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16 Tage

Salzburg setzt Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Gemeinden lassen ihre Amtsgebäude lila erstrahlen

16 Tage gegen Gewalt an Frauen Land Salzburg/Franz Neumayr
"Lila Band zum Zeichen 16 Tage gegen Gewalt an Frauen" im Landtag Salzburg v.l. Kimbie Humer-Vogl, Elisabeth Weitgasser, LR Andrea Klambauer, Stefanie Mösl, Marlene Svazek, Daniela Gutschi und Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf Foto: Land Salzburg.

Mit Farben, Licht und einer groß angelegten Aktion stemmt sich die Gesellschaft auch heuer wieder gegen Gewalt. Im Zentrum steht die internationale Kampagne „16 Tage gegen Gewalt“.

Anif, Nußdorf am Haunsberg, Lamprechtshausen, Bruck an der Großglocknerstraße, Straßwalchen, Mühlbach am Hochkönig, Lend, Stuhlfelden

Sie startet heute, Mittwoch, und dauert bis 10. Dezember. Von Frauen geführte Salzburger Gemeinden machen mit Lichtinstallationen auf ihren Amtsgebäuden auf das Thema aufmerksam und übernehmen damit eine Vorreiterrolle für die Folgejahre.

Auch der Salzburger Landtag wird bei einer seiner nächsten Sitzungen ein Zeichen setzen. „Die Abgeordneten werden eine lila Schleife tragen. Damit setzen wir auch auf politischer Ebene ein Statement“, betont Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf, die darauf aufmerksam macht, dass die Aktion für die heutige Sitzung geplant war. Diese wurde allerdings aufgrund der aktuellen Situation verschoben.

Klambauer: „Ein gesamtgesellschaftliches Problem“

„Gewalt, vor allem an Frauen und Mädchen, ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Es geht uns mit dieser Aktion darum, ein Bewusstsein für dieses Problem, vor allem das der häuslichen Gewalt, zu schaffen. Wir machen es sichtbar, indem wir zahlreiche Gemeindeämter in Lila erstrahlen lassen. Der Landtag wird auch heuer wieder die Lila Schleifen tragen“, so Landesrätin Andrea Klambauer.

Bürgermeisterinnen-Gemeinden setzen Lichtzeichen

Mittelpunkt der heurigen Kampagne ist eine Lichtinstallation auf den Amtsgebäuden in den Gemeinden Anif, Nußdorf am Haunsberg, Lamprechtshausen, Straßwalchen, Bruck an der Glocknerstraße, Mühlbach am Hochkönig, Lend und Stuhlfelden. Diesen acht Gemeinden steht jeweils eine Bürgermeisterin vor. Die Lichtinstallation zeigt das Wort „Stopp“ und das Symbol des Gewaltschutzzentrums – eine flache, aufgerichtete Hand, die eine Faust stoppt. In den Folgejahren sollen auch Gemeinden mit männlichen Oberhäuptern zur Teilnahme animiert werden.

Das Land trägt Lila

Bei der nächsten Sitzung beteiligen sich auch der Salzburger Landtag und seine Abgeordneten am Zeichensetzen mit dem Tragen der lila Schleife. Das Symbol soll auch möglichst breit in der Landesverwaltung von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und von der Bevölkerung getragen werden. Die Schleifen können beim Referat Frauen, Diversität, Chancengleichheit des Landes per E-Mail: frauen@salzburg.gv.at angefordert werden.

Österreich schon seit 1992 dabei

Die weltweite Aktion „16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“ findet jedes Jahr von 25. November bis 10. Dezember statt. Auf der ganzen Welt nützen Initiativen den Zeitraum, um auf das Recht auf ein gewaltfreies Leben aufmerksam zu machen. Österreich nimmt seit 1992 an der Kampagne teil.

Weltweite Beispiele

  • Bei der Aktion „orange the world“ der Vereinigten Nationen werden öffentliche Gebäude in Orange beleuchtet.
  • Die Organisation Terre des femmes lenkt mit der Fahnenaktion „frei leben – ohne Gewalt“ die Aufmerksamkeit auf Zwangsehen.
  • Auch die EU nimmt sich des Themas an: Die Vorsitzende im Frauenrechtsausschuss des Europäischen Parlaments, Evelyn Regner, weist auf die Verstärkung des Problems der häuslichen Gewalt während der Coronavirus-Pandemie und der Ausgangsbeschränkungen hin und fordert mehr Unterstützung für Opfer.

