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BP-Wahl: 598 Prozent Wahlbeteiligung in Linzer Sprengel ist Falschmeldung

Eine Falschmeldung um manipulierte Wahlergebnisse kursiert auf Facebook. APA/NEUMAYR/MMV
Eine Falschmeldung um manipulierte Wahlergebnisse kursiert auf Facebook.

Viel Aufregung gab es am Dienstag um ein Wahlergebnis der Stadt Linz. Beim sogenannten "Sondersprengel" wurden 3.518 Wahlberechtigte verzeichnet und 21.060 Stimmen abgegeben. Das entspräche einer Wahlbeteiligung von 598 Prozent. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und Hofer-Fans sind empört. Was ist hier falsch gelaufen? Wir haben nachrecherchiert.

Alexander Van der Bellen wird neuer Bundespräsident von Österreich. Das ist seit Montag bekannt. Das Rennen um die Hofburg war extrem knapp. Der 72-Jährige kam auf lediglich 31.026 Stimmen mehr als FPÖ-Kandidat Norbert Hofer.

Was stimmt in Linz nicht?

Während es bei der Auszählung der Stimmen im BM.I schon zu zwei Pannen kam, schlagen Hofer-Fans am Dienstag auf Facebook und Twitter wegen angeblichen Ungereimtheiten bei der Auszählung in der Stadt Linz Alarm. Über die sozialen Netzwerke machte ein Screen die Runde, wonach es in einem Sondersprengel zwar nur 3.518 Wahlberechtigte, aber über 21.000 Stimmabgaben gegeben hat. Auch FPÖ-Chef HC Strache postete den Screen am Dienstag auf seine Facebook-Seite mit den Worten: „Auch ein Sondersprengel in Linz wirft einige Fragen auf!? Sondersprengel: 598% Wahlbeteiligung!“.

Dienstagvormittag witterte die FPÖ Ungereimtheiten bei der Wahl in Linz./Facebook/HC Strache/Screenshot (Dienstag, 11 Uhr) Salzburg24
Dienstagvormittag witterte die FPÖ Ungereimtheiten bei der Wahl in Linz./Facebook/HC Strache/Screenshot (Dienstag, 11 Uhr)

Tausende Wähler verunsichert

Binnen zwei Stunden wurde Straches Post über 1.700 Mal geteilt und zählte fast 4.000 Likes und 800 Kommentare. Aufregung pur im Netz! Die Wähler, vor allem jene von Norbert Hofer, fühlten sich verunsichert. Wurden die Ergebnisse tatsächlich manipuliert? Auch bei SALZBURG24 meldeten sich einige User via Facebook mit dem Screen.







SALZBURG24 fragt nach

Gerne haben wir für euch beim Magistrat Linz nachgefragt. Und die Antwort ist eigentlich ganz einfach: In dem „Sondersprengel“ wurden sowohl „Fliegende Wahlbehörden“ und „Besondere Wahlbehörden“, als auch die Briefwahlstimmen zusammengefasst. Wie uns der Magistrat Linz auf Anfrage bestätigt, wurde in der ersten Version der PDF-Datei die Anmerkung, dass hier auch die Briefwahlstimmen enthalten sind, kurzerhand vergessen. „Diesen Hinweis haben wir jetzt aber ergänzt“, sagte ein Sprecher des Magistrats gegenüber SALZBURG24.

Die aktualisierte Datei ist unter diesem Link hinterlegt.

Wahlbeteiligung von 598 % in Linzer Sondersprengel ist Falschmeldung

Eine Wahlbeteiligung von 598 Prozent im Sondersprengel (der ja kein Sprengel an sich ist) stimmt so also nicht. Auch die in den sozialen Netzwerken kolportierte Manipulation der Ergebnisse in Linz ist somit eine Falschmeldung, die wir somit hoffentlich aufklären konnten. Die Zahlen seien korrekt, es müssen nur die beiden Kategorien getrennt dargestellt werden, heißt es aus dem Magistrat.

Eine Manipulation von Wahlergebnissen wäre im Übrigen eine schwere Straftat. Und wer will das den tausenden Wahlhelfern, darunter auch zahlreiche aus der FPÖ, ohne Beweise vorwerfen?

HC Strache und sein Team dürften ihren "Schnellschuss" mittlerweile bemerkt haben und haben das Posting von der Facebook-Seite gelöscht.

(SALZBURG24)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 21.08.2019 um 02:02 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/grenznah/bp-wahl-598-prozent-wahlbeteiligung-in-linzer-sprengel-ist-falschmeldung-52253101

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