Jetzt Live
Startseite Grenznah
Grenznah

Bislang stärkstes Föhnereignis des Jahres: Fast 200 km/h am Feuersang

Bislang stärkstes Föhnereignis des Jahres. APA/ HANS KLAUS TECHT
Bislang stärkstes Föhnereignis des Jahres.

Der Samstag stand ganz im Zeichen von Föhnsturm. Auf vielen Bergen gab es laut dem Wetterdienst UBIMET Böen in Orkanstärke. So wurde am Feuersang im Pongau beinahe die 200-km/h-Marke erreicht und auf der Zugspitze über 170 km/h gemessen.

Auch das Brandner Tal in Vorarlberg steht mit orkanartigen Böen von 115 km/h um nicht viel nach. Westlich vom Salzkammergut gab es aber generell in einigen Tälern schwere Sturmböen. Am Abend, spätestens aber in der Nacht auf Sonntag geht der Föhn dann überall zu Ende.

Windspitzen von mehr als 80 km/h

Der Samstag brachte in weiten Österreichs das bislang stärkste Südföhnereignis dieses Jahres. In fast allen Bundesländern wurden Windspitzen von mehr als 80 km/h gemessen. Noch windiger war es allerdings auf den Bergen.

Fast 200 km/h am Feuersang in Salzburg

So wurde am Feuersang auf einer Seehöhe von 2.100 Meter mit 198 km/h die österreichweit stärkste Böe gemessen, gefolgt von 174 km/h auf der Zugspitze in Tirol. In den Niederungen war es mit 115 km/h in Brand in Vorarlberg am windigsten, gefolgt von Bad Gastein und Rauris (S) sowie Achenkirch (T) mit jeweils 94 km/h. „Die Ursache für den stürmischen Föhn war eine straffe Südströmung an der Vorderseite des Sturmtiefs XAVER über Ostfrankreich“, erklärt UBIMET-Chefmeteorologe Manfred Spatzierer.

Stärkste Windböen je Bundesland für die Tallagen bzw. Niederungen:

  • 115 km/h   Brand (V, 1.046 m)
  • 94 km/h    Achenkirch (T, 930 m)
  • 94 km/h    Rauris und Bad Gastein (S, 941 m und 1.098 m)
  • 83 km/h    Windischgarsten (OÖ, 596 m)
  • 104 km/h   Hollenthon (NÖ, 675 m)
  • 76 km/h    Unterlaa (W, 201 m)
  • 86 km/h    Neusiedl/See (B, 154 m)
  • 72 km/h    Semmering-Pass (ST, 985 m)
  • 61 km/h    Feistritz (K, 536 m)

Hitliste für die Berge:

  • 198 km/h   Feuersang (S, 2.090 m)
  • 174 km/h   Zugspitze (T, 2.964 m)
  • 162 km/h   Patscherkofel (T, 2.247 m)

Sturmschäden und Saharastaub

Mit dem Sturm knickten zudem zahlreiche Bäume um, in Tirol wurden auch vereinzelt Dächer abgedeckt und Baugerüste stürzten um. Außerdem gelangte Saharastaub zu den Alpen, die Luft erschien vor allem im Westen teils diesig und der Himmel milchig-weiß.

Ungewöhnlich mild

Mit dem Föhn machten die Temperaturen einen ordentlichen Sprung nach oben, in vier Bundesländern wurde die 20-Grad-Marke geknackt. Spitzenreiter war die Bundeshauptstadt mit 22,2 Grad an der Station Mariabrunn im Westen von Wien. „Solche Höchstwerte sind für Anfang März äußerst ungewöhnlich und gab es schon seit vielen Jahren nicht am Beginn des meteorologischen Frühlings“, so der Meteorologe.

Föhnzusammenbruch am Abend

In der Nacht auf Sonntag lässt der Föhn von Westen her überall nach, der Sturm geht damit zu Ende. Dazu muss man in Osttirol und Oberkärnten noch mit teils kräftigem Regen rechnen, aber auch in Vorarlberg und Teilen Tirols setzt allmählich Regen ein. Die Schneefallgrenze sinkt Samstagnacht auf 1.400 bis 900 m ab. Trocken bleibt es hingegen von Salzburg ostwärts.

Allgemein unbeständig und kälter verlaufen dann der Sonntag und der Wochenbeginn.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 08.05.2021 um 12:24 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/grenznah/bislang-staerkstes-foehnereignis-des-jahres-fast-200-km-h-am-feuersang-55328560

Kommentare

Mehr zum Thema