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Frühe Frühlingsboten

Welche Vögel trällern bereits in Salzburg?

So könnt ihr Meisen und Co beim Nisten helfen

Sie zwitschern, trällern und piepen bereits – die erwachenden Frühlingsgefühle der Vögel sind in Salzburg unüberhörbar, auch wenn laut Kalender noch Winter herrscht. Jetzt ist übrigens die optimale Zeit, um noch rechtzeitig Nistkästen im Garten anzubringen. Was dabei zu beachten ist, erfahrt ihr hier.

Zu den frühesten Sängern im Jahresverlauf zählen die Kohlmeise, Blaumeise und Tannenmeise mit ihren eher einfachen Gesängen, berichtet Eva Karner-Ranner von der Vogelschutzorganisation Birdlife im Gespräch mit SALZBURG24. Auch der Kleiber lässt bereits im Februar seine Pfeifstrophen ertönen, so wie die Amsel ihre flötenden Melodien und der Grünling seine langgezogenen Triller.

Erste Rückkehrer aus dem Mittelmeerraum

Viele dieser musikalischen Frühlingsboten haben den Winter in der Nähe ihres Brutgebietes verbracht, doch auch die ersten Zugvögel stimmen bereits mit ein: Feldlerche und Hausrotschwanz verbringen den Winter ebenso im Mittelmeerraum wie die Stare oder Kiebitze, die nun in größeren Trupps bei uns ankommen.

Welche Vögel kommen wann zu uns zurück?

  • Februar: Rohrammer, Feldlerche, Star, Kiebitz, Singdrossel, Ringeltaube, Bachstelze, Wiesenpieper
  • März: Weißstorch, Mönchsgrasmücke, Zilpzalp, Hausrotschwanz, Schwarzstorch, Girlitz, Rauchschwalbe, Fitis, Wiedehopf, Heckenbraunelle
  • April: Kuckuck, Baumpieper, Braunkehlchen, Mehlschwalbe, Gartenrotschwanz, Mauersegler, Turteltaube, Wachtel, Dorngrasmücke, Neuntöter
  • Mai: Sperbergrasmücke, Bienenfresser, Ziegenmelker, Karmingimpel

Schnelle Reaktion bei Wetterumschwüngen

Bedingt durch wärmere Temperaturen würden diese sogenannten Kurzstreckenzieher seit mehreren Jahren immer kürzere Wege in den Süden zurücklegen, berichtet Karner-Ranner. Auch deshalb kämen sie tendenziell früher wieder bei uns an. "Sie haben aber auch die Möglichkeit vor neuerlicher Kälte wieder Richtung Süden zu flüchten", so die Vogelkennerin. Denn auch wenn aktuell rund um die Stadt Salzburg frühlingshafte Temperaturen herrschen, ist ein neuerlicher Kälteeinbruch zu erwarten.

Die winzigen Schwanzmeisen, die aussehen wie kleine Federbälle am Stiel, bauen beispielsweise fast winterfest. Die geschlossenen Nester verfügen meist über besonders dicke Wände. Grundsätzlich würden Vögel, die sehr früh aktiv sind, auf die Witterung aber flexibel reagieren. "Bei einem neuerlichen Wintereinbruch pausieren die Vögel den Nestbau und ziehen sich wieder zurück."

Schwanzmeise Birdlife/Hans-Martin Berg
Die Schwanzmeise baut geschlossene Nester.

Natürliche Futterquellen im Winter

Auch in Futternot kämen sie kaum. Vögel, die in unseren Gefilden überwintern, könnten sich im Winter an natürlichen Futterquellen bedienen. "Baumsamen spielen dabei eine wichtige Rolle", erklärt Karner-Ranner. Aber im aktuell milden Februar würden auch bereits die ersten Insekten aktiv. "Vor allem bei den Meisen ist schon zu bemerken, dass sie nicht mehr so häufig zu Futterstellen kommen. Sie stellen bereits auf tierische Nahrung um." Das sei besonders für Weibchen eine wichtige Voraussetzung für die nahende Eiproduktion.

 

Garten vogelfreundlich gestalten

"Wenn man im Garten einen Nistkasten aufhängen will, um etwa eine Meisenfamilie anzulocken, dann ist jetzt genau die richtige Zeit dafür", so Karner-Ranner. Für eine erfolgreiche Brut sei aber mehr notwendig als nur ein Nistkasten.

"Spätestens wenn die jungen Meisen laut nach Futter betteln, müssen die Eltern unermüdlich Raupen und andere Insekten heranschaffen. Naturnah gestaltete, vogelfreundliche Gärten bieten natürliche Nahrung für Meisen und viele andere gefiederte Gäste", erklärt sie. Weitere Tipps, wie ihr den Vögeln bei ihrer "Wohnungssuche" unter die Arme greifen könnt, gibt es HIER zum Download.

(Quelle: SALZBURG24)

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