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Manöver über Siedlungsgebiet

Flughafen: Anrainer fordern Ende der "Spaßflieger"

Salzburg Airport als Frachtflughafen?

20131129_PD1920.HR.jpg APA/Barbara Gindl/Archiv
Der Anrainerschutzverband fordert ein Ende der Sportflieger und eine Reduktion der kommerziellen Flüge am Airport Salzburg. 

Über massive Lärmbelästigung und eine Zunahme der Flugbewegungen klagt Michael Lederer, neuer Obmann des Anrainerschutzverband Salzburg Airport (ASA). Er ortet außerdem Ambitionen, den Salzburger Flughafen in einen Frachtflughafen zu verwandeln. Dem widerspricht der Flughafen entschieden und verweist zudem auf einen Rückgang bei den Flugbewegungen.

Wals-Siezenheim, Salzburg

Michael Lederer übernahm im Dezember des Vorjahres den ASA von seinem Vorgänger Günter Oblasser. Er vertritt nun rund 250 Mitglieder und wünscht sich "ein friedliches, ruhiges Leben für die Anwohner". Ein besonderer Dorn im Auge (oder Ohr) sind ihm dabei einmotorige Sportflugzeuge, die in geringer Höhe gerade am Wochenende immer wieder Runden über dem Siedlungsgebiet ziehen würden.

Kritik an Sportflieger über Siedlungsgebiet

"Einmotorige Spaßflieger ohne Schalldämmung drehen zehn Runden innerhalb einer Stunde über dem Siedlungsgebiet. Das macht keinen Sinn, es handelt sich hier lediglich um Umweltzerstörung und Gesundheitsbelastung“, führt der ASA-Vorstand im Gespräch mit SALZBURG24 aus. Jährlich würden etwa 40.000 Flugbewegungen bei den Sportfliegern verzeichnet. Gerade am Wochenende sei die Belastung sehr hoch. Lederer ortet zudem vermehrte Starts und Landungen kommerzieller Maschinen.

Rückgang bei Zahl der Flugbewegungen

Dem widerspricht Alexander Klaus, Leiter der Pressestelle am Flughafen Salzburg, entschieden. So soll die Zahl der kommerziellen Flugbewegungen von 2009 (19.400) auf 2018 (18.400) um rund 1.000 Maschinen jährlich zurückgegangen sein. Die 40.000 Flugbewegungen bei den Sportfliegern komme bei so genannten Touch-and-Go-Manövern während Schulungsflügen zustande. "Gerade während der Ausbildung müssen Start und Landung geübt werden. Da kann es vorkommen, dass innerhalb einer Stunde mehrmals diese Manöver geflogen werden", erklärt Klaus. Jeder Bodenkontakt werde dann als Flugbewegung gezählt.

 

Der Flughafen sei hier zudem der falsche Ansprechpartner, da lediglich die Infrastruktur zum Fliegen zur Verfügung gestellt wird. Für Einschränkungen im Flugverkehr sei die Austro Control zuständig.

 

Flughafen nicht für Flugrouten zuständig

"Wir stehen in regem Austausch, auch mit dem ASA, der im BürgerInnenbeirat Mitglied ist. Unsere Aufgabe ist es, eine Vermittlerposition einzunehmen. Aber, wir sind nicht diejenigen, die Flugrouten bestimmen oder die Flugzeuge führen", so Alexander Klaus gegenüber S24. Sollten sich Anwohner durch einzelne Piloten gestört fühlen, bestehe laut Klaus die Möglichkeit, Anzeige gegen diese zu erstatten. Dazu müsse man einfach Uhrzeit und Merkmale des Flugzeuges notieren und bei der Behörde Anzeige erstatten.

Salzburg Airport als Frachtflughafen?

Die Kritik von Michael Lederer geht allerdings noch weiter. Er ortet Ambitionen, den Salzburger Flughafen um einen Frachtflughafen zu erweitern. Grund für diese Annahme ist die Neuanschaffung eines Cargolifters, der zum Beladen von Flugzeugen verwendet wird: "So einen braucht man nicht für Charter- oder Passagierflieger. Das ist eine Aufrüstung für einen Frachtflughafen", ist sich Lederer sicher.

 

Elektro-Cargolifter als Umweltmaßnahme

Auch hier weist Klaus die Vorwürfe zurück: "Das ist lächerlich. Um dies umzusetzen bräuchte man ein eigenes Vorfeld." Abgesehen von der fehlenden Fracht-Infrastruktur sei die Anschaffung des Elektro-Cargolifters aus Umweltgründen geschehen. Der Flughafen Salzburg verfolgt das Ziel, bis 2050 CO2-neutral zu werden. "Hier wird man kritisiert, weil man aus Umweltgründen ein neues Gerät anschafft", wundert sich Klaus.

Der ASA hält dennoch an seiner Kritik fest und fordert eine starke Reduktion kommerzieller Flüge sowie das Ende der Sportflieger. „Lärm macht krank“, begründet Lederer seine Forderungen. Klaus hingegen verweist auf die Rolle des Flughafens als reine Infrastruktur ohne die Möglichkeit, Flüge verbieten zu können.

(Quelle: SALZBURG24)

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