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Straßen als tödliche Gefahr

Hunderte Freiwillige sorgen für sichere Froschwanderung

Amphibien-Schutz rettet vielen „Prinzen“ das Leben

Wenn nach dem Winter wieder Kröten und Molche ihre Wanderschaft antreten, um Tümpel und Teiche zur Paarung aufzusuchen, kann das mitunter gefährlich werden. Viele Straßen und Wege kreuzen nämlich ihre Route und werden so zur tödlichen Gefahr. In Salzburg sorgen hunderte Freiwillige für eine sichere Froschwanderung.

Dank „Froschzäunen“, Tunnelleitsystemen und vieler fleißiger Hände werden in Salzburg jährlich Tausende Amphibien und Reptilien gerettet. Und wer weiß: Vielleicht ist bei den geretteten Fröschen auch der eine oder andere Prinz dabei.

„Nur mit Hilfe der vielen Naturliebhaber und dem freiwilligen Engagement kann unsere Artenvielfalt bewahrt werden“, so Naturschutz-Landesrätin Daniela Gutschi in Hinblick auf die hunderten „Froschklauber“, die auch heuer wieder in unzähligen Arbeitsstunden die Tiere sicher über Salzburgs Straßen bringen. „Wir alle müssen uns bei den vielen Helfern aus allen Bezirken, die wieder über 30 Amphibienstrecken mit mobilen Schutzzäunen im ganzen Land betreut haben, herzlich bedanken“, fügt Gutschi hinzu.

Viele Froschretter

Viele dieser landesweit kilometerlangen „Froschzäune“ werden von den Salzburger Straßenmeistereien oder den Mitarbeitern der Gemeinden auf und auch wieder abgebaut. „Dass diese Amphibienhilfsaktion so erfolgreich läuft, ist auf die gute Zusammenarbeit vieler Beteiligter zurückzuführen“, betont Verkehrslandesrat Stefan Schnöll. „Die Landesstraßenverwaltung arbeitet mit ihren Straßenmeistereien, den Gemeinden, Wacheorganen der Berg- und Naturwacht, mit zusätzlichen ehrenamtlichen ‚Froschklaubern‘ und verschiedenen Schulen sowie Mitarbeitern vom Haus der Natur Hand in Hand“, so Schnöll, der sich herzlich für die Bemühungen bedankt.

14 Tunnelleitsysteme

Bei einigen wichtigen Wanderstrecken gibt es bereits fixe Tunnelleitsysteme - insgesamt sind es landesweit über 14 – welche unter der Straße installiert wurden, sodass Amphibien und andere Kleintiere die Fahrbahnen gefahrlos unterqueren können. „Dieses rettenden Maßnahmen wollen wir ausweiten. Vor allem bei Straßensanierungen sollen solche Amphibienleiteinrichtungen mitgeplant werden“, so Schnöll. Einen Überblick über die derzeit bekannten Wanderstrecken bietet SAGISonline unter Natur–Amphibienwanderstrecken.

Seltene Arten kennenlernen

In Salzburg gibt es 15 Amphibien- und acht Reptilienarten wie Erdkröte, Grasfrosch, Bergmolch, Bergeidechse, Ringelnatter oder Blindschleiche. „Seltene Arten wie Gelbbauchunke, Kammmolch oder die sich bei uns ausbreitende Mauereidechse sind vielen kaum bekannt“, erklärt Gutschi. Wer mehr über diese heimischen Tiere erfahren möchte, kann das durch eine vom Land Salzburg gemeinsam mit dem Haus der Natur aufgelegte Broschüre tun: Die heimischen Amphibien.

„Froschklauber“ gesucht

Interessierte Helferinnen und Helfer können selbst zum Froschklauber werden. Die Abteilung Natur- und Umweltschutz und Gewerbe (Maria Jerabek, 0662/8042-5509, maria.jerabek@salzburg.gv.at) oder das Haus der Natur (0662/842653-3316, amphibienschutz@hausdernatur.at) freuen sich über Anmeldungen und es wird mit einem Augenzwinkern motiviert: „Vielleicht sind ja Prinzen dabei.“

(Quelle: SALZBURG24)

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