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Vorwürfe gegen Behörden

Bedrohte Ärztin Kellermayr täglich in Kontakt mit Polizei

Innenminister über konkretes Vorgehen in Oberösterreich

Landgericht Wels APA/VERENA LEISS
Der Tod der oberösterreichischen Ärztin Lisa-Maria Kellermayr beschäftigt die Behörden weiterhin. (ARCHIBILD)

Im Fall der von Impfgegnern bedrohten oö. Ärztin Lisa-Maria Kellermayr, die Suizid begangen hat, wurde der Polizei vorgehalten, diese nicht ausreichend beschützt zu haben. Innenminister Karner beschreibt in einer Anfragebeantwortung nun die konkrete Vorgehensweise in dem Fall.

SPÖ-Abgeordnete Sabine Schatz wollte in einer parlamentarischen Anfrage an Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) Aufklärung. Dieser teilte nun mit, dass im Zuge der Covid-Krise eine "Vielzahl von Personen" in sozialen Medien oder direkt bedroht würden. Nach individuellen Prüfungen gebe es dann Schutzmaßnahmen.

Mahnwache_Linz APA/FOTOKERSCHI.AT/HANNES DRAXLER
Gedenkveranstaltung der Initiative #YesWeCare für die oberösterreichische Ärztin am Montag, 01. August 2022, in Linz. 

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Ärztin OÖ tot in Praxis aufgefunden

Für jene Allgemeinmedizinerin, die Ende Juni ihre Ordination aus Sicherheitsgründen schloss und einen Monat später tot in ihrer Praxis gefunden wurde, sei laut Karner wie folgt vorgegangen worden: Am 22. November 2021 hatte die 36-Jährige auf der Polizeiinspektion Schörfling den Erhalt eines Drohmails angezeigt, zitierte die "Kronenzeitung" am Donnerstag aus der Anfragebeantwortung. Am selben Tag sei sie zum Sachverhalt schriftlich einvernommen worden.

Danach habe es kriminalpolizeiliche Beratungsgespräche mit der Landespolizeidirektion OÖ und dem Bezirkspolizeikommando Vöcklabruck gegeben. "Insbesondere wurden als sicherheitspolizeiliche Maßnahmen eine verstärkte Bestreifung der Ordination während der Öffnungszeiten und mindestens einmal täglich eine direkte Kontaktaufnahme mit der Betroffenen bzw. dem Ordinationspersonal vereinbart", teilte der Innenminister weiter Schatz schriftlich mit. Ende 2021 seien auch Ermittlungen vom Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung aufgenommen worden.

Lisa-Maria Kellermayr APA/HERMANN WAKOLBINGER
Die oberösterreichische Ärztin Lisa-Maria Kellermayr, die zuletzt wegen Morddrohungen ihre Praxis geschlossen hat, ist am Freitag, 29. Juli 2022 tot in ihrer Ordination im Bezirk Vöcklabruck gefunden worden. Die Staatsanwaltschaft Wels bestätigte einen Suizid. Das Bild Zeigt die Ärztin Lisa-Maria Kellermayr, aufgenommen am 26. April 2021. (ARCHIVBILD VOM 26.4.2021) 

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Hoher Sicherheitsstandard in Praxis Kellermayr

Im Juni 2022 habe der Chef des Staatsschutzes direkten Kontakt zu Kellermayr aufgenommen und persönlich Gespräche geführt. Am 1. Juli habe eine Evaluierung der Sicherheitsmaßnahmen in Ordination und Wohnung stattgefunden. Aufgrund "baulicher Maßnahmen" sei der Sicherheitsstandard dort als hoch eingestuft worden.

Obwohl laut Anfragebeantwortung bereits Ende 2021 die Exekutive im Fall Kellermayr aktiv geworden ist, sah sich die Ärztin aber im Juni 2022 veranlasst, ihre Ordination zu schließen. Daher könne laut SPÖ-Abgeordneter der Schluss nahe liegen, dass die Medizinerin nicht den Schutz bekommen habe, den sie "für die Aufrechterhaltung ihrer Tätigkeit benötigen würde". Dazu hielt der Innenminister allgemein fest, dass das "grundsätzliche Modell des vorbeugenden Schutzes auf der Erstellung einer Gefährdungseinschätzung mit Festlegung der Gefährdungsstufe" beruhe. Die Prämisse liege "in der Gewährleistung des bestmöglichen Schutzes" sowie "im effektiven und effizienten Ressourceneinsatz".

Hilfe bei psychischen Problemen

Bist du in einer verzweifelten Lebenssituation und brauchst Hilfe? Sprich mit anderen Menschen darüber. Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums.

Unter www.suizid-praevention.gv.at finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich. Infos für Jugendliche gibt es unter www.bittelebe.at.

Psychosozialer Dienst

  • Stadt Salzburg, Flachgau und Tennengau: 0662 8042-3596
  • Pongau und Lungau: 0662 8042-3144
  • Pinzgau: 0662 8042-3023

Weitere Angebote im Land Salzburg

  • Psychosozialer Dienst des Landes
  • Christian-Doppler-Klinikum Stadt Salzburg
  • Kardinal-Schwarzenberg-Klinikum Schwarzach
  • Pro Mente
  • Frauengesundheitszentrum Salzburg
(Quelle: APA)

Aufgerufen am 03.10.2022 um 09:24 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/grenznah/fall-kellermayr-behoerden-laut-karner-taeglich-in-kontakt-mit-aerztin-126428068

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