanaren oder Schneeschuh-Touren im Winter an.

Leute können sich auf Natur konzentrieren

Doch wofür einen Wanderführer buchen? Die Berge sind doch für alle zugänglich. „Die Leute ersparen sich viel Planung in der Vorbereitung. Viele sind ja auch nicht fit in Kartenkunde. Außerdem müssen sie sich keine Gedanken über Erste-Hilfe-Pakete  machen.“, so der Wanderguide. Die meisten Kunden seien auch nicht aus der Gegend und froh über diese Dienste. „So können sich die Leute voll und ganz auf die Natur und die Wanderung konzentrieren.“

 

Der Hype ums Wandern

Dass der Hype ums Wandern in den letzten Jahren immer größer geworden ist, begrüßt Kinz an und für sich schon. Allerdings warnt er Anfänger vor den typischen Fehlern: „Viele überschätzen sich selbst und gehen Touren, auf denen sie mit ihren Fähigkeiten nichts verloren haben“. Am besten solle man sich als Neuling in den Bergen an Wege halten oder erfahrenen Wanderern anschließen. „Viele gehen komme was wolle auf den Berg. Das ist ein fataler Fehler.“

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Gepostet von wanderguide.at am Dienstag, 27. April 2021

So bereitet sich der Profi vor

Beim Profi beginnt jeder Ausflug mit der Planung. „Je länger die Tour, desto früher fange ich an. Mit der Zeit gehe ich dann immer mehr ins Detail“, verrät Kinz. Wichtig sei auch, dass die Gruppe zur Tour passt. Das betrifft in erster Linie natürlich den Schwierigkeitsgrad. Wichtig sei aber auch das richtige Kartenmaterial und klarerweise ein Blick auf die Wetterprognose. „Ich habe auch immer einen Plan B parat, damit ich gegebenenfalls reagieren kann.“ Da sich der 49-Jährige auf keine Überraschungen einlassen will, geht er jede Tour erstmal alleine ab, bevor er Gruppen führt. „Das hat auch viel Positives. So musste ich mal mit meiner Frau nach Portugal, um mir vorab alles anzuschauen“, grinst Kinz. Mittlerweile bietet er auch schon selbst Ausbildungen zum Wanderführer an.

Empfohlene Ausrüstung

  • Knöchelhohe Wanderschuhe.
  • Sonnenschutz (Hut, Kappe oder Kopftuch, Sonnenbrille und Sonnencreme).
  • Regenschutz (in den Bergen kann das Wetter schnell umschlagen).
  • kleiner Tagesrucksack mit Jause und vor allem Wasser zum Trinken.
  • Bei Bedarf: Wanderstöcke.
  • Persönliche Medikamente gegen Allergien oder bei Diabetes.

Die Eigenheiten der Natur genießen

Selbst als Profi mit  unzähligen Wanderungen und Erlebnissen in den Beinen wird er nicht Berg-müde. „Ich mag es, achtsam durch die Natur zu wandern und ihre Eigenheiten zu genießen. Bei Sonne, Schnee und Regen“, philosophiert der Profi, der sich nach eigenen Angaben eher wie 40 statt 49 fühlt. Und seine Lieblings-Tour? „Das ist die Drei-Gipfel-Tour in Hintersee. Sie ist anspruchsvoll und außerdem ist wenig los.“

(Quelle: SALZBURG24)

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