Jetzt Live
Startseite Salzburg
Wenn der Partner zuschlägt

Was ihr bei häuslicher Gewalt tun könnt

Hier findet ihr Hilfe

Frau, Gewalt, Angst, Missbrauch, Vergewaltigung, SB Pixabay/CC0
Frauen wurden in Österreich im letzten Jahr öfter Opfer von Morden als Männer. (SYMBOLBILD)

32 Frauen wurden in Österreich im letzten Jahr bis Oktober ermordet. Auch 2020 wurde bereits eine Frau in Niederösterreich umgebracht. Das Motiv: Eifersucht. Welche Faktoren für ein erhöhtes Mordrisiko sorgen und wo sich Opfer von Gewalt Hilfe holen können, bevor die Gewaltspirale explodiert, haben wir für euch zusammengefasst.

Anfang des letzten Jahres gab es in Österreich eine dramatische Häufung von Morden an Frauen. Eine Untersuchung, die von einer Expertengruppe im November vorgestellt wurde, ergab, dass Arbeitslosigkeit und Trennung die größten Risikofaktoren für solche Bluttaten darstellen.

Morde in Österreich: 66 Prozent der Opfer weiblich

Jene Mordfälle, die zwischen 1. Jänner 2018 und 25. Jänner 2019 begangen wurden, hat eine Screening-Gruppe im Bundeskriminalamt genauer untersucht. Davon waren 55 vollendete Tötungsdelikte und die Opfer zu 66 Prozent weiblich. In 92 Prozent der Fälle kannten Opfer und Täter einander – 54 Prozent waren verwandt oder bekannt und 38 Prozent lebten entweder in einer Intimbeziehung bzw. in Trennung. 

Der Risikofaktor Trennung sei schon seit Jahren einer der zentralsten. Denn: „Männer sind genau gleich kränkbar wie Frauen und wahrscheinlich noch ein Stück liebesbedürftiger“, sagt der Gerichtspsychiater Reinhard Haller. Dazu komme, dass Männer – vor allem die aggressiveren – zu schnellen und raschen Lösungen neigen würden.

Alle Opfer der in einer Beziehung verübten Tötungsdelikte waren weiblich. Ein weiteres Alarmzeichen: In 44 Prozent der Fälle war bereits ein Betretungsverbot verhängt worden, bei 16 Prozent sogar mehrmals.

Betretungsverbote gegen Gefährder

Betretungsverbote kann die Polizei dann verhängen, wenn „ein gefährlicher Angriff auf Leben, Gesundheit oder Freiheit“ eines Menschen besteht. Damit darf der „Gefährder“ deren Wohnung nicht mehr betreten und sich auch nicht auf mehr als 100 Meter nähern. Die Polizei kann dem Gefährder auch die Wohnungsschlüssel abnehmen.

In welchen Fällen ein Betretungsverbot ausgesprochen wird, lasse sich pauschal nicht sagen, heißt es auf SALZBURG24-Anfrage bei der Polizei Salzburg. Werden die Beamten im Fall einer Gefährdung alarmiert, sprechen sie sowohl mit dem Opfer als auch mit dem Täter. Daraus versuchen sie das Gefährdungspotenzial zu ermitteln. Die Bandbreite für Betretungsverbote reiche von der verbalen Drohung bis zu Körperverletzung. Ab welchem Zeitpunkt die Maßnahme Betretungsverbot notwendig ist, entscheiden die Polizistinnen und Polizisten je nach Situation vor Ort.

Diese Einschätzung wird anschließend noch von Seiten der Justizbehörden geprüft und in den meisten Fällen auch bestätigt.

Gewaltspirale selbst unterbrechen

Gewalt gegen Frauen steigert sich in den meisten Fällen, weiß Salzburgs Frauenhausleiterin Birgit Thaler-Haag. Oft beginne es mit massiver Kontrolle, Eifersucht und Machtverhalten. Erst dann komme es zu körperlicher Gewalt. Diese Gewaltspirale müsse man sofort unterbrechen: „Die Gewalt wird nicht aufhören, im Gegenteil. Sie wird massiver.“

1.664 Frauen in Frauenhäusern betreut

PDF: Frauenhäuser_statistik_2018.pdf und sich an eines von 26 Frauenhäusern in Österreich gewandt. Dort wurden auch 1.620 Kinder betreut, wie aus der Statistik der "Autonomen Österreichischen Frauenhäuser" (AÖF) hervorgeht. In Salzburg gibt es drei Frauenhäuser: In der Stadt Salzburg, dem Tennengau und im Pinzgau. Ihre Adressen sind noch geheim, erreichbar sind sie via Telefon. Zudem gibt es in Salzburg zwei Frauennotrufe – einen für Stadt und Flachgau und einen für die Region Innergebirg. Hilfe bieten im Bundesland auch das Gewaltschutzzentrum sowie die Kinder- und Jugendanwaltschaft und die Frauenhelpline.

Häusliche Gewalt: Hilfe in Salzburg

  • Frauenhelpline: 0800 222 555
  • Frauennotruf: 0662 88 11 00
  • Frauennotruf Innergebirg: 0664 500 68 68
  • Gewaltschutzzentrum: 0662 870 100
  • Frauenhaus Salzburg: 0662 458 458
  • Frauenhaus Hallein: 06245 80 261
  • Frauenhaus Pinzgau: 06582 74 30 21
  • Kija-Salzburg: 0662 430 550 3232
(Quelle: APA/SALZBURG24)

Aufgerufen am 05.12.2021 um 08:26 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/gewalt-gegen-frauen-wo-ihr-in-salzburg-hilfe-findet-82273051

Kommentare

Mehr zum Thema