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Antideutsche Demo war Kunstprojekt

Der deutsche Student Peter Blum bei seinem Kunstprojekt. FMT-Pictures/M.W.
Der deutsche Student Peter Blum bei seinem Kunstprojekt.

Die Demonstration von Studenten mit antideutschen Parolen am Samstag (S24.at hat berichtet) war Teil eines Kunstprojekts eines Studenten des Mozarteums. Wir baten Peter Blum, Kunststudent und Organisator der Demo, zum Interview.

Rund 25 Studenten laufen mit Plakaten durch die Salzburger Altstadt und rufen „Deutsche raus!“ oder „Piefke weg!“ und machen sich gegen die “Überfremdung durch Deutsche an den Salzburger Unis” stark. So geschehen am Samstag in der Salzburger Altstadt.

Kunstprojekt zielt auf tiefere Thematik

Die Demo am Samstag erhitzte die Gemüter und schlug Wellen bis nach Deutschland, gegen dessen Landsleute die Demonstranten in der Salzburger Altstadt am Samstag lauthals hetzten. Für viele schien es zunächst befremdlich, dass sich unter den Demonstrierenden auch viele deutsche Studenten fanden, allen voran der Organisator Peter Blum. Der gebürtige Mainzer hat in den Tagen danach zahlreiche Reaktionen bekommen. Um genau diese ging es ihm - und allen voran um eine Diskussion anzuregen, verrät der 21-jährige Regie-Student am Montag im Salzburg24.at-Interview: „Wir hoffen über die Aktion ein Gespräch anzuregen und das unausweichliche Problem – den Zulauf deutscher Studenten an den österreichischen Universitäten und den daraus resultierenden Konflikt – an die Oberfläche zu holen“.

Organisatoren beschimpft

Das ist ihm gelungen, auf zahlreichen Foren wurde heiß diskutiert und die Aktion scharf verurteilt oder zweifelhaft unterstützt. Viele hetzen nun gegen den Organisator, bezeichnen es als „niveaulose Aktion“, „Volksverhetzung“ oder als „absolute Lachnummer“. Auch während der Demo waren die Reaktionen extrem, schildert Peter Blum: „Es herrschte sofort eine kalte Atmosphäre auf der Straße. Einige Passanten zeigten uns den Mittelfinger, andere begnügten sich mit Buh-Rufen. Ein älterer Herr beschimpfte uns, wieder andere nahmen nach der Aktion sogar die Verfolgung auf und bedrohten mich. Als ich ihnen aber dann erklärt habe, dass alles nur eine Kunstaktion war, haben sie sich beruhigt – wir sind dann sogar noch was Trinken gegangen. Und zum Ende der Demonstration, als wir die provokanten Parolen immer mehr steigerten, war den meisten Leuten schließlich klar, dass es Kabarett war."

Thema bleibt brisant

Das Thema ist brisant, wie die Reaktionen auf die Aktion zeigen. Das ist der gewünschte Effekt, den der Künstler erreichen wollte, um eine Diskussion anzuregen. Die Demo war ein Projekt zum Thema „Macht der Rede“, indem es um Aktion im öffentlichen Raum geht, und darum, wie politische Themen in der Öffentlichkeit behandelt werden. Blum wollte damit aufzeigen, dass die Probleme zwischen deutschen und österreichischen Studenten auf den Universitäten noch lange nicht gelöst sind und freut sich, dass nun zumindest erstmal wieder darüber diskutiert wird: „Das war natürlich eine provokante Aktion. Aber der Hintergrund ist natürlich ein friedlicher und geht weit über reine Provokation hinaus. Das Thema wird sich durch eine Demo und der anschließenden Diskussion alleine nicht erledigen – wir wollen Lösungen“, so Blum abschließend.

Aufgerufen am 22.04.2019 um 06:39 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/grenznah/antideutsche-demo-war-kunstprojekt-42622627

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