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Vor Qualen gerettet

Bierobelix beherbergt zehn Rinder auf Gnadenhof

Kälber und Schweine bekommen neues Zuhause

"Gnadenhof" beim Bierobelix Martin Seidl
Drei der zehn Rinder, die bei Martin Seidl eine neue Heimat gefunden haben.

Martin Seidl alias der „Bierobelix“ aus Dietraching in Oberösterreich hat seine Landwirtschaft samt Brauerei in einen kleinen Gnadenhof für Kälber verwandelt.

Mittlerweile hält Martin Seidl auf seinem Betrieb zehn Rinder und drei Schweine. Und das, obwohl das gar nie sein Plan war. Der Bierbrauer hat sie allesamt vor einer qualvollen Reise in den Tod gerettet. Doch der Reihe nach.

Elegante Treber-Verwertung

Eigentlich wollte Seidl nur so viele Kühe, um seinen Treber (Abfallprodukt beim Brauen, Anm.) verfüttern zu können. Für die Entsorgung hätte er sonst bezahlen müssen. Durch das Verfüttern der Reste der selbst angebauten Braugerste hält er den Kreislauf seiner nachhaltigen Landwirtschaft am Laufen.

„Abfallprodukte der Milchwirtschaft“

Seine Rinder hat er von lokalen Bauern teilweise geschenkt bekommen. Man hätte die zum Teil erst drei Wochen alten Tiere ansonsten via Spanien in den Libanon transportiert und dort geschlachtet. „Es sind Abfallprodukte der Milchwirtschaft“, erklärt der 48-Jährige. Da die männlichen Rinder keine Milch geben, würden sie auf den Höfen keine Bereicherung sein und billig weiterverkauft werden. Da bekam der Oberösterreicher Mitleid.

"Gnadenhof" beim Bierobelix Martin Seidl

Gnadenhof nun ausgereizt

Im Laufe weniger Monate kamen immer mehr Tiere hinzu. Mit zehn Rindern stoße der „Gnadenhof“ im Innviertel nun an seine Grenzen. Weil nun auch der Platz ausgehe und der Brauer mittlerweile schon Futter kaufen muss, konnte er keine Rinder mehr aufnehmen. Um den letzten Neuzugang überhaupt aufnehmen zu können, bekam er Hilfe von einer Bekannten, die für das Kalb Futter gesammelt hat. „Gewinn mache ich mit den Tieren natürlich keinen. Es ist eher was fürs gute Gewissen“, sagt Seidl.

Problem gelöst

Rund um die Dietrachinger Brauerei gebe es genug Weidefläche für die zehn Rinder, da dort schon zu Seidls Kindheit Angus-Rinder gezüchtet wurden. „Die Wiesen zu bewirtschaften wäre mühsam gewesen, da sollten besser glückliche Tiere rumlaufen“, erzählt der „Bierobelix“. Als echten Gnadenhof sieht er sich nicht. „Am Gnadenhof bleiben die Tiere ihr Leben lang. Ich werde mich leider von einigen irgendwann wieder verabschieden müssen“, so Seidl. Das Problem mit seinem Treber hat er auf jeden Fall gelöst.

(Quelle: SALZBURG24)

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