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Cluster im Salzkammergut

Corona-Zahlen in St. Wolfgang vorerst stabil

1.183 Personen auf Covid-Infektionen getestet

Die Zahl der vom Coronavirus Infizierten im Tourismusort St. Wolfgang im Bezirk Gmunden ist mit 62 gleich geblieben. Das teilte der Krisenstab des Landes Oberösterreich nach der zuletzt noch ausständigen Auswertung von 38 von 1.183 Tests in einer Presseaussendung am Dienstag mit.

Die Zahl der Erkrankten entspricht 5,2 Prozent der Getesteten. Unter den positiven Fällen befinden sich 56 Mitarbeiter, drei Gäste eines Hauses im Ort und drei Jugendliche aus der Umgebung. Die für St. Wolfgang zuständige Bezirkshauptmannschaft Gmunden informiert alle Bezirksverwaltungsbehörden österreichweit, in denen die betroffenen Personen ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben. So befinden sich unter den Erkrankten nach den jüngsten Zahlen 16 aus Niederösterreich, um zwei mehr als zunächst angenommen.

Freiwillige Corona-Tests für Mitarbeiter

Die nach dem Bekanntwerden der Fälle in St. Wolfgang seit dem Wochenende dort angebotenen Tests für Tourismusmitarbeiter, Bewohner und Gäste sind beendet worden. Der Chef der Tourismus Wolfgangsee Gesellschaft Hans Wieser gab jedoch auf APA-Anfrage bekannt, dass ein seit 1. Juli auf ganz Österreich ausgerolltes Programm, bei dem sich alle Tourismusmitarbeiter mit Gästekontakt freiwillig auf Covid-19 testen lassen, bereits am vergangenen Freitag auch am Wolfgangsee angelaufen ist. 536 Mitarbeiter aus 31 Betrieben haben sich dafür angemeldet. Das entspricht in etwa der Zahl aller im Tourismus und Beherbergungsbereich Beschäftigten in St. Wolfgang. Sie werden aufgeteilt auf mehrere Tage wöchentlich getestet.

Das Land Salzburg wird am Dienstagnachmittag beginnen, Tourismuspraktikanten in St. Gilgen und Strobl auf der Salzburger Seite des Wolfgangsee zu testen. Wie Tourismusdirektor Wieser am Vormittag sagte, habe es bisher 40 bis 45 Anmeldungen für die freiwilligen Abstriche gegeben. "Diese Zahl dürfte sich nicht mehr groß erhöhen." Die Maßnahme dient laut dem Land Salzburg als Vorsorge, um eine mögliche weitere Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Wolfgangsee-Cluster betrifft auch Salzburg

Betroffen waren demnach 17 Hotels bzw. Lokale und ein Geschäft in St. Wolfgang, ein Gasthaus und ein Badeplatz in der Ortschaft Ried/St. Gilgen im Bundesland Salzburg sowie ein Gasthof in Strobl (ebenfalls Bundesland Salzburg).

Von den 62 Infizierten haben fünf Personen ihren Wohnsitz im Bundesland Salzburg, informierte das Land am Montagabend.

Salzburg ebenso vom Corona-Cluster betroffen

Am Dienstag hatte eine Hotelmitarbeiterin in St. Wolfgang Corona-Symptome gezeigt. Sie wurde noch am selben Tag getestet. Mittwochfrüh wurde der Krisenstab des Landes über das positive Ergebnis informiert. Man habe sofort mit groß angelegten Testungen und dem Kontaktpersonenmanagement begonnen, hieß es dort. Die Öffentlichkeit wurde allerdings erst am Freitag unterrichtet, damals waren acht Fälle bekannt.

