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Heitere Feier endet mit Katastrophe in der Saalach: Einsatzübung der BRK-Wasserwacht

Die vier Einsatzgruppen der BRK-Wasserwacht veranstalteten am Montag eine große Einsatzübung am Saalachufer in Ainring (Berchtesgadener Land).

Es war eine heitere Fasslfeier am Saalachufer vor dem Klärwerk in Ainring (Berchtesgadener Land) doch dann beschließen drei noch angetrunkene junge Leute am frühen Morgen, als Mutprobe den Fluss schwimmend zu durchqueren und werden in der starken Strömung abgetrieben. Geweckt von den Hilferufen stürzen die restlichen sieben Jugendlichen aus ihren Zelten und Schlafsäcken, um zu helfen, wobei eine junge Frau in die noch heiße Feuerstelle fällt und sich schwere Verbrennungen zuzieht. Die anderen laufen am Ufer ihren Freunden hinterher oder springen ins Wasser, um sie zu retten. Was klingt wie ein schlimmes Unglück war zum Glück nur eine große Übung: Die vier Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG´n) der BRK-Wasserwacht im Landkreis mussten am Samstagvormittag unter harten Bedingungen an einem drei Kilometer langen Abschnitt der Saalach all ihr Können und ihre Technik ausspielen, um das schwierige Einsatzszenario erfolgreich abarbeiten zu können.

Einsatzleiter der Übung: Wasserwacht-Chef Peter Graf

Befreundete Helfer der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) aus dem Landkreis Traunstein und vom Technischen Hilfswerk (THW) Berchtesgadener Land mimen die Verletzten und Betroffenen. Einsatzleiter ist Freilassings Wasserwacht-Chef Peter Graf; bei ihm laufen alle Fäden zusammen. Umgeben von fleißigen Schreibdamen schickt er sofort Suchmannschaften auf den Uferwegen los und lässt zeitgleich Rettungsboote von den Trailern wassern, die den Flussabschnitt bis zur Staustufe innerhalb weniger Minuten abfahren.

Wasserretter sind zugleich Sanitäter

Einige Personen haben zusätzlich Verletzungen, die versorgt werden müssen. „Da jeder Wasserretter zugleich auch Sanitäter ist, können unsere Leute einen Patienten auch umfassend notfallmedizinisch erstversorgen“, erklärt Planegger. Sanitäter der BRK-Bereitschaft Freilassing stehen bei der Übung für echte Notfälle mit einem Rettungswagen im Hintergrund bereit, spielen aber auch ein wenig beim Wasserwacht-Einsatz mit.  

Einsatzübung mit neuste Technologie: Echolot-Gerät scannt Gewässerboden

Die Übenden haben ihr Bestes gegeben und mit den Helfern der anderen Ortsgruppen eng Hand in Hand zusammengearbeitet. Nach rund einer Stunde ist deshalb der eigentliche Rettungseinsatz schon vorbei; die Mimen sind sichtbar froh darüber, denn im Wasser und am feuchten Uferboden wurde jede Warteminute immer mehr zur Zitterpartie. Während sich die ersten bereits bei heißem Kaffee und einer kleinen Brotzeit stärken, montiert Laufens Wasserwacht-Chef Christoph Scharf das neue mobile Echolot-Gerät mit Sidescan-Technologie auf dem Freilassinger Rettungsboot, denn noch immer wird ein versunkender Schwimmer vermisst. Mit dem überdimensionalen Scanner fahren die Retter dann den Flussabschnitt in Schleifen komplett ab und erstellen dabei eine fotorealistische Gesamtaufnahme vom Gewässerboden. Plötzlich tauchen die Umrisse einer zuvor versenkten Puppe auf dem Bildschirm auf. „Im trüben Wasser liegt die Sicht für unsere Rettungstaucher bei Null; mit dem Echolot können wir Personen oder Gegenstände aufspüren, markieren und dann bergen“, erklärt der Technische Leiter der Kreis-Wasserwacht, Siegfried Hauber, der als Übungsleiter verfolgt, ob seine Leute alles richtig machen. Ein zweites Boot mit Rettungstaucher Günter Eisenschink und Leinenführer Christoph Golser wird punktgenau dorthin gelotst: Wie ein Frosch im Rückwärtssalto kippt Eisenschink im schweren Trockentauchanzug in die Saalach – das Wasser ist hier drei Meter tief und am Grund kommt kein Licht mehr an. Er muss sich über die Leine gesichert in der trüben Suppe mit den Händen bis zur Puppe vortasten. Minuten vergehen, dann hat er den 70 Kilo schweren Brocken gepackt und zieht ihn an die Oberfläche. „In echt wäre das jetzt eine Totenbergung“, erklärt Hauber.

Übung an der Saalach: Einsatzleiter sehr zufrieden

Trotz drei Stunden Arbeit im Freien bei feuchtkalter Witterung und Regen ist am Ende keinem der Teilnehmer das Lachen vergangen. Die Klamotten sind durchnässt, die Ausrüstung ist verdreckt und muss geputzt werden, aber jeder ist richtig gut drauf, als Monika Graf zur Abschlussbrotzeit ins Stüberl im Rotkreuz-Haus einlädt. „Die Mimen wurden rasch gerettet und gut versorgt. Wir sind vor allem mit dem Führungsstil von Peter Graf und seinen Abschnittsleitern sehr zufrieden. Für einige der jungen Helfer war heute die erste richtig große Übung und sie haben bewiesen, dass sie im Team mit den alten Hasen auch schwierige Aufgaben rasch lösen können“, lobt Planegger abschließend in Ainring. (BRK)
(Quelle: S24)

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