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Änderungen im Überblick

Neues Konzept für Salzburger Frauenhäuser

Hilfe für Gewaltopfer in allen Bezirken

Mit Schutzwohnungen in allen Salzburger Bezirken soll von Gewalt betroffenen Frauen künftig geholfen werden. Bei der Neuvergabe der Frauenhäuser setzte sich die Bietergemeinschaft "Viele gGmbH" und "Jugend am Werk" durch, die ab 1. Juli mit dem neuen Konzept an den Start gehen.

Nach dem politischen Wirbel wegen der EU-weiten Ausschreibung rund um die Vergabe der Frauenhäuser ist nun die Entscheidung fixiert: Eine Bietergemeinschaft vom Verein "Viele" gemeinsam mit "Jugend am Werk" hat den Zuschlag bekommen. Ab 1. Juli wird sie das Gewaltschutzkonzept für Salzburgs Frauenhäuser übernehmen und soll es dabei auch maßgeblich weiterentwickeln.

Schutzwohnungen in allen Bezirken

"Wir bieten mit diesen zwei kompetenten, in Salzburg bestens vernetzten und verwurzelten Institutionen flächendeckend, flexibel und zeitgemäß Gewaltschutz für Frauen und ihre Kinder“, sagt Frauenlandesrätin Andrea Klambauer (NEOS). "Durch die Übergangswohnungen der Caritas und auch durch die mobile Betreuung der Bestbieter werden wir den Frauen helfen, wieder ins eigene Leben hineinzufinden." Für schwer traumatisierte Frauen werde weiterhin eine 24-stündige Hochrisikobetreuung zur Verfügung stehen.

Gewaltschutzkonzept im Überblick

  • Hilfe für Gewaltopfer künftig an acht Standorten im ganzen Bundesland
  • insgesamt 37 Plätze in Schutzunterkünften, inklusive der weitergeführten fünf Plätze im Frauenhaus Pinzgau
  • bis Ende Oktober 2021 zusätzlich 35 Plätze in Übergangswohnungen
  • umfangreiches stationäres wie auch ambulantes Betreuungsangebot
  • Beratung von Gewaltopfern in 26 Sprachen
  • an den Bedürfnissen der Frauen und Kinder orientiert
  • mehr Sicherheitsstufen und umfassende Risikoanalyse
  • jährliches Budget von 1,6 Millionen Euro bleibt erhalten
  • 143.000 Euro Übergangsförderung für Schutzunterkünfte

"Eigenständigkeit der Frauen wird gestärkt"

"Nicht alle Frauen mit einer Gewalterfahrung haben das gleiche Schutzniveau", weiß "Viele"-Geschäftsführerin Gabriele Rechberger: „Umso wichtiger ist ein flexibles, ausdifferenziertes Angebot, das sich an den Bedürfnissen der Frauen und nicht an den Gegebenheiten der Einrichtungen orientiert. Nach der Klärung des Schutzniveaus und der Betreuungsintensität wird gemeinsam mit der von Gewalt betroffenen Frau das für sie beste Betreuungsangebot definiert."

Fördersumme bleibt erhalten

Das Frauenhaus in der Stadt Salzburg wird durch den neuen Fördernehmer am aktuellen Standort weitergeführt. Der Vertrag für das Frauenhaus "Haus Mirjam" in Hallein (Tennengau) läuft mit 30. Juni aus, dieser Standort wird aufgrund baulicher Mängel und fehlender Sicherheitsstandards nicht fortgeführt.

Das Frauenhaus im Pinzgau war von der Neuausschreibung nicht betroffen, sondern übersiedelt mit den jetzigen Betreuerinnen Anfang 2022 in moderne Räumlichkeiten. Der Neubau wurde durch die EU-Regionalförderung maßgeblich unterstützt. Das Salzburger Sozialhilfegesetz und die von Österreich ratifizierte Istanbul-Konvention schaffen den rechtlichen Rahmen für den Betrieb der Salzburger Frauenhäuser. Die jährliche Fördersumme bleibt mit einem Budget von 1,6 Millionen Euro erhalten.

Zusätzliche Plätze in Salzburger Frauenhäusern

Es werde keine Kürzungen beim Gewaltschutz für betroffene Frauen und ihre Kinder geben. Klambauer: "Um einen reibungslosen Übergang der Betreuung zu gewährleisten, wurde dem Bestbieter zusätzlich eine Sonderförderung in der Höhe von 143.000 Euro für Schutzunterkünfte zur Verfügung gestellt. Damit werden vorsorglich zusätzliche Plätze in betreuten Schutzunterkünften geschaffen. Sollte es zu einem Gewaltanstieg aufgrund der Pandemie kommen, sind wir vorbereitet", betont die Familien- und Frauenlandesrätin.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 26.09.2021 um 04:53 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/frauenhaeuser-in-salzburg-starten-ab-juli-neu-100505800

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