Politik verteidigt Vorgehen im Salzkammergut

LHStv. Christine Haberlander (ÖVP) und Mitglieder des Krisenstabs des Landes verteidigten das bisherige Vorgehen der Behörden in der Causa St. Wolfgang (Bezirk Gmunden). Weitere Maßnahmen halten sie derzeit nicht für nötig, allerdings sollen u.a. die Mitarbeiter der Hotline 1450 auf St. Wolfgang sensibilisiert werden.

Man habe am Mittwoch um 8.15 Uhr von der ersten Infektion erfahren und begonnen, die Quelle zu suchen, schilderte Carmen Breitwieser, Bezirkshauptfrau von Steyr-Land und Mitglied des Krisenstabs. "Ab dem Zeitpunkt, wo klar war, dass es sich um einen Cluster handelt, wurde auch die Öffentlichkeit informiert."

Weitere Maßnahmen nicht geplant

Wenn Infizierte in ihre Heimatbezirke zurückkehren, werden die zuständigen Bezirkshauptmannschaften informiert, erklärte Breitwieser. Ob im Kreis der Kontaktpersonen auch Leute aus dem Ausland dabei seien, blieb unklar. Sie gehe aber davon aus, dass es so sei. Insgesamt sei man zuversichtlich, die Gruppe "einclustern" zu können, beim Contact-Tracing stoße man immer wieder auf Personen, die man bereits erfasst habe. Seit Montag müssen Abreisende zudem ihre Daten verpflichtend hinterlassen.

 

Weitere Maßnahmen, wie etwa eine Quarantäne für den Ort oder Betriebsschließungen halten Haberlander und der Krisenstab daher derzeit nicht für nötig. Man habe zwar eine Schließung von Nachtlokalen überlegt, aber die beiden, die es im Ort gibt, hätten ohnehin freiwillig geschlossen, so die Landeshauptmann-Stellvertreterin.

Sie habe mit Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) aber vereinbart, dass die Mitarbeiter der betroffenen Betriebe in sieben bis acht Tagen erneut durch die AGES getestet werden, so Haberlander. Zudem werden erneut alle Gäste ersucht sich zu melden, die Lokale "13er Haus" und "W3", wo infizierte Praktikanten gefeiert hatten, seit dem 15. Juli besucht haben

(Quelle: APA/SALZBURG24)

Maskenpflicht in Strobl und St. Gilgen

SB, Sankt Wolfgang, Wolfgangsee SALZBURG24/Wurzer

57 Coronavirus-Infizierte zählt der Cluster in St. Wolfgang (Bez. Gmunden) am Sonntag. Das sorgt in den benachbarten Salzburger Orten für Beunruhigung, vor allem in St. Gilgen (Flachgau). Leo Bauernberger vom SalzburgLand Tourismus erklärt, dass die Zahl der Covid-19-Tourismus-Screenings in den nächsten zwei Wochen von 3.000 auf 5.000 steigen soll. Auch, um den Touristen Sicherheit gewährleisten zu können.

Von dem Cluster sind derzeit drei Personen mit Wohnsitz im Bezirk Salzburg-Umgebung betroffen. In St. Gilgen kommt bereits zu Stornierungen, erklärt Brigitte Winkler, Leiterin des Tourismusbüros, auf Anfrage von SALZBURG24. Die Gäste machen sich sichtbar Sorgen. Allerdings sei die Situation vor Ort „nicht so dramatisch. Wir hatten bisher nur einen Fall und der ist in Quarantäne“, schildert Winkler. Trotzdem werden Vorsichtsmaßnahmen getroffen: Eine für Mittwoch geplante Veranstaltung wurde abgesagt. Die hätte zwar im Freien stattgefunden, aber „man muss es nicht herausfordern“, betont sie. Zudem würden die Menschen wieder vermehrt Masken tragen.

Bei der Hotline 1450 wird geprüft, ob der Anrufer sich zuletzt im Salzkammergut aufgehalten hat.

