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Offen bis 4.00 Uhr

FPÖ fordert "alte" Sperrstunde für Clubs

Freiheitliche Partei startet Initiative für Nachtgastro

Glas Wein, Nachtlokal, ausgehen, Alkohol, Glas, SB Pixabay
Die Sperrstunde gilt nach wie vor bis 1.00 Uhr morgens. (SYMBOLBILD)

"Jede Minute zählt", sagt die FPÖ Salzburg und stellt sich damit auf die Seite der Nachtgastronomen. Gemeinsam mit Simon Schnell, Inhaber vom Lokal "Die Tenne" in Wagrain (Pongau), sprach die Partei in der heutigen Pressekonferenz von den Forderungen an die Politik.

Speziell die Abend- und Nachtgastronomie kämpft sich derzeit durch die Corona-Pandemie. Neben den strengen Auflagen gilt derzeit immer noch: Sperrstunde um 1.00 Uhr. Clubs der Nachtszene, haben – wie berichtet – noch immer geschlossen.

FPÖ Salzburg auf der Seite der Nachtgastro

Die Freiheitliche Partei Salzburg (FPÖ) stellt sich nun auf die Seite der Nachtgastronomen. Gemeinsam mit dem Pongauer Gastronom Simon Schnell will die Partei ein Zeichen setzen.

Jede Minute zählt Pressekonferenz FPÖ FPÖ Salzburg

Bei der am Freitagvormittag abgehaltenen Pressekonferenz unter dem Motto „Jede Minute zählt“ sagt Schnell: „Jede Minute, in der wir nicht wissen, wann und ob es für uns weitergeht, kostet Geld und Existenzen. Jede Minute hingegen, die wir länger geöffnet haben dürfen, bringt uns aber die Umsätze, die uns wiederum unsere Existenz und die unserer Mitarbeiter sichern.“

Das fordert die Freiheitliche Partei Salzburg

Aber was fordert die Partei nun genau? Zuallererst nennt Schnell die Ausweitung der Sperrstunde auf 4.00 Uhr morgens. Also so, wie es vor der Corona-Pandemie der Fall war. Auch wolle man die aktuelle Covid-Sperrstundenregelung (derzeit bis 1.00 Uhr) überprüfen. Diese würde in ihrer Ausführung als Verordnung deutliche Fehler aufweisen. „Wir werden rechtliche Möglichkeiten abklären und gegebenenfalls einen Individualantrag an den Verfassungsgerichtshof richten“, so Schnell.

In diesem Zuge möchte die Freiheitliche Partei auch die – noch vor Corona-Zeiten – gültige Sperrstunde mit 4.00 Uhr prüfen. Man müsse schauen, ob diese überhaupt noch zeitgemäß ist.

Die zweite Forderung ist die Fixkostenübernahme von 100 Prozent, denn: „Für viele Wirte ist die Übernahme von 75 Prozent nicht ausreichend. Hier braucht es eine Regelung für besondere Härtefälle“.

Kritik an das Krisenmanagement

Schnell kommentiert das Krisenmanagement in der Gastro: „Es macht für uns den Anschein, als ob die Regierung ohne Zeitvorgabe und Ziel einfach stur drauf losfährt. Die Augen schließt und hofft, dass alles gut geht“.

Von den Branchenvertretern fühle man sich indes nur wenig verstanden und vertreten. Bei der Wirtschaftskammer Salzburg war auf Anfrage von SALZBURG24 für eine Stellungnahme Freitagnachmittag niemand erreichbar.

(Quelle: SALZBURG24)

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Corona gibt Salzburger Clubszene Todesstoß

tanzen, Nachtclub, Party, feiern, SB Pixabay/CC0
(SYMBOLBILD)

Die Nachtszene in Salzburg steht auch weiterhin vor großen Herausforderungen. Bianca Vesely, Event-Veranstalterin von Electronic Motion und Betriebsleiterin eines Clubs, erzählt im SALZBURG24-Gespräch, welche Kosten durch die Corona-Krise zu stemmen sind und warum das Virus der kulturellen Underground-Szene den Todesstoß gibt.

Für eine kurze Zeit gab es Hoffnung auf eine baldige Lockerung für Nachtlokale und Clubs sowie eine Verlängerung der Sperrstunde bis 4 Uhr ab 1. August. Doch seit gestern ist es Gewissheit. Statt eines Lösungspakets verkündet das Gesundheitsministerium: Die Nachtgastronomie bleibt weiterhin geschlossen. Es bleibt also alles so, wie bisher. Grund sind die gestiegenen Infektionszahlen – wie am Mittwoch berichtet.

 

Das weitere Verschieben der Lockerung für die Nachtgastronomie ist für Lokalbesitzer keineswegs einfach. Bianca Vesely von Electronic Motion und Betriebsleiterin der Kantine Salzburg erzählt im SALZBURG24-Gespräch, wie es um die Clubs und Diskos steht: "Wir müssen uns alle darauf einstellen, dass das noch länger andauern wird. Ich gehe davon aus, dass die Sperre bis Ende des Jahres gilt." Auch gehe für sie die Sicherheit vor: "Ich rede zwar gegen mein eigenes Geschäft, aber die Maßnahmen sind notwendig. Ich könnte es aus rein ethischen Gründen nicht mit mir vereinbaren, mein Lokal aufzusperren."

Corona gibt kultureller Underground-Szene den Todesstoß

Viele der Lokalbesitzer in Salzburg hätten sich ein anderes Konzept zurechtgelegt und auch umgesetzt. Doch für die Kantine sei das nicht möglich. "Junge Leute kommen um 22 Uhr, tanzen, feiern und gehen um 4 Uhr nachhause. Für uns gibt es keinen Plan B", ist sich Vesely klar. Die kulturelle Underground-Szene habe bereits vor Corona Schwierigkeiten gehabt. "Das Virus gab ihr den Todesstoß."

Aber nicht nur aufgrund der Zielgruppe, wäre es nicht denkbar, sich ein anders Konzept zu überlegen. Auch finanziell wäre es keineswegs rentabel: "Insgesamt zahle ich 50.000 Euro im Monat. Viele sehen nicht, dass mehr zu bezahlen ist, als bloß die Miete." Die Kantine sei aber im Vergleich zu anderen noch ein kleiner und deshalb günstiger Club. Nachtlokale mitten in der Stadt würden um einiges mehr zahlen. "Und Salzburg ist ja ohnehin ein teures Pflaster", weiß die Leiterin.

"Wir werden im Regen stehen gelassen"

Auf mehr Hilfe aus der Politik können die Lokalbesitzer weiterhin nur hoffen. "Wir werden im Regen stehen gelassen", sagt Vesely und wünscht sich, dass den Gastronomen mehr unter die Arme gegriffen wird.

Dies fordert auch Ernst Pühringer, Fachgruppenobmann in der Wirtschaftskammer Salzburg, in einer Aussendung: "Es ist unbedingt notwendig, dass für den Betrieb relevante Fixkosten vom Staat übernommen werden." Ansonsten stehe im Herbst eine Pleitewelle bevor und es werde in der Folge viele Lokale gar nicht mehr geben. "Die Betriebe sind Teil der Kultur in den Städten und Gemeinden. Es wäre ein unermesslicher Schaden, wenn diese Institutionen des gesellschaftlichen Lebens und der Gastlichkeit verloren gehen würden", resümiert er.

Aufgerufen am 04.08.2020 um 04:22 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/fpoe-salzburg-fordert-sperrstunde-um-4-00-uhr-zurueck-90890938

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