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Konflikt um konservativen Geistlichen wird größer

Der Konflikt um den als konservativ geltenden, umstrittenen Pfarrer von Kopfing (Bezirk Schärding), den polnischen Priester Andreas Skoblicki, wird größer.

Die Mitglieder im Leitungsteam des betroffenen Dekanats Andorf zeigten sich in einer Pressekonferenz am Freitag in Linz "zutiefst enttäuscht" vom Rückzieher des Linzer Bischofs Ludwig Schwarz. Dieser hatte am 18. September die Entpflichtung des Geistlichen von seinem Amt als Pfarradministrator angekündigt, diese Entscheidung aber "nach negativen Reaktionen" am vergangenen Mittwoch wieder zurückgenommen.  

Bedenken wegen Weiterbestellung von Skoblicki

Die Mitglieder des Leitungsteams um Dechant Erwin Kalteis wiesen darauf hin, dass sie schon vor zwei Jahren ihre Bedenken bezüglich einer Weiterbestellung von Skoblicki geäußert hätten. Sie hätten aber damals genauso wenig Gehör gefunden wie zuletzt. Die jüngsten Ereignisse hätten schmerzlich bewusst gemacht, wie wenig Wertschätzung die Arbeit im Dekanat durch Bischof Schwarz erfahre, sie würden die pastorale Arbeit auf Dekanatsebene grundsätzlich infrage stellen.

Bischof ist eigenwillige Spiritualität wichtiger als Seelenheil der Pfarre

Die Dekanatsvertreter wollten mit der Pressekonferenz auch ihre Solidarität mit den "vielen enttäuschten Katholiken in der Pfarre Kopfing" bekunden, die sich eine Verbesserung der Pfarrsituation erhofft und bereit gewesen seien, die Hand zur Versöhnung auszustrecken. Aber dem Bischof sei die eigenwillige Spiritualität eines Priesters wichtiger als das Wohl und Seelenheil einer ganzen Pfarre. Man könne sich nicht vorstellen, dass der bestehende Konflikt mit der Rücknahme der Entpflichtung des umstrittenen Priesters auch nur ansatzweise gelöst sei. Leider müsse man mit einer neuen Austrittswelle rechnen. Um eine endgültige Spaltung der Pfarre zu vermeiden, fordern Mitglieder des Leitungsteams für den Fall, dass eine Neubesetzung nicht möglich sei, Begleitmaßnahmen. Unter anderem ein Mediationsverfahren, die Bestellung eines erfahrenen pastoralen Begleiters für Skoblicki und die Wiederaufnahme des Dialoges mit den Nichtbefürwortern durch den Bischof persönlich. Generaldechant Franz Wild ergänzte, er glaube, dass der Bischof, der ein "gutes Herz" besitze, nach der Entpflichtung massiven Druck erlebt und diesen nicht ausgehalten habe. Er sei wohl von einschlägigen Medien mit Mails und Anrufen bombardiert worden mit dem Versuch den Bischof "weichzuklopfen". Es habe sich der Weg durchgesetzt, "man muss nur lang genug pochen und irgendwann geht's". Auf die Frage, ob dies eine Führungsschwäche des Bischofs sei, druckste Wild sehr lange herum bis es ihm entfuhr: "Sie geben mir die Antwort".

„Sektenähnliche Zustände“

Der umstrittene polnische Priester ist laut seinen Gegnern für "sektenähnliche Zustände" verantwortlich. Er habe uneheliche Kinder als "Kinder der Sünde", die Schule als "Teufelswerk" oder Lehrkräfte als "vom Satan besessen" bezeichnet. Der Salzburger Weihbischof Andreas Laun sprach in einem Interview mit dem katholischem Internetmagazin "kath.net" in Zusammenhang mit der Entpflichtung von "innerkirchlicher Christenverfolgung". (APA)
(Quelle: S24)

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