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Zehn Jahre Hochwasserschutz in Salzburg

Salzburg feiert zehn Jahre Hochwasserschutz. "Jeder zehnte Salzburger profitiert seit 2002 von Maßnahmen zum Hochwasserschutz", so Landesrat Sepp Eisl bei den Feierlichkeiten am Dienstag.

Die Schreckensbilder aus den Überflutungsgebieten im Jahr 2002 haben viele Salzburgerinnen und Salzburger noch im Kopf. Wo man heute wieder gemütlich flaniert und spaziert, fuhren vor zehn Jahren Einsatzkräfte mit Feuerwehrbooten, um die Menschen in Sicherheit zu bringen oder sie mit dem Nötigsten zu versorgen. "Seither wurden in zehn Jahren 1.150 Projekte im Hochwasserschutz umgesetzt, damit werden 60.000 Bürgerinnen und Bürger zusätzlich geschützt", berichtete Wasserschutzreferent Landesrat Sepp Eisl am Dienstag.

331 Millionen Euro für die Sicherheit

Insgesamt wurden seit 2002 im Land Salzburg durch das Lebensministerium, Land und Gemeinden 115 Millionen Euro in den Hochwasserschutz und 226 Millionen Euro in die Bauten der Wildbach- und Lawinenverbauung investiert. Somit wurden insgesamt 331 Millionen Euro in die Sicherheit der Salzburgerinnen und Salzburger eingesetzt. Zur Veranschaulichung: 331 Millionen Euro in 500er-Scheinen gestapelt würden das Hotel Europa um acht Meter überragen. 160 Millionen Euro an Gesamtschaden gab es alleine beim Hochwasser 2002. 33 Millionen Euro wurden 2002 für rund 7.000 Schadensfälle aus dem Katastrophenfonds ausbezahlt. Zu den Maßnahmen zählen auch 30 Kilometer Flussaufweitungen, das heißt, Sicherheit und Ökologie gehen Hand in Hand.

Herausforderungen mit Bravour bestanden

"Die vergangenen zehn Jahre waren für das Naturgefahrenmanagement in Österreich eine besondere Herausforderung und Chance zugleich", so Umweltminister Dipl.-Ing. Nikolaus Berlakovich anlässlich zehn Jahre Hochwasserkatastrophe 2002. "Die Bewältigung der für unsere Empfindungen immer häufiger und wuchtiger auftretenden Naturkatastrophen – vor allem die von 2002 und 2005 – erforderten den Zusammenhalt aller Salzburgerinnen und Salzburger. Mit Bravour haben sie diese Herausforderungen bestanden. Die geleisteten freiwilligen Dienste und die Nachbarschaftshilfe über Ländergrenzen hinweg sind noch in bester Erinnerung und verdienen Anerkennung und Dank auch Jahre danach. Das Lebensministerium hat sich im Bundesland Salzburg besonders engagiert und konnte mit dem Einsatz von 220 Millionen Euro an Bundesgeldern viele wichtige Projekte gemeinsam mit dem Land Salzburg und den Gemeinden erfolgreich umsetzen. Diese Investitionen zum Schutz vor Naturgefahren sind Investitionen in die Sicherheit der Bevölkerung."

Eisl: Schrecken ist Optimismus gewichen

"Das Hochwasser 2002 hat uns gezeigt, wie unvorhersehbar und schnell eine Hochwasserkatastrophe die Menschen treffen kann", betonte Landesrat Eisl. "Hunderte von Bürgerinnen und Bürgern verloren damals ihr Hab und Gut in den Fluten. Damals stand für mich fest, dass wir weiterhin in den Hochwasserschutz verstärkt investieren müssen. Die Sicherheit der Menschen hat oberste Priorität. Von dieser Sicherheitsoffensive in Salzburg seit 2002 profitiert jeder zehnte Salzburger persönlich."

Hochwasserschutz gegen Leid und Verzweiflung

"Es waren für mich auch persönlich Momente, die ich nie vergessen werde", so Eisl weiter. "Als wir den Stille-Nacht-Bezirk in Oberndorf evakuieren mussten, war das Leid und die Verzweiflung der Menschen greifbar. In den darauf folgenden zehn Jahren ist es uns gelungen, mit vereinten Kräften mehr Sicherheit für die Menschen zu schaffen und vor allem viele Projekte umzusetzen, zum Beispiel die großen Projekte in Mittersill, Golling, Kuchl, Thalgau und in der Stadt Salzburg." Es sei beeindruckend, was durch das Engagement vieler möglich wurde, unterstrich Eisl, der sich bei den Einsatzkräften von damals, den Grundeigentümern, den Genossenschaften, den Unternehmen, den Bürgermeistern, den Gemeinden und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei der Wasserbauverwaltung sowie der Wildbach- und Lawinenverbauung bedankte. Im Lauf der Projekte sei eine Trendumkehr geschafft worden. "In der Vergangenheit wurden Flüsse begradigt und kanalartig verbaut. Jetzt werden bei Hochwassermaßnahmen den Flüssen Lebensräume zurückgegeben, die Sicherheit weiter erhöht und vor allem für die Natur eine positive Wirkung erreicht", sagte Eisl.
(Quelle: S24)

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