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Garteln ohne Garten

So gelingt Selbstversorgung auf kleinstem Raum

Platz für Gemüse, Kräuter und Co auf Balkonien

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Auch ohne Garten können Gemüsepflanzen aufgezogen werden. (SYMBOLBILD)

Mit dem April beginnt für Hobbygärtner auch die Saison für den Gemüseanbau. Aus dem eigenen Garten schmecken Obst, Gemüse und Kräuter eben doch am besten. Aber auch wenn ihr nicht zu den glücklichen Gartenbesitzern gehört, müsst ihr nicht darauf verzichten, selbst gezogene Tomaten und Co. direkt von der Staude zu naschen.

Selbstversorgung ist im Trend. In unzähligen Artikeln und Ratgebern ist – sowohl online als auch offline – alles zum Eigenanbau von Obst und Gemüse nachzulesen. Aber auch ohne Stück Land muss darauf nicht verzichtet werden. Schon wenige Quadratmeter Balkon- oder Terrasse reichen aus, um verschiedene Gemüse- und Kräutersorten anzupflanzen und nach einigen Wochen Geduld und Pflege zu ernten. Möchte man sich einen kleinen Gemüsegarten vor der Balkontür anlegen, müssen ein paar Dinge beachtet werden, damit die Ernte glückt.

 

Ausreichend Sonnenschein

Damit das Balkongemüse optimal reifen kann, braucht es genügend Licht. Auf südlich ausgerichteten Balkonen fühlen sich Gurken, Paprika, Tomaten oder Erdbeeren besonders wohl. Für schattigere Plätzchen eignen sich Salate, Brokkoli, Erbsen und die meisten Kräuter. Allerdings tut nicht nur zu wenig, sondern auch zu viel Sonne jungen Pflanzen nicht gut. Bei zuviel Sonnenschein auf dem Balkon, kann es den Pflanzen schnell zu heiß werden, hier sollte für Sonnenschutz gesorgt werden. Um keinen Platz zu verschwenden, können zum Beispiel Himbeerstauden, die es sehr sonnig mögen, den anderen Gewächsen Schatten spenden.

Die richtige Portion Nährstoffe

Obst- und Gemüsepflanzen benötigen grundsätzlich ein nährstoffreiches Substrat. Im Handel ist auch Erde erhältlich, die an die Bedürfnisse von jungen Gemüsepflanzen angepasst sind. Da die Nährstoffe aus der Erde schnell verstoffwechselt werden, sollte das Grünzeug, damit es so gut wie möglich gedeiht, regelmäßig gedüngt werden.

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Nach Belieben kann zwischen Langzeitdüngern und Flüssigdüngern gewählt werden. Bei sogenannten Langzeitdüngern handelt es sich häufig um kleine Stäbchen, die in die Erde gesteckt werden und so über einen längeren Zeitraum Nährstoffe abgeben. Flüssigdünger hingegen werden gering dosiert in das Gießwasser gemischt, um den Nährstoffvorrat aufzufüllen.

Saatgut oder Jungpflanze?

Fortgeschrittene Balkon-Gärtner bevorzugen es, ihr Gemüse vom Samen an aufzuziehen. Der große Vorteil dabei ist die Sortenvielfalt. Neben den klassischen Sorten gibt es auch einige Raritäten, die man als Jungpflanzen nicht so häufig sieht. Die Anzucht mit Saatgut ist aber im Vergleich zur Aufzucht von Jungpflanzen etwas aufwändiger. Dabei werden die Samen in kleine Gefäße mit befeuchteter Erde gesetzt, je nach Gemüsesorte an die Oberfläche oder einige Zentimeter darunter.

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Dann werden sie zum Keimen, an einen hellen und warmen Ort, etwa ein Fensterbrett, gestellt. Sind die kleinen Pflanzen dann herangewachsen, können sie ab Mitte Mai nach draußen und in ein größeres Gefäß ziehen. Jungpflanzen hingegen sind pflegeleichter und meistens schon robust genug, um direkt auf Balkon oder Terrasse zu ziehen. Beim Kauf von Saatgut und Pflanzen sollte darauf geachtet werden, platzsparende Sorten zu wählen.

