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Ebensee

Wirbel um angebliche FPÖ-Sager bei KZ-Gedenken

KZ Ebensee, Gedenkfeier APA/Reinhard Hoermadinger/Archiv
Der Zugangsbereich eines der Gedenkstollen des ehemahligen Konzentrationslager in Ebensee, eines der Nebenlager des KZ-Mauthausens.

Das angebliche Verhalten dreier FPÖ-Gemeinderäte in Ebensee am Rande der KZ-Gedenkfeier am 6. Mai sorgt für Wirbel. Laut "Standard" (Freitag-Ausgabe) habe sich ein Ehepaar aus Salzburg in einem Brief an den Bürgermeister über Wortmeldungen der Männer beschwert. Die FPÖ wies die Vorwürfe zurück: Nichts liege den Genannten ferner, "als das Andenken an die Opfer des verbrecherischen NS-Regimes infrage zu stellen".

In dem Brief des Salzburger Paares an Bürgermeister Markus Siller (SPÖ) heißt es laut dem Artikel, dass sich die Männer über die Reden auf der Feier "von Hass erfüllt echauffierten" und die Schriftstellerin Marlene Streeruwitz als "Vertreterin einer Gedenkindustrie, die sich damit ihr Geld verdient", bezeichnet hätten. Siller wies gegenüber der Zeitung darauf hin, dass sich die FPÖ vor der Feier beschwert habe, weil man sie nicht zum Essen mit KZ-Überlebenden eingeladen habe, aber "wir halten uns dabei an die Richtlinien des Mauthausen-Komitees", so Siller.

FPÖ Oberösterreich weist Vorwürfe zurück

Einer der FP-Gemeinderäte bestätigte dem "Standard", dass er und die anderen Männer am Eingang der Gedenkstätte "über die Veranstaltung gesprochen haben, aber was wir im Detail geredet haben, weiß ich nicht mehr". Das Pressereferat der FPÖ Oberösterreich wies die Vorwürfe "entschieden" zurück. Die Freiheitlichen im Ort hätten "seit Jahrzehnten die Befreiungsfeier besucht, weil sie sich der besonderen historischen Bedeutung der Ereignisse in Ebensee und dem damit verbundenen Leid der Opfer des nationalsozialistischen Terrors immer voll bewusst waren", hieß es in einer Aussendung.

"Kein Tag ohne Einzelfall", kommentierte SPÖ-Landesparteivorsitzende Birgit Gerstorfer den Fall. Wenn man sich nicht einmal bei einer KZ-Gedenkstätte benehmen könne, habe man definitiv nichts in einer politischen Funktion zu suchen.

(Quelle: APA)

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