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Drogen-"Lieferservice" ausgeforscht

Vier Festnahmen in OÖ

Gleich hinter der Salzburger Landesgrenze – in den oö. Bezirken Vöcklabruck und Gmunden – wurde ein laut Polizei "Familienbetrieb" ausgeforscht, der großen Mengen Drogen gewinnbringend verkauft haben soll.

Konkret stehen die 45-jährige Haupttäterin, ihre 22-jährige Tochter, ihr 17-jähriger Sohn, ihr 29-jähriger Lebensgefährte und der 28-jährige Untermieter der Familie – alle aus dem Bezirk Vöcklabruck – im Verdacht, im ersten Halbjahr 2019 einen regen Drogenhandel in Form eines "Online Bestell- und Lieferservice" betrieben zu haben.

Bestellungen im Internet-Chat

Beinahe täglich hätten sich die teilweise bekannten Drogenkonsumenten bis 18 Uhr bei einem verschlüsselten Chatforum anmelden und diverse Bestellungen abgeben können. Anschließend wurde in unterschiedlichen Konstellationen der Tätergruppe das Suchtmittel abgewogen, verpackt, eine Auslieferungsroute zusammengestellt und anschließend die Drogen mit dem Auto der 45-Jährigen ausgeliefert. Die Abnehmer bekamen lediglich eine Bestellbestätigung samt Zeit und Treffpunkt der Übergabe.

Große Mengen Drogen gebunkert

Anfang Juli wurde im Haus der Familie eine gerichtlich angeordnete Hausdurchsuchung vollzogen. Bereits im Wohnbereich konnten größere Mengen verschiedener Suchtmittelarten sichergestellt werden. Der Drogenspürhund signalisierte jedoch auch mehrmals hinter einer verschlossenen Kellertür ein mutmaßliches Suchtmittelversteck. Da die Hauptverdächtige anfangs den Zugang dieses Raumes verleugnete, wurde die Tür gewaltsam geöffnet. Dabei konnte schließlich der "Bunker- und Abpackraum" der Täterschaft festgestellt und weitere große Mengen Suchtmittel aufgefunden werden. Aufgrund dieser Tatsachen wurden die 45-Jährige, ihre Tochter und der 29-Jährige festgenommen.

OÖ: 14-Jährige unter Abnehmern

Erst im Zuge weiterer Erhebungen wurde bekannt, dass auch der Untermieter mehrfach im Drogenhandel beteiligt war, weshalb ebenfalls die Festnahme des 28-Jährigen Ende September vollzogen wurde. Bei den Einvernahmen wurde bekannt, dass bei diversen öffentlichen Auslieferungstreffpunkten teilweise bis zu zehn Drogen-Konsumenten auf den "Auslieferer" gewartet hätten.

Unter den Abnehmern befanden sich auch 14-Jährige, welche sich unbeschwert mit Drogen aller Art eindecken konnten. An ertragreichen Tagen sei so ein Umsatz von über 4.000 Euro erwirtschaftet worden.

Offenbar Rechnungen geschreddert

Bei der Hausdurchsuchung wurden auch in einem Aktenvernichter geschredderte Aufzeichnungen von den Verkäufen gefunden. Diese Zettel konnten in Kleinarbeit wiederhergestellt werden und belegen den Verkauf von insgesamt ca. sechs Kilogramm Marihuana, 1,8 Kilogramm Speed, 300 Stück Ecstasy und 170 Portionen Magic Mushrooms sowie Kokain, MDMA und Ketamin.

Die Täterschaft zeigte sich zum Sachverhalt großteils geständig. Die vier Festgenommenen wurden in die Justizanstalten Wels und Ried überstellt und befinden sich derzeit in U-Haft. Der 17-Jährige wurde der Staatsanwaltschaft Wels auf freiem Fuß angezeigt.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 07.12.2019 um 12:42 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/grenznah/drogen-lieferservice-in-ooe-ausgeforscht-vier-festnahmen-77377012

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