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Keine Tragödie, sondern Mord!

"Gewalt an Frauen schon am Anfang stoppen"

Wo es in Salzburg Hilfe und Prävention gibt

Gewalt, häusliche Gewalt, Streit, Konflikt, SB APA/dpa/Jan-Philipp Strobel
Die Zahl an Frauenmorden in Österreich steigt und steigt.(SYMBOLBILD)

Ein weiterer Frauenmord erschüttert Österreich. Insgesamt wurden dieses Jahr bereits neun Frauen brutal ermordet. Was gefordert und welche Präventionsmaßnahmen gesetzt werden, haben wir für euch zusammengefasst.

Salzburg

Im Schnitt werden zwei Frauen in Österreich im Monat ermordet. Auch in Salzburg wurde Ende März eine junge Mutter in ihrer eigenen Wohnung erstochen. Was alle neun Frauenmorde gemeinsam haben ist, dass sie durch die Hand ihres Partners – oder Ex-Partners getötet wurden. "Mord ist Mord ist Mord. Es gibt da keine Grauzone und keinen Interpretationsspielraum", sagte Gesundheitsminister Wolfang Mückstein (Grüne) gestern.

 

„Alle müssen hinschauen“

Auch Stadträtin Anja Hagenauer (SPÖ) schildert am Montag gegenüber SALZBURG24: „Jeder Mord ist einer zu viel!“ Demnach müsse sich etwas ändern, damit diese Zahl nicht weiter steigt. „Der Mord an einer Frau ist das Ende einer Gewaltspirale. Deshalb muss die Gewalt bereits am Anfang gestoppt werden.“ Und obwohl Gewalt am häufigsten in den eigenen vier Wänden stattfindet, kann jeder dabei aktiv dagegen vorgehen. Hagenauer appelliert an die Gesellschaft: „Nicht wegschauen, sondern Vorfälle melden.“ Das bedeutet, auch wenn es einen nicht persönlich betrifft und man nur Zeuge ist, sollte jede Art von Gewalt der Polizei umgehend mitgeteilt werden. Diese Anzeigen können auch anonym aufgegeben werden.

Anti-Gewaltkampagne der Stadt Salzburg

„Egal ob in einer Villa in Leopoldskron oder in einer Wohnung in Lehen, Gewalt findet überall statt“, stellt Hagenauer fest. Darum müsse mehr Bewusstsein für dieses Thema geschaffen werden. Und genau an diesem Punkt setzt die Stadt Salzburg an. Mit der Plakatkampagne „Mensch mach´s möglich“ und dem Hashtag #gewaltfreiestadtsalzburg, möchten sie vor allem die Jugendlichen auf diese Problematik und mögliche Notfallkontakte aufmerksam machen. Doch diese Telefonnummern sind nicht nur für junge Erwachsene gedacht, sondern auch für Frauen. „Diese Aktion läuft parallel auch für Frauen, denn Kinder wohnen ja nicht alleine.“ Solche Anti-Gewaltkampagnen sollen laut Hagenauer das Gefühl vermitteln, gehört zu werden und sich nicht schämen zu müssen. Ihr Problem wird ernst genommen und Hilfe angeboten.

Präventionsmaßnahmen für Männer

Doch bevor es überhaupt zu Gewalttaten innerhalb der Familie kommt, können Männer an sogenannten Gewaltpräventionen sowie an Beratungen teilnehmen. Denn neben einem Frauenbüro gibt es in Salzburg auch ein Männerbüro sowie das Projekt „Männerwelten“. Das Jugend am Werk begleitet Täter und hilft ihnen, nicht mehr gewalttätig zu werden. „Das Brechen der Rollenklischees ist wichtig. Männer müssen nicht immer die starken sein, auch sie dürfen und sollen sogar Hilfe annehmen“, stellt Hagenauer fest.

Wie die Gewaltspirale beginnt

Gewalt an Frauen beginnt nicht immer mit Handgreiflichkeiten. Im Gespräch mit S24 verrät uns die Leiterin des Salzburger Frauenhauses, Birgit Thaler-Haag, dass Frauen anfangs beschimpft werden. Sätze wie „Du bist nichts wert“ oder „Du bist eine schlechte Mutter, Ehe- und Hausfrau“ würden oft fallen.  Danach komme das Kontrollverhalten: „Die Männer kontrollieren das Handy der Frau, mit wem sie sich trifft und sperren sie sogar ein.“ Wehren sich die Frauen dagegen, kann es zu körperlichen Übergriffen kommen.

Frühzeitig Hilfe in Anspruch nehmen

Betroffene Frauen können sich jederzeit bei der Polizei, sowie der Salzburger Frauennotrufnummer melden. Auch die Frauenhäuser bieten kostenlose Beratungsgespräche an. Laut Thaler-Haag wird  das Angebot der Telefongespräche zurzeit auch wieder öfter in Anspruch genommen. Bei einem Gespräch können alle möglichen Optionen geklärt werden.“ Wer sich Zuhause nicht mehr sicher fühlt, kann auch um eine Aufnahme ins Frauenhaus aufsuchen. Dafür müssen folgende Kriterien, welche vom Land Salzburg vorgegeben sind, erfüllt sein:

  • Volljährigkeit
  • Wohnhaft in Salzburg
  • Fall von häuslicher Gewalt oder sexuellem Missbrauch

„Richtigen Schutz gibt es nur im Frauenhaus. Darum sollten die Frauen nicht zu lange warten, denn von alleine wird es nicht besser“, betont Thaler-Haag. Müttern wird auch empfohlen ihre Kinder sofort mitzunehmen und nicht zu warten. Dafür stehen spezielle Familienzimmer zur Verfügung.

Frauenhäuser in Salzburg

In Salzburg gibt es bis jetzt in der Stadt Salzburg, in Saalfelden (Pinzgau) und in Hallein (Tennengau) ein Frauenhaus. Dort sind derzeit 32 Plätze verfügbar. Auch der Frauennotruf ist jederzeit unter der Nummer 0662 881100 erreichbar. Als größte gesetzlich anerkannte Opferschutzeinrichtung des Landes Salzburg gilt das Gewaltschutzzentrum (0662 870100). Sie unterstützen Frauen durch psychosoziale und juristische Beratung und Begleitung.
Die Salzburger Frauenhäuser waren zuletzt in den Medien, da sie EU-weit ausgeschrieben werden sollten. Dabei stand vor allem Salzburger NEOS-Landesrätin Andrea Klambauer in der Kritik (wir haben berichtet).

(Quelle: SALZBURG24)

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