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Giftköder

Das macht sie für Tiere gefährlich

Salzburger Tierarzt rät: Schnell handeln

Hund, Gras, SB Pixabay/CC0
Im hohen Gras fallen Giftköder nicht auf, bis ein Hund sie findet und frisst. (SYMBOLBILD)

Immer wieder sorgen Meldungen um Giftköder für Aufregung und Angst unter Tierbesitzerinnen und -besitzern. In Henndorf (Flachgau) äußerte ein Hundebesitzer gegenüber der Polizei am Dienstag den Verdacht, dass Giftköder im Ort ausgelegt wurden. Anfang September wurde in Salzburg-Gnigl aufgrund eines vergifteten Hundes ermittelt. Welche Symptome Tiere bei einer Vergiftung zeigen und wie Halterinnen und Halter darauf reagieren sollten, erklärt Tierarzt Wolfgang Biebl.

Am schwierigsten sei es für Tierhalterinnen und -halter zu erkennen, ob der Vierbeiner überhaupt vergiftet wurde, erklärt Tierarzt Wolfgang Biebl gegenüber SALZBURG24. „Das hängt immer davon ab, welche Art von Gift gefressen wurde und wie viel“, erklärt der Leiter der Tierklinik Anif (Flachgau). Er rät dazu, bei Verdacht auf Gift den Köder einzupacken und zum Tierarzt zu bringen.

Zudem würden die Tiere unterschiedlich auf das Gift reagieren. Von Durchfall, über Erbrechen und Müdigkeit können alle Symptome dabei sein.

 

Welches Gift wurde verwendet?

Im Erbrochenen der Tiere lassen sich ebenfalls Hinweise auf Gift finden. „Wenn etwas im Erbrochenen nicht aussieht wie Futter, sollte man es einpacken und zum Tierarzt mitnehmen.“ Zur Abklärung wird die Probe dann zur Untersuchung eingeschickt. Laut Biebl werden dabei die verschiedenen Giftstoffklassen abgecheckt. „Geht es Richtung Narkotika, Rauschmittel, Düngemittel oder Insektizide?“ Das sei aber nicht gerade billig, vor allem, wenn es keinen konkreten Verdacht gibt: Denn jede Giftstoffklasse kostet extra.

Symptome der Tiere behandeln

Behandeln lässt sich die Vergiftung aber auch ohne genaues Wissen über die Ursache, beruhigt der Tierarzt. Dann versuche man, die Symptome zu lindern und das Gift so schnell wie möglich aus dem Körper des Tieres zu bekommen. Dazu werden Infusionen gegeben, um etwa Leber und Niere bestmöglich beim Abbau der Giftstoffe zu unterstützen. Außerdem kann man den Tieren Aktivkohle geben, um die Stoffe im Körper zu binden oder auch einen schnelleren Abbau durch Durchfall provozieren. „Beim Rattengift etwa weiß man, dass es eine verzögerte Wirkung hat und innere Blutungen verursacht. Da kann man konkret handeln, damit die Blutgerinnung gar nicht erst auftritt.“

Verschiedene Substanzen in Giftködern

Welche Substanzen in Giftködern am häufigsten vorkommen, kann der Experte nicht sagen. Immer wieder habe man aber mit Rattengift und Düngemittel zu tun, seltener kommen zermahlene Tabletten vor. Und nicht immer komme eine Vergiftung von einem Giftköder. „Den Ausdruck Giftköder nimmt man zwar schnell in den Mund, oft ist es aber auch eine tote, verweste Maus. Wenn die gefressen wird, dann zeigen Hunde auch Symptome einer Vergiftung.“

 

Giftköder: Verdachtsfälle anzeigen

Nur selten seien vermutete Giftköder auch wirkliche Giftköder, die mutwillig verstreut worden seien, sagt Biebl. Da kämen eher Nägel oder Rasierklingen in Fleisch- oder Wurststücken vor. Diese Wahrnehmung bestätigt man auf Anfrage von S24 auch bei der Polizei. Laut einem Polizeisprecher kämen Giftköder extrem selten vor, auch, wenn es immer wieder Vermutungen gebe. Auch den Fall in Henndorf könne man derzeit noch nicht bestätigen. Die Polizei rät, Verdachtsfälle anzuzeigen und die Köder mitzubringen. In konkreten Fällen wird wegen Tierquälerei ermittelt. Eine eigene Statistik dazu führt man bei der Exekutive aber nicht.

Biebl rät Tierbesitzerinnen und -besitzern im Verdachtsfall schnell zu handeln und lieber einmal mehr zum Tierarzt zu gehen: „Es gibt auch Giftarten, die schwere Schäden hinterlassen und zum Tod führen können.“ In ganz Salzburg stehen Tierärztinnen und Tierärzte auch am Wochenende und an Feiertagen im Einsatz. Die aktuellen Notdienste für euren Gau findet ihr HIER.

(Quelle: SALZBURG24)

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