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Wetterphänomen

So entsteht Föhn

Alpen haben Hauptrolle

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Der Föhn bringt mildes Wetter und freie Sicht auf den Untersberg. (ARCHIVBILD)

Der Föhn hat Salzburg seit Montag fest im Griff – noch bis Freitag sollen Wind und Wärme anhalten. Wir haben nachgefragt, wie das Phänomen Föhn überhaupt entsteht und welche Voraussetzungen es dafür braucht.

Temperaturen von mehr als 10 Grad beschert uns der Föhn eine Woche vor Weihnachten. Meteorologe Steffen Dietz vom Wetterdienst UBIMET schildert im Gespräch mit SALZBURG24, welchen massiven Einfluss das Phänomen auf die Temperaturen haben kann: „In Bad Gastein hatten wir innerhalb von zwei Stunden einen Anstieg von -2 Grad in der Früh auf +10 am Vormittag (9.30 Uhr). Die Luftfeuchtigkeit hat sich von 85 auf 40 Prozent verringert.“ Der Föhn hat also in kürzester Zeit die Temperatur um zwölf Grad ansteigen lassen.

 

Alpen als Voraussetzung für Föhn

Letztere spielt bei der Entstehung von Föhn eine entscheidende Rolle, ebenso die geografischen Gegebenheiten. Der Wind kann nur entstehen, wenn es ein großes Hindernis gibt, dass quer zur eigentlichen Windströmung liegt. „In unserem Fall sind das die Alpen. Wir haben eine ausgeprägte Strömung, die entweder von Süd nach Nord oder von Nord nach Süd geht. Und wenn im rechten Winkel eine Gebirgskette liegt, dann wirkt das wie eine große Wetterscheide.“

Föhn APA

Luft beschleunigt beim Fallen

Auf der einen Seite stauen sich dort die Wolken und es gibt Niederschlag. Auf der windabgewandten Seite – aktuell weht der Wind von Süd nach Nord, also der Nordseite – gibt es dann Föhn. Salzburg ist im Moment von Südföhn betroffen. Auf der Südseite wird die Luft regelrecht „ausgepresst“. Durch den Niederschlag wird sie trockener und steigt anschließend auf. Dabei kühlt sie ab, aber langsamer, als sie sich auf der Nordseite anschließend beim Absteigen wieder erwärmt. Beim Fallen beschleunigt sie daher – es kommt zu Föhn, der deshalb auch Fallwind genannt wird. „Die Erwärmung ist schneller, umso trockener die Luft ist“, ergänzt Dietz.

Die Windstärke hängt vom Luftdruck ab. Feuchte Luft hat einen höheren Druck als trockene. Je größer nun der Unterschied zwischen den beiden ist, desto stärker ist der Wind.

"Föhn hat immer zwei Gesichter"

Ein solches Föhnereignis dauert im Schnitt etwa ein bis zwei Tage, manchmal auch länger. Das hängt davon ab, wann sich die Wetterlage einstellt und eine Kaltfront anrückt, die den Föhn einbrechen lässt. Wie warm es wird hängt einerseits von der Temperatur im Süden ab, denn von dort kommt die Luftströmung zu uns. Andererseits davon, wie stark die einzelnen Luftschichten durchgemischt werden. Je höher die Durchmischung, desto wärmer wird es.

Laut Dietz ist der Südföhn in Salzburg häufiger als der Nordföhn. Doch auch der kommt vor. Dann ist es im Lungau bewölkt und um restlichen Bundesland regnet oder schneit es. „Der Föhn hat also immer zwei Gesichter.“

(Quelle: SALZBURG24)

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