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Flüchtlinge - Großteil will weiterreisen, kaum Asylanträge

Die meisten Flüchtlinge wollen offenbar weiter nach Deutschland. APA/EPA/NICOLAS ARMER
epa04914158 Refugees walk after arriving at the centrail station in Munich, Germany, 05 September 2015. Germany was expecting 10,000 arrivals out of Hungary now that Hungary has allowed migrants held up there to travel further west after they had suffered days of ordeal in Hungary. Many of them, mostly Syrian refugees, are presumed to immediately continue their journey onwards to Germany after receving initial care in Austria. EPA/NICOLAS ARMER

Der Großteil jener Flüchtlinge, die seit der Nacht von Ungarn nach Österreich kommen, wollen weiterreisen, vorwiegend nach Deutschland. Bis jetzt hätten etwa zehn Flüchtlinge in Österreich um Asyl angesucht, berichtete Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) Samstagvormittag in einer Aussendung.

Mehr als 3.000 Flüchtlinge hätten in der letzten Nacht Österreich erreicht. "Im Vordergrund all unserer Überlegungen steht derzeit die Gesundheit und die Versorgung dieser Menschen - die schon mehr als genug Schreckliches erleben mussten", betonte Mikl-Leitner. Die österreichische Polizei handle "nach dem Prinzip der Verhältnismäßigkeit", bekräftigte die Ministerin.

Kanzler Faymann gibt keine Prognosen

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) kann nicht sagen, wie lange die "Ausnahmesituation" mit der offenen Grenze Richtung Ungarn noch andauern wird. Im Gespräch mit Journalisten am Rande des SPÖ-Themenrats konnte er auch nicht genau beziffern, wie viele Flüchtlinge er in den kommenden Tagen erwarte bzw. wie viele von diesen in Österreich bleiben wollten. Einmal mehr Druck machte der Kanzler Richtung EU. Sobald wie möglich wünscht sich Faymann einen Sondergipfel, wie es bei Griechenland ja auch funktioniert habe: "Damals ist es um den Zusammenbruch der Banken gegangen. Jetzt geht es um den Zusammenbruch der Menschlichkeit in Europa."

Mikl-Leitner fordert EU zum Handeln auf

Jetzt müsse "Gesamteuropa aufwachen", forderte Mikl-Leitner. "Die Träumereien müssen jetzt vorbei sein." Wer noch immer meine, mit einem Ausstieg aus der Europäischen Union oder mit einem Stacheldrahtzaun rund um Österreich sei das Problem gelöst, "der irrt", erklärte Mikl-Leitner. Es brauche mehr Europa. "Wir müssen dringend die Situation in den Flüchtlingslagern in der Krisenregion massiv verbessern. Wir müssen die Ursachen angehen, sonst wird sich nichts ändern."

 

(APA)

(Quelle: S24)

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