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Adelsmayr: Bad Ischler Arzt bereitet sich auf Prozess in Dubai vor

Der in Dubai wegen Mordes angeklagte Intensivmediziner Eugen Adelsmayr bereitet sich derzeit in seiner Heimat auf den nächsten Verhandlungstag am 16. Oktober vor.

Am kommenden Freitag wird er zurück in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) fliegen, um sich dem weiteren Mordprozess zu stellen. Laut Adelsmayr sollen beim nächsten Gerichtstermin am Sonntag die beiden letzten Zeugen der Anklage einvernommen werden. 

Adelsmayr: "Mulmiges Gefühl"

"Hierbei handelt es sich um eine Krankenschwester und einen Arzt, die beide noch im Rashid Hospital angestellt sind", sagte der 52-jährige Adelsmayr. Der Mediziner blickt dem Prozesstermin mit einem "mulmigen Gefühl" entgegen. "Bei der Schwester handelt es sich um eine Randfigur, auf der großer Druck lastet. Der Arzt jedoch hatte das Verfahren gegen mich mitinitiiert", erklärte er. Wenn die Krankenschwester zugunsten des österreichischen Intensivmediziners aussagt, könnte sie Probleme mit ihren Vorgesetzten bekommen, so der Bad Ischler. Am 16. Oktober sollte dann die Vernehmung aller fünf von der Anklage geladenen Zeugen abgeschlossen sein. Beim nächsten Prozesstermin ist dann laut Adelsmayr die Verteidigung am Zug.  

Frau von Adelsmayr schwer krank

Die vorübergehende Ausreise aus den VAE ist dem Mediziner aus humanitären Gründen erlaubt worden - die Frau des Arztes ist schwer krank. "Die Begeisterung meiner Familie über die Rückkehr nach Dubai hält sich in Grenzen", sagte Adelsmayr. Dennoch würden ihn seine Angehörigen bei diesem Schritt unterstützen. Nach dem Prozesstermin plant der gebürtige Oberösterreicher noch einige Tage in Dubai zu bleiben, um das weitere Vorgehen mit seiner Anwältin zu besprechen. "Am 17. oder 18. Oktober möchte ich aber wieder zurück nach Österreich fliegen." Die Anklage beschuldigt Adelsmayr und einen indischen Kollegen, einen querschnittgelähmten Patienten im Februar 2009 durch Unterlassung von Hilfeleistung und eine hohe Dosis Opiate getötet zu haben. Der damals 50-Jährige soll eine Order ausgegeben haben, dass der Kranke im Falle eines Herzstillstands nicht wiederbelebt werden soll. Bereits vor dem Vorfall im Rashid Hospital hatte Adelsmayr seine Kündigung eingereicht, er war dort mehr als drei Jahre als Leiter der Intensivstation tätig.  

Adelsmayr von Spital suspendiert

Der indische Kollege war der diensthabende Arzt, als der Patient einen Herzinfarkt erlitt. Laut Adelsmayr war der Inder zu diesem Zeitpunkt mit einem weiteren Patienten beschäftigt und hatte daher keine Zeit, den gelähmten Patienten zu reanimieren. Dieser verstarb um 3.30 Uhr. "Ich war zum Zeitpunkt des Todes bereits seit 36 Stunden nicht mehr im Krankenhaus", sagte der Arzt. Während der österreichische Mediziner von seinem jetzigen Arbeitgeber im Al Ain Hospital in Abu Dhabi suspendiert wurde, darf der mitangeklagte Inder laut Adelsmayr weiterhin auf der Station im Rashid Hospital Dienst versehen. (APA)
(Quelle: S24)

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