Der passende Topf

Um Staunässe und so den Tod einer Pflanze zu verhindern, sollten unbedingt Gefäße gewählt werden, bei denen überschüssiges Wasser ablaufen kann. Neben Behältern, die man in Baumärkten und Gartencentern findet, kann auch ein Kübel, durch das Bohren von Löchern in den Boden, in ein Gemüsebeet umfunktioniert werden. Unbedingt beachtet werden sollte, dass Gemüsepflanzen bei zu wenig Platz im Topf wenig bis gar keine Früchte tragen. Im Zweifel lieber größere Gefäße wählen. Besonders praktisch sind sogenannte Pflanzsäcke aus Vlies, diese können nach Ende der Erntesaison platzsparend verstaut werden und haben den Vorteil, dass auch die Wurzeln etwas Luft bekommen.

Wasser Marsch? Bloß nicht!

Die häufigste Todesursache bei Pflanzen ist nicht zu wenig, sondern zu viel Wasser. Auch Balkongemüse sollte sparsam gegossen werden. Die obersten zwei bis drei Zentimeter der Erde dürfen vor dem nächsten Gießen ruhig antrocknen. Um auf Nummer sicher zu gehen, kann man auch eine gefüllte Wasserflasche kopfüber in die Erde stecken – so holt sich die Pflanze von selbst, was sie braucht.

(Quelle: SALZBURG24)

Das sind die Pflanzen-Trends für 2021

Garten-Geschichte: Curacao-Seidenpflanze Uni Salzburg / Botanischer Garten / Dr. Stephanie Socher
Curacao-Seidenpflanze.

Pflanzen zaubern den meisten von uns ein Lächeln ins Gesicht. Was beim Anbau von Blumen, aber auch von Obst und Gemüse zu beachten ist und was die Trends in der eigenen grünen Oase oder für die anstehende Hochzeit sind, das alles erfahrt ihr hier.

"Blumen und Pflanzen sind Lebensqualität", strahlt Stefan Monger im SALZBURG24-Gespräch, "denn sie erfreuen uns gerade in schwierigen Zeiten – sei es beim Verlust eines geliebten Menschen oder wie aktuell während der Corona-Pandemie." Der Gärtner aus Seekirchen (Flachgau) ist davon überzeugt, dass es kaum jemanden geben würde, der sich nicht über einen Blumenstrauß freue.

Balsam für die Seele

Gerade im eben begonnenen Frühling sowie wegen der weiterhin stark eingeschränkten sozialen Kontakte, interessieren sich viele Salzburgerinnen und Salzburger zunehmend für eine Beschäftigung mit Blumen und Pflanzen im eigenen Heim, auf dem Balkon oder im Garten. Auch psychologisch gesehen sorgt die Beschäftigung mit Pflanzen für Abwechslung. Und die Natur hat unzähligen Studien zufolge schließlich eine wohltuende Wirkung auf unsere Stimmung und unser geistiges Wohlbefinden.

Im Sortiment der Gärtner und Floristen sind aktuell Frühlingsblüher, Topfkräuter und erste Gemüsepflanzen zu finden. In Baumschulen erhaltet ihr außerdem Stauden und Gehölze. Auch für das bevorstehende Osterfest gibt es bepflanzte Körbe mit Narzissen, Gänseblümchen, Palmkätzchen und vielen anderen Frühlingsblühern.

Daneben verschönern Klassiker wie Tulpen und Primeln den Frühlingsbeginn in den eigenen vier Wänden. Die Blume des Jahres ist übrigens der Bienensalbei.

Trends für das Jahr 2021

Grundsätzliche Trends für 2021 sind für Monger Pflanzen, "die bei uns wachsen und gedeihen. Regionalität ist wohl der aktuelle Trend schlechthin." Geheimtipps sind demnach "Pflanzen mit schöner Herbstfärbung und Mehrfachnutzen, wie zum Beispiel Heidelbeeren oder die Kupfer-Felsenbirne. Zudem ist der Hype um Hochbeete – ob im Handel gekauft oder selbst zusammengezimmert – ungebrochen." Oftmals sind die Wachstumsbedingungen darin besser, Schnecken erreichen die erhöhte Lage nicht so leicht und das Garteln wird dadurch sogar rückenschonender.