Gepostet von SALZBURG24 am Montag, 27. Juli 2020

Wieder Maskenpflicht für Tourismus-Mitarbeiter

Das wird für viele in St. Gilgen, aber auch in Strobl, ab heute wieder zur Pflicht. In einer Aussendung vom Montag sagt Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP): „In Anbetracht der Entwicklungen in der Wolfgangsee-Region wird in den Orten Strobl und St. Gilgen eine Maskenpflicht für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Tourismus verhängt, welche direkten Kontakt mit Gästen pflegen.“ Das empfiehlt er auch allen anderen Betrieben der Freizeitbranche im Bundesland Salzburg.

Die Verordnung werde noch heute von der Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung für die Gemeinden Strobl und St. Gilgen erlassen und gelte vorerst bis Ende August, sagte ein Sprecher des Landeshauptmanns zur APA. Ein Fahrplan zur Prävention und Eindämmung von Corona-Infektionen in der Sommersaison wurde laut Land Salzburg bereits erarbeitet, er sei „alltagstauglich“, wie betont wird.

Besorgte Gäste-Anfragen

Bisher läuft es im Salzburger Tourismus deutlich besser als erwartet. „Die Auslastung wird zunehmend besser, sowohl in der Stadt, als auch in den Regionen“, weiß Leo Bauernberger, Geschäftsführer des SalzburgerLand Tourismus, im Gespräch mit S24. Die Stimmung sei allgemein gut. Aber: „Wie labil die Lage ist, sieht man an St. Wolfgang“, sagt der Touristiker. Er stellt eine „erhöhte Sensibilität“ bei den Gästen fest, es gäbe mehr besorgte Anfragen in den Orten nahe der Salzkammergut-Gemeinde. Der Cluster ist für ihn ein Vorbild: „Jeder Ort, der so etwas erlebt, ist ein Lernbeispiel.“

St. Johann: "Virus ist da, aber keine Angststimmung"

Doch nicht nur in der näheren Umgebung machen sich Touristiker aufgrund des neuen Clusters Gedanken. In St. Johann im Pongau gibt es Notfallpläne für den Fall, dass es zu einer Covid-19-Infektion kommt. „Man ist nie gefeit, hofft aber, dass man nicht betroffen ist“, erklärt Stefanie Mayr, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes, im Interview mit SALZBURG24. Insgesamt seien die Gäste aber in positiver Stimmung ­– trotz Maskenpflicht in der Liechtensteinklamm. „Das Virus ist da, es herrscht aber keine Angststimmung.“

Covid-19-Tests im Tourismus erhöhen

Laut Bauernberger unterstütze man die Tourismusbetriebe darin, dass sie Sicherheit gewährleisten können. Dazu gehören auch die Corona-Testungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Seit Juli laufen sie im ganzen Bundesland. Letzte Woche seien 3.000 Tests durchgeführt worden, diese Woche sollen es 4.000 werden. „Vielleicht schaffen wir nächste Woche schon 5.000“, ist er zuversichtlich.

Insgesamt arbeiten im ganzen Bundesland 40.000 Menschen in der Tourismusbranche, davon etwa 14.000 in der Hotellerie. Das Ziel wäre, 10.000 bis 12.000 Covid-19-Tests pro Woche durchzuführen. Nach einem schleppenden Start ist das für Bauernberger durchaus noch realistisch, die Infrastruktur stehe. Nun sei es „notwendig, dass die Betriebe ihre Mitarbeiter für die Tests motivieren.“ Schon jetzt sei Salzburg in Österreich jenes Bundesland, in dem im Tourismus am meisten getestet wird. „Aber wir haben noch Luft nach oben.“

Hoffnung in St. Gilgen

Brigitte Winkler erzählt, dass die Tests in St. Gilgen sehr gut angenommen würden. Grundsätzlich sei die Stimmung in der Gemeinde am Wolfgangsee positiv. Wer ängstlich ist, reise freilich ab. „Das Verständnis bei den Zimmergebern ist da. Wir hoffen jetzt das Beste.“

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