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Lehrling machte 1.137 unbezahlte Überstunden in 15 Monaten

Ein Kellner-Lehrling machte in 15 Monaten 1.137 unbezahlte Überstunden. Nun muss ihr der Wirt 17.000 Euro nachzahlen.

Ein Mädchen aus dem Innviertel in Oberösterreich hat als Kellner-Lehrling insgesamt 1.137 unbezahlte Überstunden in 15 Monaten gemacht - das entspricht rund 75 pro Monat. Die Arbeiterkammer erkämpfte vor Gericht fast 17.000 Euro Nachzahlung für ihr Mitglied, berichtete die Interessenvertretung in einer Presseaussendung am Donnerstag.

Der Kellner-Lehrling hatte in einem Gasthaus gearbeitet, aber nicht nur dort. Die Frau wurde vom den Inhabern auch zu persönlichen Diensten wie Putzen und Bügeln herangezogen und zum Kellnern in einer Go-Go-Bar eingesetzt. Innerhalb von 15 Monaten fielen 1.137 Überstunden an. Als sich die Mitarbeiterin krankmeldete, wurde sie entlassen - unbegründet und sogar um einige Tage rückwirkend. Als der Wirt einige Wochen später zusätzliches Personal für eine "Ganslpartie" benötigte, scheute er nicht davor zurück, zu fragen, ob sie nicht wieder für ihn arbeiten wolle.

Auch zu persönlichen Diensten herangezogen

Der Lehrling suchte Hilfe bei der Arbeiterkammer und schilderte dort die Vorgänge in dem Betrieb. Der Lehrherr hatte das Mädchen gezwungen, eine Bestätigung zu unterschreiben, dass alle Überstunden bezahlt worden seien. Tatsächlich war keine einzige bezahlt und auch nicht abgerechnet. Das führte dazu, dass es zu keinem kollektivvertraglichen Verfall kam. Die Arbeiterkammer konnte deshalb sämtliche Überstunden, nicht eingehaltene Ruhezeiten, offene Lehrlingsentschädigung, Sonderzahlungen, Urlaubsersatzleistung und Kündigungsentschädigung einfordern.

Der Wirt lehnte aber ab. Deshalb brachte die Arbeiterkammer den Fall vor Gericht. Das Landesgericht Ried im Innkreis gab dem Lehrling Recht, der Lehrherr ging jedoch in die Berufung. Das Oberlandesgericht entschied erneut im Sinne der Mitarbeiterin. Der Wirt musste ihr fast 17.000 Euro nachzahlen. Weil sie schon über 18 war, war für die Überstunden der geringste kollektivvertragliche Facharbeiterlohn fällig.

Keine einzige bezahlte Überstunde

Von Vorteil für die junge Frau war, dass sie ihre Arbeitszeiten penibel mitgeschrieben hatte. Die Arbeiterkammer rät allen Arbeitnehmern, die tägliche Arbeitszeit genau aufzuzeichnen. Nur so könne sie im Streitfall helfen. (APA)

(Quelle: S24)

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