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Drogenkuriere bestritten Schmuggelfahrten in Linzer Prozess

Ein 38-Jähriger und seine 40-jährige Ehefrau, die von Jänner 2007 bis Frühjahr 2009 bis zu 205 Kilo Kokain von Amsterdam nach Linz geschmuggelt haben sollen, haben sich zum Auftakt ihres Prozesses am Montag am Landesgericht Linz nicht schuldig bekannt. Sie sollen auch selbst Drogen verkauft haben. Am Freitag wird die Verhandlung mit Zeugeneinvernahmen fortgesetzt. Ob es ein Urteil gibt, steht nicht fest, da ein wichtiger Zeuge auf Urlaub ist.

Das aus der Dominikanischen Republik stammende Duo soll zu einer Schmuggel-Organisation gehören, die insgesamt 270 Kilo Kokain mit einem Straßenverkehrswert von 60 Millionen Euro von Holland nach Österreich gebracht und weiterverteilt hat. Diese wurde im November 2010 zerschlagen.

Zehn der bereits Verurteilten, darunter die Österreich-Chefin Anna, haben die beiden nun Angeklagten im Vorfeld belastet. Der Mann soll unter dem Decknamen "la bici" oder "la bicicleta" ("das Fahrrad") der Kurier der Gruppe gewesen sein, so die übereinstimmenden Aussagen. Die Schmuggelfahrten, bei denen jeweils drei bis sieben Kilo Kokain aus den Niederlanden nach Linz und auch nach Italien gebracht worden seien, hätte das Paar mit Hilfe seiner Kinder als Familienausflüge getarnt.

Die beiden Angeklagten bestritten alle Vorwürfe und warfen den bereits Verurteilten vor, dass sie lügen. Konkreten Vorhaltungen des Richters wichen sie aus oder boten weitschweifende Erklärungen an. Der Richter sprach von "absurden Geschichten" und wies beide auf die mögliche mildernde Wirkung eines Geständnisses hin.

Der Mann gab an, er kenne weder seinen angeblichen Spitznamen noch die Personen, die ihn belasten. Warum sie dies tun würden, erklärte er so: "Sobald man beschuldigt wird, sagt man vieles." Nur Anna habe er einmal gesehen, als er mit seiner Frau bei ihr war, weil diese ihr die Haare gemacht habe. Anna kenne sie schon von früher, gab die Angeklagte an.

Die Frau nannte Rache als Motiv für die Anschuldigungen der Organisation. Ihr Mann habe Suchtgift gekauft und nicht bezahlt. Sie habe gedroht, sie würde jeden anzeigen, der ihrem Mann Drogen gebe. Sie verstehe nicht, warum sie da hineingezogen werde, sagte sie. Es könne doch mehrere Kuriere gegeben haben.

Sie sei nur bei einer Schmuggelfahrt dabei gewesen, weil ihr Mann zu betrunken war, um Auto zu fahren, so die 40-Jährige. Nämlich bei jener, bei der die beiden Angeklagten im Mai 2009 in Deutschland kurz nach der niederländischen Grenze mit 3,4 Kilo Kokain in ihrem Wagen erwischt wurden. Der Mann wurde deswegen schon in einem Prozess in Deutschland zu vier Jahren Haft verurteilt, mehr als die Hälfte hat er abgesessen. Seine Frau bekam 18 Monate bedingt.

Den Auftrag zu der Schmuggelfahrt, auf der er erwischt worden ist, habe er von einem Unbekannten bekommen, den er zwei Wochen zuvor kennengelernt habe, sagte der Beschuldigte. Er sei damals drogenabhängig gewesen und der Auftraggeber habe ihm auch Suchtgift versprochen. Wenn dieser Teil jener Gruppe gewesen sei, so wüsste er das nicht. (APA)

(Quelle: S24)

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