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Vier von fünf Gewaltopfer in Salzburg weiblich

Gewalt, SB APA/dpa/Jan-Philipp Strobel
Auch Kinder in Salzburg müssen Gewalt in der eigenen Familie erleben. (Symbolbild)

Menschen, die Gewalt erfahren, werden in Salzburg nicht alleine gelassen. Jährlich werden im Gewaltschutzzentrum 1.200 bis 1.300 Menschen betreut, 2017 waren es 1.253, 84 Prozent davon, also mehr als vier von fünf, waren Frauen, aber auch knapp 16 Prozent Männer.

"Gewalt gegen Mädchen und Frauen darf niemals toleriert werden, weder im öffentlichen Raum noch in privaten Beziehungen", betonte Landesrätin Andrea Klambauer (NEOS) am Mittwoch bei ihrem Besuch im Gewaltschutzzentrum Salzburg. "Frauen fühlen oft einen Druck, darüber zu schweigen. Die Gewaltschutzzentren informieren und helfen Betroffenen und Angehörigen und unterstützen sie auf dem Weg in ein selbstbestimmtes und sicheres Leben. Frauen, die über ihre belastende Situation sprechen wollen, können hier reden und sich beraten lassen."

Mehr als 5.300 Gespräche geführt

5.380 persönliche und telefonische Beratungsgespräche führten die Mitarbeiterinnen des Gewaltschutzzentrums im Jahr 2017. Sie stellten 159 Anträge auf Erlassung von einstweiligen Verfügungen, begleitet 192 Betroffene in Gerichtsverfahren, übermittelten 305 Stellungnahmen an Gericht, Staatsanwaltschaft und Polizei und unterstützten 539 Menschen bei der Erstattung von Anzeigen.

 

Vier von fünf betreuten Personen sind weiblich

Im Gewaltschutzzentrum selber wurden 2017 genau 1.253 Menschen betreut. Davon waren 84,3 weiblich und 15,7 Prozent männlich. Von den insgesamt 1.299 Gefährdern, also Personen, von denen Gewalt ausgeht, waren 9,5 Prozent weiblich, 89,8 Prozent männlich und 0,7 Prozent unbekannt. 717 davon, also weit mehr als die Hälfte, sind Österreicher.

 

488 Betretungsverbote und 86 Stalking-Anzeigen

Insgesamt 488 Betretungsverbote wurden im Jahr 2017 ausgesprochen, davon 184 in der Stadt Salzburg, 92 im Flachgau, 86 im Pinzgau, 58 im Tennengau, 57 im Pongau und elf im Lungau. Bei den Anzeigen wegen Stalking ergibt sich ein ähnliches Bild: Von den insgesamt 86 Anzeigen wurden 56 in der Stadt Salzburg, 21 im Flachgau, vier im Pinzgau, drei im Pongau, zwei im Tennengau und keiner im Lungau ausgesprochen.

Auch Kinder erleben Gewalt

Leider sind auch Kinder und Jugendliche von Gewalt betroffen. Im Jahr 2017 erlebten 139 Kinder und Jugendliche unmittelbare Gewalt, davon 55 durch ihre Eltern oder einen Elternteil. 49 von diesen 55 mussten durch Betretungsverbote vor ihren Eltern geschützt werden. 788 Kinder und Jugendliche mussten Gewalt im gemeinsamen Haushalt miterleben. Und: Acht Kinder und Jugendliche übten Gewalt gegen ihre Eltern aus.

Gewaltschutzzentrum Salzburg Land Salzburg/Gerhard Scheidler
Im Bild (v.l.): Landesrätin Andrea Klambauer, Renée Mader und Ruzica Lukic.

Gewaltschutzzentrum bietet Hilfe

Das Gewaltschutzzentrum arbeitet im Auftrag des Bundes und wird vom Justizministerium finanziert. Das Land Salzburg stellt Räumlichkeiten für Beratungstätigkeiten kostenlos zur Verfügung. Rasche, individuelle, rechtliche und psychosoziale Unterstützung wird geboten bei Gewalt in der Familie, im sozialen Umfeld, bei Stalking, bei Zwangsverheiratung und bei Strafverfahren.

Muttersprachlich, kostenlos und anonym

Alle Angebote sind muttersprachlich, kostenlos und vertraulich, auf Wunsch auch anonym. "Prävention ist uns ein wichtiges Anliegen. Es muss nicht erst etwas passieren, damit Betroffene sich an uns wenden können. Sobald man ein unsicheres Gefühl in einer Beziehung hat, sei es Anspannung oder Angstzustände, stehen wir zur Seite", so Gewaltschutzzentrum-Geschäftsführerin Renée Mader.

In Salzburg ist das Gewaltschutzzentrum in der Paris-Lodron-Straße 3a zu erreichen (Telefonnummer +43 662 870100, E-Mail: office@gewaltschutzsalzburg.at). Außenstellen gibt es im Landeskrankenhaus, in Schwarzach im Pongau, in Neumarkt am Wallersee und in Tamsweg. Alle Informationen finden sich unter www.gewaltschutzsalzburg.at.

(Quelle: SALZBURG24)

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