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Berchtesgaden: Einsatzkräfte im Dauereinsatz

Die Hubschrauber mussten mehrmals ausrücken. BRK
Die Hubschrauber mussten mehrmals ausrücken.

Das vergangene Wochenende bescherte den Rettungskräften im Berchtesgadener Land nicht weniger als 13 Einsätze. Ein akut erkrankter Mann konnte nur noch tot geborgen werden.

Der Sommer kehrte am Wochenende ins Berchtesgadener Land zurück, weshalb nach der kurzen Schlechtwetter-Einlage auch wieder mehr Menschen in den Bergen unterwegs waren. Die Bergwachten Berchtesgaden, Bad Reichenhall, Marktschellenberg und Ramsau und die Wasserwacht Berchtesgaden mussten von Freitag bis Sonntag zu insgesamt 13 Notfällen ausrücken, berichtete das Bayrische Rote Kreuz.

Rettungskräfte absolvieren 13 Einsätze

Am Freitag gegen 14.45 Uhr ging ein Notruf vom Jenner ein, wo sich ein elfjähriger Junge auf der Forststraße oberhalb der Mitterkaseralm schwer am Sprunggelenk verletzt hatte. Die Bergwacht Berchtesgaden fuhr mit ihrem Geländefahrzeug zur Unfallstelle und forderte dann einen Notarzt nach, da der Bub über starke Schmerzen klagte. Die Besatzung des Salzburger Notarzthubschraubers „Christophorus 6“ konnte am Stachus landen, übernahm den Patienten und brachte ihn dann zum Salzburger Landeskrankenhaus.

Am Freitag gegen 18.50 Uhr wurde die Bergwacht Ramsau für einen Patienten mit einer schweren Fußverletzung im Wimbachgries alarmiert, der noch selbst vom Trischübel zur Grieshütte abgestiegen war. Die Einsatzkräfte rückten zunächst mit ihrem Rettungsfahrzeug aus, forderten dann aber wegen starker Schmerzen des Patienten einen Hubschrauber nach. Die Besatzung von „Christophorus 6“ aus Salzburg konnte direkt an der Hütte landen, versorgte den Verletzten notärztlich und flog ihn dann zum Krankenhaus.

Am Samstagmittag gegen 11.45 Uhr musste die Bergwacht Berchtesgaden zum Grünstein-Klettersteig ausrücken, wo sich eine 53-jährige Klettersteig-Geherin aus dem Landkreis Traunstein unterhalb der Hängebrücke verletzt hatte. Die Bergretter versorgten die Frau, seilten sie ab und brachten sie ins Tal; eine Krankenwagen-Besatzung des Roten Kreuzes übernahm den weiteren Transport zur Kreisklinik Berchtesgaden.

Zeitgleich musste die Bergwacht Bad Reichenhall bei ihrem Sanitätsdienst zur Absicherung des Alpinen Dreikampfs „Graziman“ ein zwölfjähriges, einheimisches Mädchen versorgen und zum Mauthäusl bringen, das sich bei einem Radsturz am Fuß verletzt hatte. Eine Rettungswagen-Besatzung des Roten Kreuzes übernahm den weiteren Transport zum Klinikum Traunstein.

Erkrankter Mann stirbt bei Blaueishütte

Gegen 13 Uhr ging ein Notruf vom Hochkalter ein, wo etwas oberhalb der Blaueishütte ein akut intern erkrankter 56-jähriger Bergsteiger aus München zusammengebrochen war. Als der erste Bergwachtmann von der Blaueishütte aus am Einsatzort eintraf, wurde der Mann bereits durch seinen Sohn und einen zufällig anwesenden Schweizer Arzt wiederbelebt. Die Besatzung des Zeller Notarzthubschraubers „Alpin Heli 6“ konnte wenige Minuten nach dem Alarm direkt neben der Einsatzstelle landen, setzte die Wiederbelebungsmaßnahmen fort, konnte den Bergsteiger aber nicht mehr retten. „Alpin Heli 6“ flog im Anschluss den Sohn des Patienten ins Tal, wo er vom Kriseninterventionsdienst (KID) der Bergwacht zusammen mit der Frau des Verstorbenen betreut wurde. Einsatzkräfte der Bergwacht Ramsau und die Besatzung des nachgeforderten Polizeihubschraubers „Edelweiß 7“ brachten den Verstorbenen ins Tal.

