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Hubschrauberabsturz mit vier Toten: Opfer identifiziert, Bergung abgeschlossen

Einen Tag nach dem Hubschrauberabsturz am Samstagnachmittag mit vier Toten, konnten die Opfer am Sonntag identifiziert werden. Bei den vier Insassen handelt es sich laut Polizei um den 26-jährigen Piloten sowie einen 29-jährigen Mann und zwei Frauen im Alter von 22 und 25 Jahren.

Alle vier Opfer stammen aus dem Raum Lauf/Pegnitz (Landkreis Nürnberger Land/Bayern). Derzeit werden die Wrackteile des Hubschraubers geborgen. "Die Ermittlungen zur Flugunfallursache dauern an", teilte die Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd am Sonntag zu Mittag mit.

Bergung gestaltet sich schwierig

Wegen des unwegsamen Geländes und der schlechten Witterung gestaltete sich die Bergung der Trümmer für die Einsatzkräfte schwierig. Die Bergungearbeiten an der Unglücksstelle konnten schließlich am Sonntag gegen 13:30 Uhr abgeschlossen werden. "Alle Wrackteile konnten gesichert und zur weiteren Inspizierung der Bundesanstalt für Flugunfalluntersuchung übergeben werden", teilte die Pressestelle der Bayerischen Polizei am Nachmittag mit.  Laut der Betreiberfirma des in Salzburg registrierten Helikopters hat die Maschine für einen privaten Flug verchartert. Das Unternehmen betreibt eine Flugschule und einen Hubschrauber-Verleih, eine Niederlassung befindet sich auch in Salzburg.

Schlechte Sicht als Ursache für Hubschrauberabsturz?

Stichlmair erklärte, dass der Hubschrauber mit dem Kennzeichen OE-XKS "ziemlich neu, so um die vier Jahre alt" gewesen und ständig gewartet worden sei. Vermutlich hätten die schlechten Sichtbedingungen zu dem Absturz geführt, aber das müsse die amtliche Fluguntersuchung klären, meinte Stichlmair.

Hubschrauber in Worms gestartet

"Der Hubschrauber war am Samstag in Worms gestartet. Der Pilot legte einen Tankstopp in Augsburg ein und war dann um 16.10 Uhr in Richtung Flughafen Salzburg weitergeflogen", erklärte Polizeisprecher Bezold. Die Ermittlungen zur Absturzursache durch die deutsche Bundesanstalt für Fluguntersuchung werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen. "Was wir derzeit wissen ist, dass die Wolken ziemlich tief lagen und die Sichtbedingungen schlecht waren." Gegenstand der Untersuchung werde auch das Gespräch des Piloten mit dem Tower des Flughafens Salzburg sein, auch die aufgezeichneten Flugbewegungen werden überprüft, sagte Bezold. Der Pilot hatte laut Austro Control dem Personal des Towers angekündigt, dass er wahrscheinlich eine Notlandung vornehmen müsse. Dann brach aber der Funkkontakt ab.

Hubschrauber stürzte kurz vor Salzburg ab

Gegen 17.15 Uhr stürzte die Maschine in einem bewaldeten Gebiet am Teisenberg bei Neukirchen südlich der Autobahn A8 ab. Die Stelle liegt etwa 30 Kilometer von der Salzburger Grenze entfernt. Anrainer, darunter ein Einsatzleiter der Reichenhaller Bergwacht, hörten einen lauten Knall. Sie eilten zum Unfallort, um Erste Hilfe zu leisten, und setzten auch einen Notruf ab. Zahlreiche Einsatzkräfte und ein Rettungshubschrauber eilten herbei. Doch für die Insassen kam jede Hilfe zu spät.

Hubschrauberabsturz: Trümmer auf 200 Quadratmeter verstreut

Der Hubschrauber ist am Boden in Brand geraten. Die Trümer lagen auf einer Fläche von 200 Quadratmetern verstreut. Es gab Hinweise, nach denen der Pilot durch plötzlich auftretenden Nebel beziehungsweise wegen der dichten Wolken die Orientierung verloren hatte. Am Absturzort war zu erkennen, dass der Hubschrauber in etwa 15 bis 20 Metern Höhe gegen mehrere Nadelbäume flog. Zahllose Äste lagen am Boden, dazu tausende Trümmerteile. Ein Rotorteil hing noch in den Bäumen.

Hubschrauber: Kompromiss zwischen Leitung und Preis

Bei dem abgestürzten Hubschrauber handelt es sich um einen Hubschrauber des Typs Robinson R44 Raven I. Dieser Typ stellt laut Hersteller-Homepage einen Kompromiss zwischen Leistung und Preis dar, berichtet die APA am Sonntag. Der Helikopter hat ein Maximalgewicht von 2.400 Pfund (1,09 Tonnen). Leer wiegt er 1.442 Pfund (654 Kilogramm). Er erreicht eine Maximalgeschwindigkeit von 113 Meilen (182 km) pro Stunde und hat eine Reichweite bis zu 350 Meilen (563 km). Der Helikopter hat eine Länge von rund neun Metern. Der Durchmesser des Hauptrotors liegt bei etwa zehn Metern.

Großaufgebot an Rettungskräften vor Ort

Seit dem Unglück bei Teisendorf befand sich ein Großaufgebot an Rettungskräften und Helfer an der Unfallstelle im Einsatz:
  • 80 Mann der Feuerwehren Teisendorf und Neukirchen
  • Technisches Hilfswerk Berchtesgadener Land (30 Kräfte)
  • 10 Einsatzkräfte der Bergwacht  
  • BRK Kriseninterventionsteam (4 Mann)
  • Rettungsdienst mit Rettungssanitäter und Notarzt
  • Vermessungsamt Berchtesgadener Land (4 Kräfte)
  • 3 Mitarbeiter der Bundesanstalt für Flugunfalluntersuchung
  • 2 Ermittler der Staatsanwaltschaft Traunstein
  • 50 Polizeikräfte: die Einsatzleitung vor Ort hatte die Polizeiinspektion Freilassing mit Unterstützung umliegender Dienststellen
  • ein Rettungshubschrauber und ein Polizeihubschrauber
(Quelle: S24)

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