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Wenn Hobby zum Beruf wird

Florian Keuschnigg (19) ist Salzburgs jüngster Musiklehrer

Oberalmer Posaunist unterrichtet am Musikum St. Michael

Florian Keuschnigg SALZBURG24/Naderer
Der 19-jährige Florian Keuschnigg besuchte die SALZBURG24-Redaktion.

Er ist der jüngste Musiklehrer in Salzburg – der 19-jährige Florian Keuschnigg unterrichtet ab Herbst dieses Jahres am Musikum St. Michael im Lungau Posaune. Wir haben ihn zum Interview in die Redaktion eingeladen – und uns von seinem Können und seiner Liebe zur Musik überzeugt.

Oberalm, Sankt Michael im Lungau

Im Alter von elf Jahren hatte er zum ersten Mal eine Posaune in der Hand – heute, gerade einmal acht Jahre später, ist er Salzburgs jüngster Musiklehrer: Florian Keuschnigg aus Oberalm (Tennengau) unterrichtet ab 19. September im Musikum in St. Michael im Lungau Posaune. Der Student gibt dort an einem Tag in der Woche insgesamt acht Schüler:innen sein Wissen weiter. „Ich freue mich schon sehr darauf. Auch wenn ich schon immer irgendwann mal unterrichten wollte, wird das eine ganz neue Herausforderung für mich werden“, sagt der 19-Jährige im Interview mit SALZBURG24.

Florian Keuschnigg SALZBURG24/Naderer
Florian Keuschnigg im Interview mit SALZBURG24-Chefredakteurin Nicole Schuchter.

Mentales Training im Musikunterricht

Als allererstes wolle er seine Schützlinge einfach kennenlernen. „Es gibt sicherlich einiges zu tun, da ein paar vor dem bronzenen Leistungsabzeichen stehen und einer sogar vor dem Silbernen. Ich möchte sie für die Prüfungen im Juni gut vorbereiten. Aber jetzt heißt es erstmal, sie dort abzuholen, wo sie stehen“, sagt Keuschnigg. Was er seinen Schüler:innen aber unbedingt mitgeben will: „Dass sie sich nicht verkopfen müssen.“ Das Wichtigste für Musiker:innen sei es, dass sie sich beim Spielen wohlfühlen – und das kommt von innen. So fänden mentale Übungen, die etwa im Sportbereich inzwischen schon seit Jahren eingesetzt werden, erst langsam Anklang in der Musik. „Der mentale Bereich interessiert mich sehr und das möchte ich auch in meiner Arbeit als Musiklehrer einfließen lassen.“

 

Keuschnigg: "Ohne Erwartungen beworben"

Wirklich gerechnet mit der Stelle als Posaunenlehrer im Musikum hat Keuschnigg nicht, wie er verrät. Der entscheidende Tipp kam von einem Studienkollegen. „Daraufhin habe ich mich zum Hearing angemeldet und wurde prompt eingeladen. Allerdings bin ich da völlig ohne Erwartungen hin, da ich davon ausging, dass es eher bei einem Erfahrungswert bleibt“, schmunzelt der 19-Jährige. Jetzt ist ihm die Karenzstelle zumindest für die kommenden eineinhalb Jahre fix. Den Unterrichtstag in St. Michael könne er „sehr gut“ mit seinem Studium an der Gustav-Mahler-Privatuniversität in Klagenfurt, wo er seit einem Jahr Instrumental- und Gesangspädagogik (IGP) studiert, verbinden, sagt er. „Und am Wochenende geht es heim nach Oberalm.“

"Die Posaune kann alle Stile"

Denn auch da ist Keuschnigg, der schon mit 14 Jahren zum Vorstudium an die Bruckner-Universität nach Linz ging, musikalisch verbandelt. So spielt er in Salzburg noch in verschiedenen Formationen – wie zum Beispiel bei einer Tanzlmusi oder einer Big Band. „Mit der Posaune sind alle Stile möglich, von Klassik bis hin zur Volksmusik. Und das ist auch ein Grund, warum ich mich für dieses Instrument entschieden habe“, so Keuschnigg, der sich im Alter von sieben Jahren bereits das Spielen auf dem Tenorhorn aneignete. Die Musik und deren Vielseitigkeit wurden dem Tennengauer, der privat am liebsten Musik aus den 1980er hört, regelrecht in die Wiege gelegt. So war sein Großvater Teil der legendären „Keuschnigg-Buam“, sein Vater Armin ist Tennengauer Bezirksobmann beim Salzburger Blasmusikverband, als Kapellmeister aktiv und als Organisator des Palmklang-Festivals in Oberalm bekannt.

Klarinettisten als Vorbilder

Seine größten Vorbilder sind übrigens zwei Klarinettisten: Der Bad Vigauner Matthias Schorn (39) ist seit 2007 Soloklarinettist an der Wiener Staatsoper und bei den Wiener Philharmonikern. Und Florian Tiefenbacher. „Das ist mein Musi-Papa von der Oberalmer Trachtenmusikkapelle. Er hat mich immer gefördert und ist immer hinter mir gestanden“, strahlt der 19-Jährige.

Wo er sich in fünf Jahren sieht? „Als Musiklehrer und in einem Orchester.“ Demnächst wolle er an der Uni außerdem noch Posaune als Konzertfach belegen. „Das eigene Hobby tatsächlich zum Beruf machen zu dürfen, ist etwas sehr Schönes und das können nicht viele sagen“, zeigt sich der Oberalmer dankbar.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 24.09.2022 um 07:16 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/florian-keuschnigg-ist-salzburgs-juengster-musiklehrer-126712864

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