Kurz nach 14 Uhr wurde im Zauberwald am Hintersee eine Epileptikerin von einer Wespe gestochen. Der alarmierte Landrettungsdienst des Roten Kreuzes versorgte die 47-Jährige aus Baden-Württemberg notärztlich und forderte zum Transport durchs unwegsame Gelände die Bergwacht Ramsau nach. Die Patientin wurde danach in die Kreisklinik Berchtesgaden gebracht.

Gegen 16.25 Uhr stürzte ein 50-jähriger Bergsteiger in rund 1.500 Metern Höhe beim Abstieg von der Reiter Alpe über den Böslsteig zur Halsgrube und verletzte sich dabei schwer am Kopf. „Edelweiß 7“ war nach der Totenbergung noch in der Ramsau und setzte bereits wenige Minuten nach dem Notruf den Ramsauer Bergwacht-Notarzt und danach noch zwei weitere Bergretter mit Ausrüstung per Winde beim Patienten ab. Der 50-Jährige wurde in den Luftrettungssack umgelagert, mit dem Notarzt per Winde aufgenommen und nach Salzburg geflogen. „Edelweiß 7“ brachte danach noch die Bergretter und die Begleiter des Verletzten ins Tal und wurde zwischenzeitlich in Schönau mit dem Kerosinanhänger der Bergwacht Berchtesgaden wieder aufgetankt. Gegen 20 Uhr musste die Bergwacht Ramsau nochmal ausrücken, da in der Wimbachgrieshütte ein Bergsteiger mit einem akuten Migräne-Anfall medizinische Hilfe brauchte.
Am Sonntagmittag kurz nach 12.30 Uhr musste die BRK-Wasserwacht mit ihrem Rettungsboot über den Königssee zur Saletalm ausrücken, wo ein verletzter 55-jähriger Einheimischer Hilfe brauchte. Der Mann war bereits vor der Fischunkelalm gestürzt und war dann noch aus eigener Kraft mit Begleitung bis nach Salet weitergegangen. Die drei Wasserretter versorgten die Wunden im Gesicht, am Arm und am Knie und fuhren den Patienten dann zur Seelände, wo ihn eine Rettungswagen-Besatzung des Roten Kreuzes übernahm und in die Kreisklinik Berchtesgaden brachte.

Flachgauerin in Almbachklamm verletzt

Am Sonntag gegen 13.15 Uhr musste die Bergwacht Marktschellenberg zur Brücke 3 in die Almbachklamm ausrücken, wo sich eine 38-jährige Frau aus dem Salzburger Flachgau am Fuß verletzt hatte. Die Bergretter versorgten die Patientin, brachten sie per Trage aus der Klamm und übergaben sie an der Kugelmühle an eine Rettungswagen-Besatzung des Roten Kreuzes, die den weiteren Transport zum Salzburger Unfallkrankenhaus übernahm.

Gegen 14.15 Uhr ging ein Notruf vom Färberwinkel in Bischofswiesen ein, wo ein 64-jähriger Einheimischer bei einem Radsturz zwischen Bischofswiesener Ache und Tristramgraben verletzt wurde. Die Bergwacht Berchtesgaden brachte den notärztlich versorgten Patienten bis zur befahrbaren Straße, wo der Rettungswagen stand; im Anschluss wurde er in die Kreisklinik Berchtesgaden eingeliefert.

Kurz nach 16 Uhr musste die Bergwacht Marktschellenberg erneut in Richtung Almbachklamm ausrücken, wo ein erschöpfter Wanderer zwischen dem Dunkelgraben und der Theresienklause Hilfe brauchte. Die Einsatzkräfte fuhren über Winkl in Richtung der Einsatzstelle, suchten dann zu Fuß die Wege über eine Stunde lang ab, mussten aber schließlich feststellen, dass der mutmaßliche Patient dann doch aus eigener Kraft weitergegangen war und keine Hilfe mehr brauchte. Gegen 21.20 Uhr wurden dann noch aus der Hintergern nächtliche Lichtquellen im Bereich des Scheibenkasers auf der Untersberg-Südseite gemeldet, die die Bergwacht Marktschellenberg abklären musste.

(Quelle: S24)

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