Jetzt Live
Startseite Salzburg
Salzburg

Flüchtlingsdrama auf A4: Identifikation der Toten schwierige Aufgabe

: Blumen und Kerzen, die zum Gedenken an die tot in einem Lkw aufgefundenen Flüchtlinge vor die Polizeidirektion Eisenstadt gelegt wurden. APA/HANS PUNZ
ABD0125_20150827 - EISENSTADT - ?STERREICH: Blumen und Kerzen, die zum Gedenken an die tot in einem Lkw aufgefundenen Fl?chtlinge am Donnerstag, 27. August 2015, vor die Polizeidirektion Eisenstadt gelegt wurden. In dem auf einem Pannenstreifen auf der A4 in der N?he von Parndorf (Bezirk Neusiedl am See) abgestellten Lastwagen d?rften mindestens 30 Fl?chtlinge ums Leben gekommen sein. - FOTO: APA/HANS PUNZ

Die Identifikation der mehr als 70 Toten, die in einem Lkw auf der A4 entdeckt worden sind, stellt eine besondere Herausforderung für die damit betrauten Wiener Gerichtsmediziner dar. Wie die Leiterin der Gerichtsmedizin Salzburg, Edith Tutsch-Bauer, dazu am Freitag im Gespräch mit der APA erklärte, reichen mitgeführte Ausweise und Dokumente zur Identifikation der Toten in der Regel nicht aus.

"Es könnte ja jemand fremde Papiere eingesteckt haben", gab Tutsch-Bauer zu bedenken. Auch anhand von Kleidungsbeschreibungen sei in der Regel keine Identifizierung möglich. Eine klare Zuordnung könne nur über DNA-Profile oder Zahnschemata erreicht werden: "Dazu ist aber Vergleichsmaterial notwendig."

Identifikation durch Operationsnarben

Aus welchen Ländern die Opfer der Flüchtlingskatastrophe auch immer kommen mögen: Sie gehe nicht davon aus, dass es dort zahnärztliche Aufzeichnungen gibt, sagte Tutsch-Bauer. "Vor allem bei jüngeren Menschen liegen oft auch keine Zahnarbeiten vor." Seien weder Zahnschema noch DNA verfügbar, könne bei der Identifizierung von Toten eine Kombination aus mehreren Merkmalen helfen, die für sich alleine stehend nur wenig Aussagekraft hätten: "Tätowierungen etwa, oder Operationsnarben".

Derzeit kein Hilfeansuchen aus Wien

Im konkreten Fall müsse der zuständige Wiener Gerichtsmediziner Daniele Risser festlegen, wie umfangreich obduziert wird. "Er hat die Verantwortung und die Organisation inne. Und er kann bei Bedarf auch Unterstützung anderer Rechtsmediziner anforderten", meinte Tutsch-Bauer. Ein Hilfsansuchen aus Wien nach Salzburg gebe es derzeit aber nicht.

(APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 11.04.2021 um 07:45 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/fluechtlingsdrama-auf-a4-identifikation-der-toten-schwierige-aufgabe-48198829

Kommentare

Mehr zum Thema