Daten und Fakten

  • Jede fünfte Frau ab ihrem 15. Lebensjahr ist körperlicher und/oder sexueller Gewalt ausgesetzt.
  • Jede dritte Frau musste seit ihrem 15. Lebensjahr eine Form von sexueller Belästigung erfahren.
  • Jede siebente Frau ab ihrem 15. Lebensjahr ist von Stalking betroffen.
  • 2019 betreute das Gewaltschutzzentrum Salzburg 1.273 Menschen. Davon waren 86,6 Prozent weiblich.
(Quelle: SALZBURG24)

Schloss Mirabell leuchtet Orange

Schloss Mirabell Orange Stefan Tschandl
Das Schloss Mirabell leuchtet in den kommenden Tagen in oranger Farbe.

In ungewohnter, oranger Farbe präsentiert sich das Schloss Mirabell in der Stadt Salzburg in den kommenden Tagen. Der Hintergrund ist ein ernster: Die UN-Kampagne "Orange The World" findet jährlich zwischen dem 25. November, dem “Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen”, und dem 10. Dezember, dem “Internationalen Tag der Menschenrechte”, statt. Weltweit erstrahlen darum Gebäude in oranger Farbe, um gemeinsam ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen.

Denn die Zahlen sind alarmierend: In Österreich erlebt jede fünfte Frau Gewalt – egal ob psychisch, physisch oder sexuell. Im Jahr 2020, in Zeiten einer globalen Pandemie, in der Ausgangsbeschränkungen zum Schutz der Bevölkerung verhängt werden, steigen diese Zahlen stark an.

"Hier muss Hilfe geleistet werden"

Sozialstadträtin Hagenauer (SPÖ) zeigt sich besorgt: „Wenn ganze Familien den ganzen Tag gemeinsam auf engstem Raum zusammenleben, die Wohnung aber auf Grund der Ausgangsbeschränkungen nicht verlassen werden soll, führt das zu vermehrten Konflikten. Zudem kommt oftmals noch die belastende finanzielle Situation dazu, das Stress- und Aggressionslevel in den eigenen vier Wänden steigt an. Hier muss angesetzt und Hilfe geleistet werden. Es gilt weiterzukämpfen, bis keine Frau mehr Opfer von Gewalt ist. Solange das nicht erreicht ist, werde ich mich weiterhin mit aller Kraft dafür einsetzen, dass keine Frau und kein Kind alleine gelassen wird. Gerade die hilf- und wehrlosen Menschen in unserer Gesellschaft brauchen den größtmöglichen Schutz. Der 25. November, der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen, ist ein guter Anlass, um auf dieses wichtige Thema aufmerksam zu machen. Dennoch, der Gewaltschutz gegenüber Frauen und Kindern muss 365 Tage im Jahr bestehen.“

Stadt Salzburg setzt Zeichen

Auch Stadträtin Martina Berthold (Bürgerliste) unterstützt die Kampagne: „Die Stadt setzt in den 16 Tagen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen ein klares Zeichen gegen jede Form von Unterdrückung, Erniedrigung und Angriffen. Als Sitz der Stadtregierung leuchtet das Schloss Mirabell in dieser Zeit Orange. Eine Selbstverständlichkeit und ein Zeichen. Durch den Corona-Lockdown werden Spannungen in Familien und Beziehungen größer. Für immer mehr Frauen und ihre Kinder wird die Situation in ihren eigenen vier Wänden bedrohlicher und Übergriffe häufen sich. Daher ermutigen wir alle, aktiv gegen Gewalt einzutreten! Nicht nur in diesen 16 Tagen, sondern das ganze Jahr lang.“

Von Gewalt betroffene Frauen können sich an die Polizei (Notruf 133) und den Frauennotruf Salzburg wenden: Tel. 0662 881100

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