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FPÖ fordert Reiterstaffel: Pfotenhilfe Lochen mit heftiger Kritik

Polizisten einer Reiterstaffel in Niedersachsen. APA/dpa/Julian Stratenschulte
Polizisten einer Reiterstaffel in Niedersachsen.

Mit der Übernahme des Innenministeriums durch die FPÖ hat die Diskussion um die berittene Polizei wieder neuen Schwung erhalten. Innenminister Herbert Kickl will das Projekt für Wien prüfen lassen. Auch Salzburgs Stadt-FPÖ-Chef Andreas Reindl könnte sich eine Pferdestaffel in der Landeshauptstadt grundsätzlich vorstellen. Scharfe Kritik kommt indes von Tierschützern.

Schon seit Jahren fordert die FPÖ in regelmäßigen Abständen eine Polizeireiterstaffel, wie es sie auch in zahlreichen anderen europäischen Städten gibt. Mit dem neuen FPÖ-Innenminister Herbert Kickl wird die Diskussion nun wieder heißer. Kickl will „sachlich objektiv nach budget- und einsatztaktischen Kriterien" evaluieren lassen, ob und inwiefern die berittene Polizei für Wien Sinn mache, heißt es aus seinem Büro.

Immer wieder Forderung nach Reiterstaffel

Mit Unterstützung darf Kickl freilich von seinen Parteikollegen rechnen: Erst vor rund fünf Monaten bekräftigten der Wiener Vizebürgermeister Johann Gudenus und der burgenländische LHStv. Johann Tschütz bei einem auf einem Reiterhof stattfindenden Pressegespräch die Forderung nach Reiterstaffeln.

Reindl kann sich berittene Polizei für Salzburg vorstellen

Auf Anfrage von SALZBURG24 bewertet auch der Chef der Salzburger Stadt-FPÖ, Andreas Reindl, die Forderung als „vernünftig“. Grundsätzlich könne er sich eine berittene Polizei auch in der Landeshauptstadt gut vorstellen, es sei aber Bundesangelegenheit zu prüfen, was Sinn mache und was nicht, so Reindl. „Nachdem jedes Land und jede Stadt unterschiedlich ist, muss man das Vorhaben von Bundesland zu Bundesland individuell prüfen“, so Reindl. Die berittene Polizei hätte sich in anderen Städten, wie etwa auch im benachbarten Rosenheim oder München, eindeutig bewährt, meinte Reindl.

In Rosenheim beispielsweise sind berittene Polizeistreifen tatsächlich 365 Tage im Jahr im Einsatz – und werden vorwiegend in der Fußballsaison oder bei Demonstrationen eingesetzt.

Tierschützer kritisieren Reiterstaffel-Pläne

Vehement gegen eine berittene Polizei stellt sich die Tierschutzorganisation Pfotenhilfe, mit Sitz in Lochen (Bezirk Braunau) in Oberösterreich. „Abgesehen von der Gefahr für Menschen: Wenn Fiaker ein tierschutzrelevantes Problem sind, dann sind es Pferde im Polizeieinsatz erst recht“, heißt es in einer Aussendung am Sonntag. Pferde seien Fluchttiere und würden daher bei Lärm oder plötzlich auftauchenden Hindernissen schnell einmal durchgehen und sich selbst und andere schwer verletzen.

Ein Dienstpferd der Reiterstaffel der Bundespolizei beim Trainingan./Britta Pedersen/dpa Salzburg24
Ein Dienstpferd der Reiterstaffel der Bundespolizei beim Trainingan./Britta Pedersen/dpa

„Auch das Training, das Pferde auf solche Einsätze vorbereiten soll, kann man sich sehr hart und tierquälerisch vorstellen. Da wird natürlich auch direkt neben den Ohren geschossen, bis sich das arme Tier daran‚ gewöhnt – und das kann dauern“, so Pfotenhilfe-Geschäftsführerin Johanna Stadler. Die Tierschutzexpertin fordert, dass Pferde generell raus aus der Stadt kommen: „Sie gehören auf die Wiese und wollen ihre Ruhe haben. Ihr Interesse an uns Menschen hält sich - im Gegensatz zu Hunden - in sehr engen Grenzen. Jegliche Nutzung - ob für Freizeit oder berufliche Zwecke - ist eine Belastung für sie, zu der man sie zwingen muss, die also nicht in ihrem Sinne ist.“

(Quelle: S24)

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