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Zank um drei Esel: Skurriler Rechtsstreit beendet

Die Klägerin bei einem ihrer Besuche auf Gut Aiderbichl. Neumayr/ Archiv
Die Klägerin bei einem ihrer Besuche auf Gut Aiderbichl.

Fünf Verhandlungsrunden, unzählige Zeugen, und Aussagen, die weiter nicht auseinanderklaffen könnten: Am Bezirksgericht Salzburg ist am Donnerstagnachmittag der skurrile Rechtsstreit um drei Zwergesel zu Ende gegangen.

Ein Urteil gab es allerdings nicht, der Spruch der Richterin wird schriftlich ergehen. Und wie immer sie auch urteilen wird: Dass der Verlierer das Urteil in erster Instanz akzeptiert, gilt als unwahrscheinlich.

Wem gehören die Esel?

Beim Verfahren geht es um die Frage, wem die Tiere gehören. Eine Frau aus dem Mühlviertel hat den Tiergnadenhof Gut Aiderbichl in Henndorf auf Herausgabe der Tiere geklagt. Die 57-Jährige sieht sich als die rechtmäßige Besitzerin, Aiderbichl-Chef Michael Aufhauser denkt aber nicht daran, die Esel ziehen zu lassen. "Die Frau hat uns die Esel damals geschenkt. Wir sind weder ein Tierheim noch eine Tierpension. Wir sind ein Gnadenhof, wo die Tiere bis an ihr Lebensende bleiben." Es widerspreche den Statuten, die Esel zurückzugeben. G. habe sich früher bei Besuchen am Gut stets als "Schenkerin der Esel" vorgestellt.

Die Tierfreundin hatte im September 2007 zwei Zwergesel von einem Viehhändler frei gekauft. Weil sie für "Tina" und "Moritz" krankheitsbedingt nicht sorgen konnte, suchte sie für ihre beiden Schützlinge kurzfristig Asyl. Aufhauser erklärte sich damals bereit, die Tiere direkt vom Händler zu übernehmen. Auf Gut Aiderbichl kam kurz darauf auch Esel-Nachwuchs "Donna-Anna" zur Welt, das Trio entwickelte sich zu Publikumslieblingen.

Langjähriger Streit

Doch seit mehr als drei Jahren fordert G. nun "ihre" Tiere wieder zurück - und brachte im September 2011 schließlich Klage ein. Im Mühlviertel renovierte sie – laut ihrem Anwalt um 20.000 Euro - einen Stall. "Ich habe die Esel ja nicht gekauft, um sie zu verschenken. Ich habe jemanden gesucht, der mir die Tiere vorübergehend abnimmt", so G. gegenüber der APA. Sie muss das als Klägerin allerdings beweisen, einen Abtretungsvertrag oder andere schriftliche Vereinbarung mit Aufhauser gibt es nicht.

Zeugen sagen aus

Am Donnerstag berichtete ein Ehepaar im Zeugenstand allerdings unisono, wie G. im Jahre 2007 oder 2008 bei einem Tier-Patentreffen am Gut vom Aiderbichl-Chef vorgestellt wurde, vor Hunderten Menschen das Mikrofon in die Hand nahm, vom Schicksal der Esel erzählte und sich dabei mehrfach als Schenkerin der Tiere bezeichnete. "Das weiß ich noch so genau, weil sie im Dialekt gesprochen hat und das von Aufhauser ins Hochdeutsche übersetzt wurde, weil das nicht alle verstanden haben", sagte die Zeugin. "Daran kann ich mich zu 100 Prozent erinnern", bestätigte dann auch ihr Gatte - und zitierte etwas unpassend einen Spruch aus seiner Kindheit. "Geschenkt ist geschenkt, weggenommen ist in die Hölle gekommen."

Für ein wenig schiefe Optik sorgte allerdings, dass die zwei Zeugen - beide "bekennende Aiderbichler" - in Geschäftsverbindungen mit dem Gut stehen - wenn auch in äußerst bescheidenem Rahmen. Für Aufregung sorgte dann vielmehr, dass G. am Donnerstag im Verfahren bestritt, jemals bei einem Patentreffen von Aufhauser vorgestellt worden zu sein. "Ich war nur bei wenigen Patentreffen dabei, die habe ich eher gemieden."

Sie dementierte auch, sich gegenüber einer Angehörigen von Aiderbichl-Geschäftsführer Dieter Ehrengruber einmal als Schenkerin der Esel bezeichnet zu haben, als sie diese vor Jahren einmal mit dem Auto zurück ins Mühlviertel mitnahm. "Die Frau ist eine Märchentante. Alles was hier im Prozess bisher gesagt wurde, ist an den Haaren herbeigezogen."

Doch Aiderbichl-Chef Aufhauser versicherte der Richterin, er könne sich noch genau erinnern, die G. damals vor den Tierpaten gesprochen habe. "Sie hat die Geschichte der Esel erzählt und ich habe übersetzt: Von Originalton 'Süd' auf Originalton 'Nord'. Ich erinnere mich genau daran. Beim Leben aller meiner Tiere."

APA

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 14.10.2019 um 10:39 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/flachgau/zank-um-drei-esel-skurriler-rechtsstreit-beendet-42683506

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