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Geheimes Waffenlager nach Großbrand in Thalgau gefunden

Ein Bauernhof in Thalgau (Flachgau) ist am Donnerstagvormitag durch einen Großbrand zerstört worden. "Der Stall und das Wohnhaus der Landwirtschaft im Ortsteil Egg sind abgebrannt", schilderte Ortsfeuerwehrkommandant Robert Greisberger. Der 61-jährige Altbauer, der auch Besitzer des Hofes ist, wurde leicht verletzt. Die Einsatzkräfte retteten laut Pressestelle der Polizei 20 Rinder und vier Ziegen. Sie waren unversehrt. Für etwa zwölf Rinder kam jede Hilfe zu spät.

Schon von der Autobahnabfahrt war am Donnerstagvormiitag eine riesengroße Rauchwolke zu sehen. Die Feuerwehr Thalgau stand im Großeinsatz und versuchte zu retten, was zu retten ist. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. An die 17 Kühe, fünf Kälber, fünf Ziegen und mehrere Hühner wurden gerettet, doch für einige Kühe und Kälber kam jede Hilfe zu spät.

Bei Eintreffen der Feuerwehr Haus und Stall in Vollbrand Als die Einsatzkräfte kurz nach 9 Uhr eintrafen, standen das Wohnhaus und der Stall des "Schmeissngutes" in Vollbrand. "Die Tiere waren noch im Stall. Der Hausbesitzer hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass sich in einem Raum Munition befindet. Wir mussten deshalb beim Löschen große Abstände einhalten", sagte Greisberger.

Die Feuerwehrleute waren bemüht, ein Übergreifen der Flammen auf das Zimmer zu verhindern. Dieser Raum sei jetzt der einzige, der gut erhalten ist, erklärte der Ortsfeuerwehrkommandant.

Waffen und Munition sichergestellt

Laut Exekutive konnten die Einsatzkräfte über einen längeren Zeitraum nicht in den Stall hinein. Etliche Gegenstände und auch Müll seien herumgestanden. Eine Stromleitung behinderte ebenfalls den Löscheinsatz, sie musste abgeschaltet werden. Ebenso war besondere Vorsicht geboten, da sich im oberen Geschoß des Hofes eine unbekannte Anzahl an Sprengmitteln befand.

Dabei fanden die Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Exekutive große Mengen Waffen, darunter eine große Anzahl an Sturmgewehren und der dazugehörigen Munition im Gebäude. Die zum Teil von den Flammen in Mitleidenschaft gezogenen Kriegsrelikte wurden sichergestellt.

Dabei handelt es sich um  rund 80 Langwaffen und rund 40 Faustfeuerwaffen. Diese stammen vermutlich aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. "Fest steht, so viele Waffen durfte der Mann nicht besitzen", sagte ein Ermittler. Die Kriegsrelikte werden noch von Experten der kriminalpolizeilichen Untersuchungsstelle in Salzburg überprüft. Nach Abschluss der Erhebungen werde der Altbauer voraussichtlich nach dem Waffen- und Kriegsmaterialgesetz angezeigt, hieß es.

Brandursache noch völlig unklar

Der Brandsachverständige Walter Kittl und Brandermittler der Polizei forschen nach der Brandursache. "Es wird in alle Richtungen ermittelt", erklärte ein Polizist.

Die Bewohner des Bauernhofes erlitten einen Schock. Sie wurden von einem Kriseninterventionsteam betreut. Der Bürgermeister von Thalgau, Martin Greisberger (V), kümmerte sich persönlich um eine Notunterkunft für die unterstandslose Bauernfamilie. An dem Löscheinsatz beteiligten sich rund 150 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren aus Thalgau, Hof, Faistenau und Fuschl. (S24/APA)

(Quelle: S24)

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