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Schlaflose Nächte

Warum uns Gelsen auch im Herbst nerven

Experte vom Haus der Natur erklärt Phänomen

Gelse, Stechmücke, Gelsen APA/dpa-Zentralbild/Patrick Pleul
Gelsen überwintern am liebsten in Wohnungen. (SYMBOLBILD)

Gelsen sind aktuell sehr aktiv und bringen uns auch im Herbst um den Schlaf. Warum das nicht ganz ungewöhnlich ist, aber die kleinen Quälgeister gerade vermehrt auftreten, erklärt Entomologe Patrick Gros vom Haus der Natur in der Stadt Salzburg.

Im Sommer erwarten wir sie beinahe schon. Bringen sie uns im aber Herbst auch noch um den Schlaf, empfinden wir es als ungewöhnlich. Gelsen sind momentan in Salzburg sehr aktiv, obwohl die Temperaturen eigentlich sinken. Oder genau deshalb, wie Entomologe Patrick Gros vom Salzburger Haus der Natur im SALZBURG24-Gespräch erklärt.

 

Gelsen wollen bei uns überwintern

„Ich habe auch schon beobachtet, dass sie gerade nach drinnen drängen“, bestätigt Gros. „Das ist eigentlich normal.“ Wird es draußen kühler, entstehe ein Reflex zum Überwintern und sie suchen sich einen Unterschlupf. Tiefen Frost wollen sie vermeiden. Stechmücken seien somit generell immer in unseren Wohnungen und unmittelbarer Nähe. Allerdings reduzieren sie in dieser Zeit normalerweise ihre Aktivität und fallen uns nicht so auf, wollen sogar ihre Ruhe haben.

Motivierte Gelsen-Generation

„Vermutlich hat die letzte Generation im Spätsommer noch viele Weibchen hervorgebracht“ so der Entomologe. Somit wird die motivierte Generation im Frühjahr wohl im selben Takt weitermachen. Auch, weil sie in der kalten Jahreszeit weniger natürliche Feinde haben. „Manchmal ist es den Gelsen im Winter aber sogar zu trocken und sie trocknen aus“, erklärt der Insekten-Experte.

Gelsen, Mücken, Grafik APA
Entwicklung vom Ei bis zum fertigen Insekt.

Keine Wasserquellen bieten

Damit man die Gelsen nicht auch noch züchtet und im Frühjahr zerstochen aufwacht, soll man den Insekten möglichst keine Brutmöglichkeiten bieten. Also unbedingt darauf achten, dass kein Wasser in Untertöpfen von Pflanzen steht. „Gelsen sind Pionierarten. Das heißt, dass sie Wasserquellen als erstes besiedeln, um dort ihre Larven abzusetzen“, weiß Gros. Dafür würden schon kleine Pfützen und ähnliches ausreichen. „Sie finden immer eine Wasserquelle“.

Wie ihr euch am besten gegen Gelsen schützt, findet ihr HIER. Eine praktische Variante ist natürlich der „Gelsenstecker“, dem Gros aber nicht viel abgewinnen kann: „Es ist ein Gift und somit auch nicht ganz gesund für Menschen“.

(Quelle: SALZBURG24)

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