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Frauenzahlen 2018

Salzburgs Frauen holen auf – aber nicht überall

THEMENBILD GLEICHBERECHTIGUNG  EINKOMMENSSCHERE =.jpg APA/GEORG HOCHMUTH
Frauen holen in Salzburg auf. 

Wenn es um Gleichberechtigung geht, steht ein Thema immer noch im Fokus: Der Gender Gap, also der Einkommensunterschied zwischen Mann und Frau. Salzburgerinnen verdienen im Schnitt markant weniger als ihre männlichen Kollegen. Doch in einigen Bereichen haben sie auch ganz klar die Nase vorne.

Die Gleichstellung von Frauen und Männern macht sich auch die Salzburger Politik zum Thema. Die „Salzburger Frauenzahlen 2018“ gelten als Grundlage für künftige Maßnahmen, sagt Landesrätin Andrea Klambauer (NEOS) bei der Präsentation der aktuellen Daten und Fakten zur Situation der Frau in Salzburg am Dienstag. Zwar sei man in einigen Bereichen, wie etwa der universitären Ausbildung, auf einem guten Weg. Dringender Handlungsbedarf herrsche aber vor allem bei der sozioökonomischen Situation der Frau in Salzburg, ist die Frauenreferentin überzeugt.

Allgemeine Zahlen zur Frau in Salzburg

552.579 Menschen lebten Anfang dieses Jahres im Bundesland Salzburg, darunter exakt 282.253 Frauen, was einem Frauenanteil von 51,1 Prozent entspricht. Das waren um 1.717 Frauen mehr (+ 0,6 Prozent) als noch zu Jahresbeginn 2017 (Männer: + 0,6 Prozent). Stetig steigend ist auch die Lebenserwartung: Während die Lebenserwartung einer Salzburgerin aktuell bei 85 Jahren liegt (bei Männer sind es 80 Jahre), soll diese im Jahr 2050 bei 90 Jahren liegen.

So viel weniger verdienen Salzburgerinnen

Die von der Landesstatistik erhobenen Daten bestätigen das. Salzburgerinnen verdienen deutlich weniger und sind häufiger von Armut betroffen als Männer. Der Gender Gap, also der prozentuelle Einkommensunterschied zwischen Mann und Frau, liegt aktuell bei 18,4 Prozent. Konkret verdienten weibliche Angestellte 2016 im Schnitt 35.700 Euro jährlich, männliche Angestellte hatten 18.117 Euro mehr zur Verfügung. Und während Arbeiterinnen 24.800 Euro erhielten, konnten Arbeiter mit rund 9.300 Euro mehr im Jahr rechnen. „In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Einkommensunterschied zwar um 3,1 Prozentpunkte reduziert (2011 lag der Gender Gab bei 21,5 Prozent, Amk. der Red.), aber die Unterschiede gibt es aktuell in den jüngeren Gruppen nach wie vor“, schildert der Leiter der Landesstatistik, Gernot Filipp.

Die niedrigeren Löhne für Frauen und die steigende Lebenserwartung bleiben im Alter nicht ohne Auswirkungen. So sind die Salzburgerinnen folglich deutlich häufiger von Altersarmut betroffen als Salzburger. Mit höherer Bildung und Kinderbetreuung wolle man dem entgegenwirken, heißt es. Beides Bereiche, in denen sich in den vergangenen Jahren einiges getan hat.

 

Frauen haben bei Bildung Nase vorne

 „Wir können jetzt schon sagen, dass Frauen im Bereich der Bildung die Männer überholen werden. Bis sich das in der Gesamtbevölkerung wiederspielgelt, wird es aber noch etwas dauern“, so Filipp. Betrachtet man beispielsweise die höchste abgeschlossene Ausbildung, holen Frauen stetig auf. Der Anteil der Frauen, die „nur“ über einen Pflichtschulabschluss verfügen, ist seit 2009 um 3,3 Prozentpunkte zurückgegangen, der Anteil der Frauen, die eine Hochschule absolviert haben, hat sich im selben Zeitraum um 2,4 Prozentpunkte erhöht.  Lediglich bei den technischen Ausbildungsrichtungen und MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) gibt es noch Nachholbedarf. „Aber auch hier konnte ein Anstieg des Frauenanteils erreicht werden“, ergänzt Klambauer.

 

Erwerbsquote und Kinderbetreuung

Die Erwerbsquote der Frauen ist im Jahr 2017 de facto konstant geblieben. Leicht erhöht hat sich der Anteil der weiblichen Vollzeitbeschäftigten, während der Anteil der Teilzeit und geringfügig Arbeitenden leicht gesunken ist. Um Frauen den Wiedereinstieg in das Berufsleben zu erleichtern, müsse die Kinderbetreuung im Land Salzburg noch weiter ausgebaut werden, sagt Klambauer, die aber auch deutliche Erfolge in diesem Bereich erkennt: Während es 2014/2015 im Bundesland noch 535 Kinderbetreuungseinrichtungen gab, zählt man aktuell 557 und 20.769 betreute Kinder. Die steigende Anzahl der Kinderbetreuungsplätze führe zu einem Anstieg der Betreuungsquoten in allen Altersgruppen, heißt es. Die Betreuungsplätze für die unter Dreijährigen wurden in den vergangenen zehn Jahren gar verdoppelt. Kinderbetreuung an sich ist aber nach wie vor Frauensache. Nur fünf Prozent der Kindergeldbezieher in Karenz sind Männer. Daran hat sich auch in den vergangenen Jahren nur wenig verändert.

Salzburgs Frauenzahlen im Detail findet ihr unten.

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