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Bis 2050

Flughafen Salzburg will CO2-neutral werden

Flughafen, Airport, Salzburg, SB APA/BARBARA GINDL
Der Flughafen Salzburg will seinen CO2-Ausstoß auf null senken.  (ARCHIVBILD)

Österreichs Verkehrsflughäfen verpassen sich einen grünen Anstrich. Sie wollen spätestens ab 2050 kein CO2 mehr ausstoßen und so ihren Beitrag gegen den Klimawandel leisten. In Salzburg werden bereits stetig Maßnahmen gesetzt: Dort ist man sich sicher, dass sich die CO2-Neutralität bis 2050 ausgeht.

Gegenüber SALZBURG24 erklärt Sprecher Alexander Klaus, dass der Flughafen Salzburg bereits zwei Zertifizierungen besitzt, die eine ständige Entwicklung zu Gunsten des Klimaschutzes und eine Reduzierung des Energieverbrauchs verlangen. Das ist einmal die Umweltmanagementnorm ISO14001 und ISO 50001, die Vorgaben für ein systematisches Energiemanagement liefert.

Klimaplan nur für Bodenmanagement

"Diese Maßnahmen umfassen Umstellungen in Arbeitsabläufen, von Materialien und Neuanschaffungen", schildert Klaus. Als Beispiel nennt er die Umstellung der Pistenbefeuerung von Halogen auf LED. 25 Prozent des jährlichen Elektroaufkommens für die Piste könne man damit einsparen. Zudem bestehen 37 Prozent der Flughafen-Flotte bereits aus E-Fahrzeugen.

Für die Airlines, wo das meiste CO2 anfällt, gilt dieses Ziel jedoch nicht. Laut Klaus müsse man das Thema von zwei Seiten betrachten: Der am Boden und jener in der Luft. Er weist darauf hin, dass Airlines wie Lufthansa und Easyjet  – beide fliegen ab Salzburg – sich ähnliche Ziele gesetzt hätten.

Energieversorgung als großer CO2-Verursacher

Verfolgt wird das CO2-Ziel von der Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Verkehrsflughäfen (AÖV), der die sechs heimischen Airports Wien, Graz, Linz, Innsbruck, Klagenfurt und Salzburg angehören. Zu den größten CO2-Verursachern eines Flughafens zählen Wärme- und Energieversorgung, Gebäudetechnik, Fuhrpark sowie die Beleuchtung des Vorfelds und der Start- und Landesbahnen.

Kritiker sprechen von "Greenwashing"

Für Kritiker ist dies ein Paradebeispiel für sogenanntes "Greenwashing". Die Umweltschutzorganisation "System Change, not Climate Change" kritisiert, dass der Flughafen so tue, als hätten die CO2-Emissionen der Flugzeuge nichts mit dem Flughafen zu tun. "Das ist, als würde man behaupten, eine Autobahn hat nichts mit Autoverkehr zu tun."

Emissionen in 10.000 Metern Höhe schädlicher

Eine 2015 vom Laboratorium für Umweltanalytik für den Wiener Airport durchgeführte Berechnung zeigt, dass der Flugverkehr mit 78 Prozent den größten Anteil an den CO2- Emissionen aufweist. Von der Flughafen Wien AG direkt beeinflussbar sind demnach nur rund 11 Prozent der CO2-Emissionen, wobei der Großteil auf die Energieversorgung entfällt.

Fliegen gilt als die energieintensivste Transportform. Der kommerzielle Luftverkehr hat 2018 laut ICCT-Schätzungen rund 918 Millionen Tonnen CO2 emittiert. Das entspricht 2,5 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Allerdings ist laut Studien der Klimaeffekt aufgrund der Flughöhe höher. Vereinfacht gesagt: Emissionen in 10.000 Metern Höhe sind klimaschädlicher als am Boden.

(Quelle: SALZBURG24/APA)

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