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Die Gemeinschaftsgärten werden gemeinsam geplant und errichtet.

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"Wir beobachten, dass immer mehr Hobby-Gärtner ihre Beete mit Gemüse, Kräutern und Blumen aus regionalem Anbau miteinander kombinieren", sagt Monger. Das Stichwort ist hier Mischkultur. Außerdem könne so das Maximale aus dem begrenzten Platz im Kübel rausgeholt werden.

Alte und vergessene Arten

Vor allem alte und fast schon vergessene Obstbäume wurden in den letzten Jahren in Salzburg wiederentdeckt. Dazu zählen Kultur-Apfelsorten, wie der Jonathan oder Berner Rosenapfel. "Aber auch ältere Birnensorten und die St. Veiter Kirsche werden wieder beliebter, da sie an unser Klima gewöhnt sind und bei gutem Boden sehr schöne Pflanzen mit hohen Erträgen werden."

Geheimnisvolle und möglicherweise vergessene Arten entdeckt und bestimmt werden im südlichen Teil der Landeshauptstadt. Das etwa 1,5 Hektar große, aber kleinwinklige Gelände des Botanischen Garten Salzburgs erlangte nicht zuletzt dank des extravaganten Titanenwurzes größere Bekanntheit.

"Arche Noah" der Pflanzen

Vor mehr als 30 Jahren mit dem Ziel errichtet, heimische Arten darzustellen, ist die grüne Oase mittlerweile gewaltig gewachsen. Nun gibt es neben dem Apothekerkräutergarten auch ein Hoch- und Flachmoor sowie Trockenrasen, Karnivoren und ein Alpinum. Neben der Ausbildung und Forschung sind die Säulen des Botanischen Gartens der Natur- und Artenschutz, genauso wie die Information und Inspiration der Besucher. "Wir möchten auf kleinstem Raum möglichst viel darstellen", schildert Stephanie Socher vom Botanischen Garten Salzburg gegenüber S24. "Hoffentlich können wir am 6. April – unter Einhaltung der Corona-Regeln – für die Besucher aufsperren."

Highlights sind neben der Sumpfzypresse oder dem Tulpenbaum auch der mediterrane Granatapfelbaum im Kübel oder der aus Asien stammende Urwelt-Mammutbaum sowie die Zirbelkiefer, die eigentlich nur in hohen Lagen zu finden ist. Aktuell sorgt der rosa blühende Mandelbaum für die frühlingshafte Stimmung.

Garten-Geschichte: Mandelbaum Uni Salzburg / Botanischer Garten
Blüte des Mandelbaums.

"Wir verstehen uns als 'Arche Noah' der Pflanzen", sagt Wissenschafterin Socher. "Bis zu 300 alte Kultursorten und auch ausgestorbene Arten finden sich im Botanischen Garten und Gärtner vor Ort geben Besuchern Ratschläge."

Doch zurück in den heimischen Garten oder auf den Balkon: Der absolute Klassiker ist und bleibt die vielseitige Tomatenpflanze. Und auch hier erfreuen sich alte Sorten großer Beliebtheit. Beispiele dafür sind die schwarze Krim, Dattelwein oder grünes Zebra.

Schöner Blumenschmuck zur Hochzeit

"Pflanzen und Blumen sind aber keineswegs nur draußen zu finden", wirft Alexandra Puffer, Geschäftsführerin des Salzburger Blumenhofs, im S24-Interview ein. "Auf Instagram oder Pinterest sieht man auch immer wieder junge Frauen mit Blumenkränzen auf dem Kopf – und auf solche Trends achten wir schon." Auf diesen Zug würden auch Magazine ausspringen und "die Kunden fragen gezielt danach".

