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Urban Drinks voll im Trend

Getränke spiegeln unsere Persönlichkeit wider

Jugend verändert Trinkverhalten

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Die Getränke-Regale im Handel werden immer größer. (SYMBOLBILD)

Der klassische Eistee ist ein Auslaufmodell. Die Jugend will neue, individuelle Getränke, sogenannte Urban Drinks. Wir haben uns angesehen, wie sich das Trinkverhalten in den letzten Jahren verändert hat.

Getränke müssen heutzutage mehr als nur erfrischen. Sie vermitteln ein Lebensgefühl, suggerieren Individualität und befördern den Konsumenten in spezielle Communities. „In Zukunft werden Getränkehersteller geistige und emotionale Wohlfühl-Lösungen basierend auf neuen Werten und Bedürfnissen liefern müssen“, prognostiziert das Londoner Marktforschungsinstitut Mintel. Ein Blick in die Getränkeregale im Handel macht diese Entwicklung sehr deutlich.

Urban Drinks boomen

Immer beliebter werden sogenannte Urban Drinks. Eine neue Produktpalette, die verschiedene Getränke umfasst. „Der Trend zu Urban Drinks wurde vor fünf Jahren durch den Gin-Trend befeuert“, erklärt die Sprecherin des Spar-Konzerns Nicole Berkmann im Gespräch mit SALZBURG24. Die plötzliche Nachfrage nach verschiedenen Tonic-Variationen ließ ein neues Segment aufpoppen. So entstand die Notwendigkeit für separate Urban-Drink-Regale.

 

Cool, lässig und individuell

Doch wie kategorisiert man eine Produktgruppe, die aus verschiedensten Getränkevariationen besteht? Was sind Urban Drinks eigentlich und wer konsumiert sie? „Urban Drinks sind für eine junge städtische Zielgruppe. Man kann sich eine Gruppe Teenager vorstellen, die am Wiener Donaukanal sitzt, mit alkoholfreien Getränken in der Hand“, versucht Berkmann das Phänomen bildlich zu beschreiben. „Sie sind cool, lässig, wollen sich abheben und eine eigene Identität zeigen“. Vertreter sind etwa verschiedene Tonics, Bittergetränke oder Tees in hipper Aufmachung.

Produziert werden diese meist von kleinen Startups. „Sie sind ein Schwungrad für die Szene“, so Berkmann. Die Gründer seien oft selbst noch jung und aus den Communities, weshalb sie den Zahn der Zeit gut treffen und bei den Konsumenten punkten würden.

 

Junge Generation hat andere Bedürfnisse

„Marken können die Bedürfnisse von Menschen stillen, sich einzigartig zu fühlen und gleichzeitig die Zugehörigkeit zu einer Community stärken“, ist sich auch Mintel sicher. Und einem großen Teil der jungen Generation liegt eben die Umwelt am Herzen. Daher sei es etwa ganz wichtig, dass die Drinks aus Glasflaschen fließen und nachhaltig produziert sind.

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"Handel ist Abbild Gesellschaft"

„Der Lebensmittelhandel ist ein Abbild unserer Gesellschaft“, weiß auch die Sprecherin des größten Lebensmittelhändlers in Österreich. Am sogenannten „Point of Sale“ (POS) zeigt sich das durch den globalen Trend des alkoholreduzierten oder alkoholfreien Genusses. Das ist einerseits auf ein neues Gesundheitsbewusstsein zurückzuführen, das die Corona-Pandemie noch einmal verstärkt hat. Andererseits wohl auch auf eine Diversifikation der Population – besonders im urbanen Raum. So trinkt die angewachsene muslimische Bevölkerung bekanntlich keinen Alkohol. Urban Drinks und Co sind somit eine willkommene Alternative.

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Sortenvielfalt ist gefragt

Mit nur einem Produkt ist es die Nachfrage nach den modernen Getränken allerdings noch lange nicht gestillt. Sortenvielfalt ist gefragt. „Der Trend geht dazu, X verschiedene Sorten anzubieten“, erzählt Berkmann. So seien die Sortimentsmanager bei Spar ordentlich gefordert, immer am neuesten Stand zu bleiben und das Sortiment anzupassen. „Für Händler ist das schwer, weil die Regale ja nicht unendlich groß sind. Aber die Kunden wollen ständig neues. Das bringt Bewegung rein“.

Energy Drinks sind „unschlagbar“

Ein enormes Sorten-Angebot wird in der Sparte Energy Drinks geboten. „Während die verschiedenen Urban Drinks kommen und gehen, sind sie einfach unschlagbar stabil“, weiß die PR-Expertin. Weshalb der Konzern mit Sitz in Salzburg gleich 16 verschiedene Sorten seiner Eigenmarke im Sortiment hat.

 

Bei so vielen Zuwächsen müssen andere Produktgruppen zwangsläufig Anteile einbüßen: Der klassische Eistee hätte zwar noch seine Zielgruppe, sie verschiebe sich jedoch. Waren die gesüßten Fruchttees in den 90ern noch im Aufwind, ziehen die Zuckerwürfel sie nun wie schwere Gewichte nach unten.

Der nächste große Trend

Aber wenn ein Trend geht, kommt schon der Nächste. Aktuell absolut angesagt sei aromatisiertes Wasser. Waren die ersten Vertreter noch gesüßt, haben momentan die zuckerfreien Vertreter die Nase vorne. Also aromatische Durstlöscher ohne Kalorien.

Eine ähnliche Idee schwappt langsam, aber doch, aus den USA zu uns: Hard Seltzer. Das „harte Sprudelwasser“ wird mit Fruchtaromen und Alkohol versetzt und erfreut sich nicht zuletzt wegen der geringen Kalorien in Amerika größter Beliebtheit.

 

Apropos Wasser: Verschiedene Edel-Wässer sind mittlerweile auch in den Regalen diverser Supermärkte und Fachhändler zu finden. „Wir bieten es auch an, um die Sortenkompetenz zu unterstreichen und haben neben Wein- und Bier-Sommeliers auch Wassersommeliers bei uns“, sagt Berkmann. Die große Masse erreiche man damit allerdings noch nicht.

Regionalität ist Trumpf

Wie in so vielen Sparten ist der Megatrend der Regionalität auch im Getränkehandel Trumpf. So sei das Thema bei Wasser bzw. Mineralwasser besonders wichtig. Das läge allerdings auch an der Logistik bzw. den Mehrwegkreisläufen, die überregional kaum zu bewältigen wären.

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Pfand wird die Händler in Österreich in den nächsten Jahren ohnehin mehr fordern als je zuvor. Denn spätestens ab 2025 soll es im gesamten Lebensmittelhandel ein Recycling-System geben, auch bei den Diskontern. Das träfe dann auch das Segment der Urban Drinks, in dem es unzählige verschiedene Flaschen gibt. Sofern der Trend bis dahin noch anhält.

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(Quelle: SALZBURG24)

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