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Hubschrauberpilot mit Laserpointer geblendet: Verurteilt

Nach einer Laserpointer-Attacke auf einen ÖAMTC-Notarzthubschrauber in Steyr im vergangenen Sommer ist einer der beiden Täter rechtskräftig zu einer Geldstrafe verurteilt worden, der zweite kam mit gemeinnütziger Arbeit davon.

Immer öfter kommt es vor, dass Piloten beim Start oder bei der Landung durch Laserpointer geblendet werden. Von der für die Flugsicherung zuständigen Austro Control wurden zuletzt an die 20 Fälle pro Jahr registriert. Sie würden konsequent mit Anzeigen bei den Sicherheitsbehörden verfolgt, denn es bestünde große Gefahr für die Besatzung und die Passagiere. Der Laserpunkt streut sich an der Scheibe der Cockpit-Kanzel und nimmt dem Piloten vorübergehend jegliche Sicht, damit besteht die Gefahr eines Absturzes. Auch sind Augenverletzungen der Insassen möglich.

Pilot mit Laserpointer geblendet

Im August des Vorjahres ist der Notarzthubschrauber "Christophorus 15" mit unter anderem einem schwer verletzten Forstarbeiter an Bord bei Landeanflug zum Spital mehrmals vom Strahl eines Laserpointers getroffen worden. Trotz der Blendung konnte der Pilot sein Fluggerät sicher auf dem Dach des Krankenhauses landen. Die Crew informierte die Polizei per Mobiltelefon über den Vorfall und machte ungefähre Angaben über den Standort des Lasers. Die Beamten konnten aber zunächst niemanden ausfindig machen. Beim Abflug hielt der Pilot per Funk Kontakt mit der Polizei. Tatsächlich erfolgte eine neuerliche Laserattacke, die sofort gemeldet wurde. Der Hubschrauber flog zum Ausgangspunkt des Lichtstrahls und kreiste über den Tätern. Die Beamten ertappten einen 17-jährigen Lehrling und einen 19-jährigen Beschäftigungslosen, die auch gleich geständig waren.

120 mal vier Euro

Die Justiz leitete ein Verfahren wegen des Verdachtes der Gefährdung der körperlichen Sicherheit ein. Im Fall einer Verurteilung droht eine Höchststrafe von drei Monaten oder 180 Tagessätzen. Der jüngere kam mit einer Diversion - eine Erledigung des Falles ohne Eröffnung eines Strafverfahrens und somit ohne Verurteilung - davon. Er hat sich zur Leistung von gemeinnütziger Arbeit verpflichtet. Der Ältere erhielt im Prozess eine Zusatzstrafe von 40 Tagessätzen zu einer früheren teilbedingten Verurteilung. Insgesamt beträgt die Strafe 120 Tagessätze zu - wegen seines geringen Einkommens - je vier Euro oder im Nichteinbringungsfall 60 Tage Ersatzfreiheitsstrafe. (APA)
(Quelle: S24)

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