 

Auch wenn Hochzeiten wegen der Corona-Pandemie aktuell und absehbar nicht unbedingt in Saus und Braus gefeiert werden können, gehört der Blumenschmuck dennoch zum Um und Auf jeder Vermählung zweier verliebter Menschen. Der Seekirchner Gärtner Monger kennt die beliebten Sorten: "Klassiker wie Rosen, Hortensien und Pfingstrosen kommen nie aus der Mode." Dazu würden Beerenfarben, Pastelltöne, aber auch kräftige Kombinationen mit Exoten wie Zuckerbüschen und Vanda-Orchideenblüten oder Trockenblumen kombiniert mit Schnittblumen in zarten Tönen kommen. "Ein Renner ist Eukalyptus in allen Variationen." Eher ungewöhnlich, aber immer mehr im Kommen ist das Pflanzen eines Baumes zur Hochzeit. "Unabhängig davon tut jeder Baum, den wir pflanzen, etwas Gutes für die Umwelt", sagt Monger, dessen Leitspruch "Gärtnersein heißt an die Zukunft glauben" ist.

Diese Pflanzen lieben Trockenheit und Sonne

Die Sommermonate in den letzten Jahren waren durch längere Hitze- und Trockenperioden gekennzeichnet. "Vor allem winterharte Stauden in Kübeln kommen als Trockenkünstler für sonnige Standorte gut zurecht", weiß der Profi-Gärnter. Geeignete Beispiele dafür sind der Sonnenhut, Ziersalbei, Wollziest, Fackellilie, Lavendel, Fetthenne oder auch Gehölze wie der Zwergsommerflieder. Exoten, die mittlerweile kaum mehr Winterschutz benötigen und teils schon heimisch geworden sind, sind die Hanfpalme oder das Mammutblatt.

Der richtige Kübel und Dünger

Für nicht winterharte Pflanzen empfiehlt Monger Kästen, Tröge oder Kübel mit einem Wasserspeicher. "Sehr witterungsbeständig ist Fiberclay. Darüber hinaus werden auch gern Tongefäße und Kunststoff aus recyceltem Material verwendet." Hier ist es wichtig, den Durchmesser passend zur Größe der Pflanze zu wählen. "Kleine Töpfe müssen öfter gegossen werden und in großen Kübeln ist genügend Platz für gutes Wachstum und den Wasserspeicher vorhanden."

Garten-Geschichte: Stefan Monger Gärtnerei Monger
Trends für das Jahr 2021 sind für den Seekirchner Gärtner und Floristen Stefan Monger "ganz viel regionale Pflanzen".

Angehenden Hobby-Gärtnern rät Monger dazu, erstmal klein mit den Grundlagen zu beginnen: "Radieschen und Karotten funktionieren immer und darauf kann man gut aufbauen." Auch der Zeitpunkt spielt eine große Rolle. "Ich empfehle immer so lange zu warten, bis es keinen späten Frost mehr gibt." Denn abgestorbene Pflanzen sehen nicht zu traurig aus, sie können auch frustrieren.

Für Sommer- und Balkonblumen im Topf gilt: Regelmäßig Flüssigdünger mit dem Gießwasser verteilen. Im (Hoch-)Beet sollte mit Hornspänen oder organischem Dünger gearbeitet werden. "Die meisten Stauden blühen nach einem kräftigen Rückschnitt und einer Düngergabe meist erneut bis zum Herbst."

Warum unaufgeräumte Ecken wichtig sind

Zum Abschluss gibt Monger noch Tipps, wie man Nützlinge anlocken kann: "Ich bin ein Fan von unaufgeräumten Ecken im Garten, denn im Erdreich oder in abgestorbenen Pflanzenteilen nisten sich Insekten ein, die uns sehr nützlich sind." Marienkäfer, Ohrenschlüpfer und Co helfen dem Gärtner, weil sie sich genüsslich über Blattläuse oder andere Schädlinge hermachen. Als Alternative dafür bieten sich auch Insektenhotels an.

Ob im eigenen Garten, im Gemeinschaftsgarten mit euren Nachbarn oder der Terrasse und am Balkon – der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Das Garteln kann endlich losgehen.

Aufgerufen am 04.08.2021 um 08:45 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/garteln-ohne-garten-selbstversorgung-am-balkon-101871052

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