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Briefträger täuschte Überfall vor: Verurteilt

Gleich zweimal täuschte ein ehemaliger Briefträger einen Überfall vor. Er  musste sich nun vor Gericht für den Diebstahl einiger tausend Euro verantworten.

Weil er rund 8.400 Euro veruntreut haben soll, ist am Donnerstag im Landesgericht Linz ein ehemaliger Briefträger zu sechs Monaten bedingt und einer unbedingten Geldstrafe von 480 Euro verurteilt worden. Die Anklage hatte ihm vorgeworfen, zweimal einen Überfall vorgetäuscht zu haben. Die Richterin hielt es aber für möglich, dass er beim ersten Mal tatsächlich Opfer eines Verbrechens geworden sei und nur den zweiten erfunden hat. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Briefträger schlug am Monatsersten zu

Der 21-Jährige hatte behauptet, er sei zweimal von Unbekannten ausgeraubt worden. Die angeblichen Überfälle passierten jeweils am Monatsersten - dem 1. Oktober und dem 1. Dezember 2010. An diesen Tagen hatte der Briefträger stets viel Geld bei sich, weil er Pensionen auszahlen musste. Einmal sollen die Unbekannten 15.000 und dann gut 8.000 Euro erbeutet haben. Zusätzlich wurde dem 21-Jährige vorgeworfen, 380 Euro aus einer Nachnahmezustellung nicht bei seinem Dienstgeber abgeliefert zu haben. Die Staatsanwältin räumte ein, dass es sich um einen reinen Indizienprozess handle, sah aber eine erdrückende Beweislage, zumindest für den zweiten Überfall. Der Verteidiger führte an, dass es massive Zweifel daran gebe, ob sein Mandant tatsächlich die Taten begangen habe und nicht doch jemand anderer, eventuell sogar aus dem Bekanntenkreis des Angeklagten. Er forderte einen Freispruch. Weil die Angaben des Angeklagten verworren und widersprüchlich waren, Zeugen ihn belasteten bzw. sich ebenfalls widersprachen, kam die Richterin zu dem Schluss, dass der Angeklagte möglicherweise tatsächlich einmal überfallen worden sei und sich dann zwei Monate später gedacht habe: "Das kann ich auch." Daher sprach sie ihn wegen Veruntreuung und Vortäuschung einer mit Strafe bedrohten Handlung im ersten Fall frei und im zweiten schuldig. Die Veruntreuung der 380 Euro aus der Nachnahme-Sendung sah das Gericht als erwiesen an.

Briefträger hatte Komplizen

Ein Mitangeklagter, der dem 21-Jährigen geholfen haben soll, das Geld, das bis heute verschwunden ist, zur Seite zu schaffen, wurde zwar wegen Hehlerei schuldig gesprochen. Da er aber ohnehin bereits eine längere Haftstrafe absitzt, sah das Gericht von einer Zusatzstrafe ab. Staatsanwaltschaft und die Verteidigung des Briefträgers gaben keine Erklärung ab, der Anwalt des Zweitangeklagten erklärte Rechtsmittelverzicht. Die Post als Privatbeteiligte wurde auf den Zivilrechtsweg verwiesen. (APA)
(Quelle: S24)

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