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Hitlergruß-Geste bei Radrennen in Mondsee: Moderator meldet sich zu Wort

Moderator Rudi Schwaiger hat die Hitlergruß-Pose des Rennteilnehmers nach eigener Aussage nicht mitbekommen (Archivbild). moderator-schwaiger.at
Moderator Rudi Schwaiger hat die Hitlergruß-Pose des Rennteilnehmers nach eigener Aussage nicht mitbekommen (Archivbild).

Weil bei der Siegerehrung eines Amateur-Radrennens ein 75-Jähriger in Mondsee (Bezirk Vöcklabruck) den Arm zum Hitlergruß gehoben haben soll, wurden er und Moderator Rudi Schwaiger angezeigt. Dafür hat der Moderator gar kein Verständnis, er meldet sich nun in einer Aussendung Wort.

Zu dem Zwischenfall kam es am Nationalfeiertag. Der Moderator der Renn-Veranstaltung tat die Pose laut "Profil" daraufhin als "legitime" Form der Meinungsäußerung ab. Die beiden Männer wurden von Augenzeugen angezeigt.

Mondsee: Moderator offenbar von Anzeige überrascht

Von dieser Anzeige soll der Moderator des Rennens, Rudi Schwaiger, laut eigener Aussendung erst durch mediale Berichte erfahren haben. "Dass seitens des Bürgermeisters und eines anwesenden Anwalts, wie ich aus den Medien erfahren habe, Anzeige gegen mich eingebracht wurde, erschüttert mich. Der Inhalt der Anzeige ist mir bis dato noch unbekannt, da mir diese nicht vorliegt und auch noch nicht zugestellt wurde. Jedem Vorwurf gegen meine Person trete ich aber mit aller Entschiedenheit entgegen: Weder habe ich mir etwas zuschulden kommen lassen, noch kann ich nachvollziehen, warum nun ich für den Vorfall verantwortlich gemacht werden soll", so Rudi Schwaiger.

Moderator soll Geschehen nicht mitbekommen haben

Laut eigener Darstellung konnte der Moderator die Hitlergruß-Pose des Teilnehmers gar nicht sehen, weil er zu diesem Zeitpunkt zu vertieft in seine Unterlagen war: "Da der Athlet zum Zeitpunkt des Vorfalls durch einen anderen Teilnehmer verdeckt war und ich zudem, seitlich neben dem Podium stehend gerade in meine Moderationsunterlagen vertieft und gedanklich nicht beim Bühnengeschehen war, habe ich die Geste nicht unmittelbar gesehen."

Schwaiger verurteilt Hitlergruß-Geste

Die empörte Stimmung im Publikum soll Schwaiger dann versucht haben zu beruhigen. Was genau vorgefallen war, soll der Moderator erst nach Ende der Siegerehrung mitbekommen haben. Die Hitlergruß-Geste verurteile er jedoch "auf das Schärfste". Am Ende der Veranstaltung soll sich Schwaiger dann gemeinsam mit dem Veranstalter auf der Bühne vor dem Publikum vom Vorfall distanziert haben. Dass er sich nun mit einer Anzeige durch den Bürgermeister konfrontiert sieht, kann sich der Moderator nur mit der Suche nach einem Sündenbock erklären.

"Wieso etwas schönreden, das ich nicht gesehen habe?"

Anders schildert die Situation Bürgermeister Karl Feuerhuber (ÖVP) gegenüber SALZBURG24: "Die Buhrufe des Publikums hat es erst dann gegeben, als der Moderator versucht hat, die Geste schönzureden. Wie kann ich etwas schönreden, das ich nicht gesehen habe?" Die Anzeige hat er allerdings nicht selbst auf den Weg gebracht. "Ich habe mich der Anzeige des Anwalts angeschlossen. Vom Gesetz her habe ich da auch gar keine andere Möglichkeit. Das ist meine Pflicht und dazu stehe ich auch", gab Karl Feuerhuber im Gespräch weiter an.

(Quelle: S24)

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